VER auf bestem Weg ins Halbfinale

Sekera beim Auftakt gesperrtSekera beim Auftakt gesperrt
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Erneut deklassieren die Selber Wölfe den bayerischen Meister. Dem 7:1 im Hinspiel am Freitag ließ man ein beim ERV Schweinfurt einen deutlichen 9:1 (3:0, 4:0, 2:1)-Auswärtserfolg folgen. Der VER rangiert damit in der Zwischenrunde der Bayernliga weiter vor Pfaffenhofen. Das Halbfinale jedoch ist noch nicht erreicht.

Schlagzeilen gab es schon kurz vor Spielbeginn. Am Nachmittag warf Schweinfurts Trainer Horst Forster nach den zuletzt desolaten Ergebnissen seiner Mannschaft das Handtuch – so die Aussage des Vereins. Eine Reaktion des Teams auf dem Eis zeigte sich aber in den 60 Spielminuten gegen Selb allerdings kaum.

Schon von Spielbeginn an weg bauten die Selber Wölfe enormen Druck auf. Von einer Gefahr des Unterschätzens, gerade nach dem klaren 7:1-Erfolg vom Freitag, keine Spur. Mit einer konzentrierten Spielweise wollte man unbedingt die drei wichtigen Punkte aus Unterfranken entführen. Bereits in den Anfangsminuten hatten Lamich und Sekera mehrfach Chancen auf die frühe Führung. Noch hielt Keeper Swolensky den wütenden Angriffen stand. Seine Vorderleute hatten ebenso Mühe gegen den schwungvollen Auftakt des Gegners, wussten sich teilweise nur durch Foulspiel zu helfen. Die Folge waren zwei Strafzeiten und klar wusste Selb das 5:3-Überzahl zu seinen Gunsten auszunutzen: Sekera zog von der Blauen Linie ab, Siegeris verlängerte zum 1:0. Schweinfurt tauchte danach mit zwei Chancen vor dem Selber Gehäuse auf, Keeper Dirksen war gegen Heilman und Trolda aber stets zur Stelle. Die Wölfe machten weiter unbeirrt ihr Spiel nach vorne und entwickelten aus guten Spielzügen tolle Einschussmöglichkeiten. Die Hausherren wirkten vom Selber Tempo geschockt und leisteten sich zunehmend Fehler, was Lamich prompt zu seinen Gunsten, sprich zum 2:0 ausnützte. Nur zeitweise konnte Schweinfurt einen besseren Eindruck als noch im Freitagsspiel hinterlassen. Gegen die Dominanz des VER konnten sie indes nur wenig entgegen setzen und mussten so nach einer weiteren Kombination der Gäste das 0:3 hinnehmen als Thielsch ein gutes Zuspiel von Waßmiller verwerten konnte.

Auch im zweiten Spielabschnitt war Selb die tonangebende Mannschaft. Setzer hatte nach einem Pass von Jaworin das Pech im Abschluss. Doch auch auf Seiten des Gegners hatte man kein Glück. Heilman traf bei einem Konter lediglich den Pfosten. Der Anschlusstreffer wäre vielleicht ein Hoffnungsschimmer gewesen, doch im direkten Gegenzug bescherte Jeschke das zwischenzeitliche 4:0. Die ohnehin verhältnismäßig wenigen Zuschauer der Hausherren waren nun vollends verstummt und mussten mit ansehen, wir ihr Team weiter vorgeführt wurde. Siegeris und Waßmiller machten in Überzahl zunächst das halbe Dutzend voll. Und während Trolda bei einem der Schweinfurter Entlastungsangriffe per Foul gestoppt, er schließlich beim fälligen Penalty zu schwach im Abschluss war, war es wiederum Waßmiller, der zum 7:0-Pausenstand traf.

Einziger Wermutstropfen bis dato war der Ausfall von Martin Lamich, der verletzungsbedingt (Muskelfaser) im Schlussdrittel nicht mehr im Spiel dabei war. Doch auch ohne den Angreifer ließen die Wölfe wenig anbrennen. Selbst in Unterzahlspielen fanden die Mighty Dogs kaum ein Durchkommen und mussten bei einem der weiteren Selber Kabinettstückchen den nächsten Gegentreffer einstecken. Dann klappte es in Powerplay wenigsten zum Ehrentreffer. Doch 4 Sekunden vor Spielende setzte Thielsch mit dem Tor zum 9:1 den Schlusspunkt eines Matches, wie es der VER in den letzten Jahren vielmehr anders gewöhnt war, als man stets mit Packungen zurück ins Fichtelgebirge geschickt wurde. Die drei Punkte jedenfalls freute die rund 300 mitgereisten Schlachtenbummler, die mit dem Auftritt ihrer Jungs hoch zufrieden waren. Mit stimmungsvollen Gesängen und einer Polonaise durch Stadion feierten sie ihre Wölfe und stimmten sich schon allmählich auf das Derby am kommenden Freitag in Bayreuth ein.

Tore: 0:1 (5:12) Siegeris (Thielsch, Sekera; 5:3), 0:2 (9:30) Lamich (Hendrikson, Sekera), 0:3 (16:18) Thielsch (Waßmiller, Sekera), 0:4 (23:34) Jeschke (Lamich, Sekera), 0:5 (27:57) Siegeris (Waßmiller, Sekera; 5-3), 0:6 (29:19) Waßmiller (Sekera, Siegeris; 5-3), 0:7 (34:30) Waßmiller (Thielsch), 0:8 (45:42) Hendrikson (Sekera, Jaworin), 1:8 (52:15) Heilman (Trolda, Juhasz; 5-4), 1:9 (59:56) Thielsch (Waßmiller, Setzer; 5-4). Strafen: Schweinfurt 16, Selb 16. Zuschauer: 709.