VER verpennt nach Führung zweites Drittel

Sekera beim Auftakt gesperrtSekera beim Auftakt gesperrt
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Ausgeglichen und auf

den Gegner abwartend gestalteten sich die Anfangsminuten. Erst in der 4. Minute

war die erste größere Torchance der Selber durch Jaworin zu verzeichnen. Die Hausherren selbst benötigten

hierzu gar erst ein Überzahlspiel. Doch das nutzten sie prompt. Nieder zog ab,

Kümpel konnte noch abwehren, doch im Nachschuss war Börner mit dem

Führungstreffer zur Stelle. Doch noch während das Stadion jubelte, war der

Ausgleich schon wieder hergestellt. 9 Sekunden brauchte es hierzu – vom Bully weg ging die Scheibe über Trolda weiter zu Lamich, der

Keeper Vorderbrüggen mit einem strammen Schuss überraschte. Der Spielstand hätte

sich kurz darauf aber erneut ändern können. Memmingens Nagle bediente Oppenberger, der schließlich am eigenen Unvermögen

scheiterte und so eine „100%“-ige für seine Farben

ausließ. Es entwickelte sich allmählich ein munteres Spiel. Tormöglichkeiten gab

es auf beiden Seiten. Wie Lamich und co., scheiterten auch die Memminger Cracks am Keeper, und war Kümpel mal nicht zur

Stelle, konnte Thumm auf der Torlinie klären.

Überhaupt musste Selb dann viel Gegenwehr leisten. Sechs Minuten lang Unterzahl

meisterten die „Wölfe“ aber mit Bravour. Als das Team endlich wieder komplett

auf dem Eis stand rollte der Angriff wieder los. Hendrikson knallte den Puck zunächst über den Kasten, die

Scheibe ging aber zurück auf Thumm, der von der Blauen

Linie aus abfeuerte. Dessen Schuss konnte Vorderbrüggen zwar noch abfangen,

Jaworin schaltete aber blitzschnell und verwandelte

den Nachschuss zur Selber Führung.

Dann aber wieder das

alte Lied um das „berühmte zweite Drittel“ der VER-Cracks. Es lief wenig  zusammen und die mitgereisten Anhänger

erinnerten sich gleich an die Auswärtspartie in Königsbrunn. Wie dort geschehen,

machten auch die Allgäuer aus einem Rückstand zur Drittelpause binnen kürzester

Zeit eine 3:2-Führung. Während Selb beim Ausgleich Probleme hatte, die Scheibe

aus der eigenen Zone herauszubekommen und schließlich Jainz die Situation auszunützen wusste, zeigte Memmingen nur

34 Sekunden später Eishockey wie aus dem Lehrbuch. Mit einem schnellen Vorstoß

über die rechte Seite passte Oppenberger goldrichtig

auf Nagle, der frei vor dem Selber Kasten seine Vollstreckerqualitäten unter Beweis stellte. Die Franken

wirkten nach diesen beiden Treffern zu nervös, spielten unkontrolliert. In

Überzahl brachte man ebenso nichts zustande. Vielmehr machte man den Gegner, den

man im ersten Drittel gut im Griff hatte, erst recht stark. Angriff für Angriff

ging Richtung Selber Gehäuse. Das zu diesem Zeitpunkt verdiente 4.2 war nur noch

eine Frage der Zeit. Valenti war es schließlich in der 36. Minute, gegönnt  die Führung weiter

auszubauen.

Die „Wölfe“ besannen

sich aber wieder. Im Schlussdrittel kehrte der Kampfgeist zurück. Schnell machte

man sich nun auch ein Power-Play zu nutze. Lamich

spielte ab auf Bartels, der am linken Torpfosten stehend, den Pass zum Anschluss

einnetzen konnte. Den Zuschauern bot sich nun ein

guter Schlagabtausch, wobei Selb dem Ausgleich deutlich näher dran war. Für Selb

setzte es in der 50. Minute einen deftigen Rückschlag. Thumm wurde für einem Check gegen den Kopf seines

Gegenspielers hart bestraft: Spieldauerdisziplinarstrafe für den Verteidiger. So

durfte der Abwehrspieler nicht nur vorzeitig duschen, sondern wird auch am

Sonntag im Heimspiel gegen Sonthofen fehlen. Doch Selb ließ nicht locker und

sich von der Strafe nicht unterkriegen. In Unterzahl wurde Trolda zugespielt, der über links ins Memminger Drittel zog und mit einem „Goldenen Schuss“ zum

Ausgleich abfeuerte. Die Strafen im mittlerweile sehr hart geführten Spiel

häuften sich. Selb stand schließlich seinem Gegner mit zwei Mann weniger

gegenüber. Diese Chance vermasseln wollte bei den „Indians“ keiner und schon

gleich nicht Nagle, der die Hausherren wieder in Front bringen konnte. Die

VER-Cracks versuchten noch einmal, dagegen zu halten. Am Ende reichte es aber

nicht. Memmingen, dessen Trainer den „Wölfen“ große Spielstärke bescheinigte und

sich sicher ist, dass der Aufsteiger noch viele Punkte einfahren wird, war

letztendlich über die gesamte Spielzeit verdienter Sieger. Selb verschenkte

einen möglichen Punkt im zweiten Drittel.

Zuschauer: 814
Schiedsrichter: H.

Lohenstorfer, H. Zörb
Strafminuten:

Memmingen 18, Selb 21 + Spieldauerdisziplinarstrafe für Thumm
Tore:
5:06 – 1:0 Börner (Nieder;

5-4)
5:15 – 1:1 Lamich

(Trolda)
18:11 – 1:2 Jaworin (Thumm, Hendrikson)
22:48 – 2:2 Jainz (Augst)
23:22 – 3:2 Nagle

(Oppenberger, Jorde)
35:22 – 4:2 Valenti

(Jorde)
43:14 – 4:3 Bartels

(Lamich, Porzig;

5-4)
50:33 – 4:4 Trolda (Porzig;

4-5)
53:53 – 5:4 Nagle

(Micheller, Valenti; 5-3)

 


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