Wieder nicht clever genug

Wieder nicht clever genugWieder nicht clever genug
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Bei aller Trauer über vergebene Chancen mussten sich die Lindauer aber auch eingestehen, dass die „Eishackler“ insgesamt eine Nummer zu groß für die Islanders waren. Die zeigten zwar 60 Minuten Kampfgeist und eine gute Einstellung, „aber in Sachen Abgeklärtheit wird der Unterschied in einigen Spielsituationen eben deutlich. Und die entscheiden die Spiele“, sagte Trainer Willy Bauer, der mit Jiri Kunce und Jim Nagle auf zwei Leistungsträger verzichten musste.

Dies machte zunächst keinen Unterschied. Der EVL begann nach der Weihnachtspause gut und zielstrebig und hätte, so TSV- Trainer Rudi Sternkopf „durchaus ein, zwei Tore machen können.“

Mit der besten Chance scheiterte Pavel Mojtek aber an Gästekeeper Felix Barth. So kam es dann, wie so oft in dieser Saison: Während die Lindauer bei ihren wenigen Überzahl- Chancen torlos blieben, nutzte der TSV auf der anderen Seite bereits sein zweites Powerplay in der 13. Minute – unter Lindauer Mithilfe. Der Befreiungsversuch der Islanders wurde an der blauen Linie von Andreas Dornbach abgefangen. Der Schlagschuss des Gästeverteidigers fand leicht abgefälscht den Weg durch die Beine von Waldemar Quapp, der für Gundlach im Tor stand um wieder Spielpraxis zu sammeln, zum 0:1 im Lindauer Tor.

Die Hypothek des Rückstandes gegen einen starken Gegner, dessen Trainer Sternkopf von einem „perfekten Auswärtsspiel meiner Mannschaft sprach“, wurde nach 25 Minuten noch größer. Wieder hatten die Lindauer vorne die Chance zum Tor vergeben, als die Peißenberger eiskalt konterten und die Lindauer Abwehr überliefen. Aber auch nach Marco Pflegers 0:2 ließen sich die Gastgeber nicht hängen. Gleich danach mussten die Islanders in Unterzahl spielen – und hatten dabei durch Mike Dolezal und Milan Liebsch gleich dreimal Chancen zum Anschluss – und kassierten erneut einen Gegentreffer. TSV- Topscorer Marek Pospispil ließ Quapp mit einem verdeckten, knallharten Handgelenkschuss keine Möglichkeit rechtzeitig zu reagieren. Innerhalb von 78 Sekunden hatte der Tabellenvierte die Partie entschieden. „Leider ein typischer Spielverlauf für uns in dieser Saison“ haderte Bauer mit den Umständen. „Immerhin haben wir aber noch die Torchancen.“ Was den Islanders fehlt, ist allerdings ein Knipser vom Format eines Pospisil. Der war allerdings auch als Vorbereiter erfolgreich. Zwei Minuten vor Drittelende legte er für Thomas Maier auf, der allerdings das 0:4 am Rande des Torraumabseits erzielte.

Vor 800 Zuschauern war die Partie damit endgültig entschieden. Gleichwohl wollten die Islanders nicht ohne eigenen Treffer bleiben und versuchten wenigstens das eine Tor zu erzielen. Die gelang gegen die stark verteidigenden Gäste allerdings nicht mehr. Im Gegenteil: Pospischil setzte fünf Minuten vor dem Ende noch einen drauf und machte mit dem 0:5 die höchste Heimniederlage des EV Lindau in dieser Saison perfekt.