VER punktet in Regensburg

Sekera beim Auftakt gesperrtSekera beim Auftakt gesperrt
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Die Begegnung zwischen dem EV Regensburg und dem VER Selb war in einem dreistündigen Krimi ein echtes Spitzenspiel. Beide Teams boten den über 3000 Zuschauern ein packendes Duell, bei dem die Wölfe eine 5:6 (2:0, 3:3, 0:2, 0:1)-Niederlage nach Penaltyschießen hinnehmen mussten. Doch sie konnten erhobenen Hauptes das Eis verlassen. Fehlten ohnehin schon einige Akteure, so verlor man bis zum Ende noch drei weitere Cracks – darunter Sekera mit einer Spieldauer.

Kaum hatte die Partie begonnen, wurden beide Teams zugleich auch schon wieder in die Kabinen geschickt. Der Grund: eine kaputte Plexiglasscheibe. Aus der rund 15-minütigen Zwangspause kamen die Selber aber weitaus besser heraus als die Gastgeber. Von Anfang an dominierten die VER-Cracks die Partie. Chancen in großer Menge für die Franken. Thielsch vergab dabei zunächst nach Lamich-Vorlage. Danach ließ Bauer eine hochkarätige Möglichkeit aus. Regensburg selbst kam erst – wenn überhaupt – in einem, der beiden folgenden Powerplay-Spiele vor das Selber Gehäuse. Die Truppe um Coach Holden präsentierte sich in guter Verfassung, störte früh und ließ kaum dem Gegner zum Zuge kommen. Die mit rund 800 Schlachtenbummlern starke Faninvasion aus Hochfranken hochzufrieden mit der Leistung des Teams. Und dieses machte zugleich weiter Druck. Nach genau elf gespielten Minuten war der Lohn des Auftritts die Führung. Über rechts gelang Thielsch in die gegnerische Zone, feuerte ab und Keeper Niedermeier ließ den Schuss durchrutschen. 5:3-Überzahl hieß es dann für den VER. Da ließ man sich nicht zweimal bitten: die Scheibe wanderte schön durch die Reihe, bis Sekera von der Blauen Linie zum 2:0 abzog. Kurz danach hätten Thielsch und Schiener den Vorsprung gar noch ausbauen können. Der Puck verfehlte zum einen knapp den Kasten oder der Keeper war zur Stelle.

Aus der Drittelpause kamen die Hausherren besser aus der Kabine Zwei Überzahlspiele und nach nur zwei Spielminuten stand es urplötzlich 2:2. Holden nahm daraufhin Auszeit. Das beruhigte nun wieder das Selber Spiel. Ebenso bei zahlenmäßiger Überlegenheit brachte Schneider seine Farben erneut in Front. Danach aber Aufregung im Stadion als Sekera einen Regensburger bei einem Check verletzte, der Stürmer dafür mit einer 5+Spieldauer bedacht wurde. Nun waren klar die Rot-Weißenen am Drücker, kamen hier durch Schreyer auch zum 3:3. Der VER wehrte sich sonst mit allen Kräften und hatte mit Dirksen einen starken Rückhalt. Die Partie selbst bot den Zuschauern in der Folge nahezu alles. Die Mannschaften spielten mit viel Kampf, Härte und Emotionen. Strafzeiten waren an der Reihe. Die Hochfranken jedoch zogen erneut davon. Thielsch im zweiten Anlauf mit der erneuten Führung – im übrigen der 100. Saisontreffer - und schließlich Lamich, frisch aus der Kühlbox kommend, mit dem 3:5. 38:36 waren genau gespielt, als Bauer gegen die Bande gecheckt und verletzt mit der Trage vom Eis transportiert werden musste. Die Aktion blieb ungeahnt. Um die Erregungen abzukühlen, wurde indes die zweite Pause vorgezogen.

Mit nur noch zwei Reihen konnte das Selber Team im Schlussabschnitt agieren. Neben Sekera fehlten nun auch die verletzten Bauer und Jaworin. Und so kam RegensburgiIn der 43. Minute kam zum Anschluss. Bäckström traf hier mit einem feinen Schuss von der blauen Linie. Spannung pur, denn beide Mannschaften schenkten sich nichts und zeigten packende Torraumszenen. Das Spiel elektrisierte das Publikum ungemein, bis es bei 47:45 wiederum 10 Minuten Zwangspause wegen einer nächsten auszuwechselnder Glasscheibe hieß. Der Schwung war nur kurz aus dem Spiel raus, dann drängten die Gastgeber gegen den mittlerweile stark dezimierten Kader des VER Selb. Dieser wehrte sich lange Zeit mit letzten Kräften. Doch Zweieinhalb Minuten vor Schluss musste Selb doch noch den Ausgleich hinnehmen. Im anschließenden Penaltyschießen traf keiner der Selber Stürmer, so dass am Ende der EVR mit 6:5 siegriech war. Die Wölfe verdienten sich für ihren großen Einsatz einen Punkt und durften den Applaus der eigenen Anhänger einheimsen.

Tore: 0:1 (11:00) Thielsch (Ulitschka, Sigeris), 0:2 (12:59) Sekera (Holden, Siegeris; 5-3), 1:2 (20:34) Bäckström (Gerike, Daffner; 5-4), 2:2 (21:58) D. Huber, 2:3 (24:44) Schneider (Sekera, Waßmiller; 4-3), 3:3 (26:51) Schreyer (Frank, Leserer; 5-4), 3:4 (32:16) Thielsch (Schneider, Waßmiller; 4-3), 3:5 (37:53) Lamich (Holden, Fischer), 4:5 (42:21) Bäckström (Gerike, Daffner), 5:5 (57:25) Bäckström (Daffner), 6:5 (60:00) Gerike (entscheidender Penalty). Strafen: Regensburg 16, Selb 16 + 5 + Spieldauer (Sekera). Zuschauer: 3044.