Tigers treffen zweimal auf „Wasserteams“EHC Bayreuth

Tigers treffen zweimal auf „Wasserteams“Tigers treffen zweimal auf „Wasserteams“
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Buchloe musste aus dem Sommer die Verluste von Abwehrchef Kozacka (jetzt Trainer), Topscorer Muncy und noch einiger weiterer Spieler kompensieren. Relativ unklar war deswegen das Leistungsvermögen der neu formierten „Piratenmannschaft“. Man hat sich dort aber ziemlich schnell frei geschwommen und belegt aktuell einen guten Platz fünf mit 31 Punkten und erstaunlich guter Auswärtsbilanz (14 Zähler). Mit zuletzt 14 von 15 möglichen Punkten aus 5 Partien spielte man sich sogar in einen richtigen Lauf.

Offensive Leistungsträger sind wieder die Weigant-Brüder, von denen Marc gegen die Tigers allerdings gesperrt fehlen wird, der deutschkanadische Routinier Peter Westerkamp und Daniel Huhn (Neuzugang aus Duisburg, OL). Bemerkenswert ist auch, dass man bisher immer noch ohne Kontingentspieler agiert. Kurzfristig gelang aber trotzdem mit Verteidiger M. Streicher aus Königsbrunn ein Neuzugang, der mithelfen soll, vor Ex-DEL-Goalie (Köln) Stefan Horneber weiter für Ordnung zu sorgen. Als eher typischer „Stay-at-Home“-Verteidiger wird er die relativ geringe Offensivgefahr der Abwehrspieler aber kaum beheben können.

Auf Platz neun mit 24 Zählern im Bereich des heiß umkämpften Platz zehn liegt Sonntagsgegner Lindau  nur ganz knapp in dem Bereich, den man am schwäbischen Meer erhofft hatte. Ein Grund dafür ist die Inkonstanz, dass sich gute Spiele zu oft mit schwachen Resultaten abwechseln. Einigen überklaren Erfolgen, wie z.B. letzte Woche der 8:1-Sieg in Königsbrunn, stehen Spiele gegenüber, in denen man mithalten konnte, was sich aber nicht oft genug auch entsprechend in der Punkteverteilung wiederspiegelt. Neutrainer Mojtek konnte nicht verhindern, dass man gegen vermeintlich schwächere Gegner schon viele Punkte liegen gelassen hat, was starke Auftritte wie zuletzt beim klaren 5:1-Heimsieg gegen Miesbach oder das 4:0 gegen den Rangdritten Memmingen nur bedingt kompensieren können. Ein Wiedersehen wird es auch mit Ex-Tiger N. Oppenberger geben, der sich neben den Routiniers Zdenek Cech und Mike Dolezal zum eifrigen Punktesammler beim EVL gemausert hat. Die Abwehr der Schwaben wird offensiv und defensiv vom Slowaken L. Sekula und  den sehr erfahrenen Deutsch-Tschechen Martin Masak und der langjährigen Lindauer Ikone Jiri Kunce geführt. Im Tor läuft bei den Grenzstädtern zu Österreich ein für diese Liga einzigartiges Wechselspiel ab. Schon vier (!) verschiedene Goalies mit mindestens 120 Minuten Spielzeit im bisherigen Saisonverlauf sind sicher alles andere als üblich. Auffällig ist auch, dass man am Bodensee mit inzwischen 450 Strafminuten (Bayreuth zum Vergleich mit nur 260) das Schlusslicht unter den „bösen Buben“ der bisherigen Bayernligaspielzeit stellt.

Allerdings gehört das Powerplay nicht gerade zu den momentanen Stärken der Oberfranken. Es gelingen zwar durchaus einige Überzahltreffer, aber die resultieren mehr aus individueller Klasse einzelner Akteure, statt typisch strategischer Aktionen bei numerischem Vorteil. Richtig, der Situation entsprechend, heraus gespielte Tore sieht man da beim EHC eher selten. Da gilt es für Trainer Waßmiller auch vermehrt den Hebel anzusetzen. Standartsituationen wie diese sind besonders in engen Partien sehr oft Spiel entscheidend und da müsste mit dem vorhandenen Personal etwas mehr möglich sein. Wieder Mitwirken kann vermutlich O. Seibel, der wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. Somit lichtet sich langsam aber sicher die Verletztenliste bei den Wagnerstädtern. Teammanager Habnitt sondiert derweil aufmerksam den Spielermarkt. „Wen sich aus den bisher ehr losen Kontakten, etwas Machbares ergibt, sind wir sicher nicht abgeneigt, die Vorstandschaft hat zumindest schon Gesprächsbereitschaft signalisiert“, erklärt er den aktuellen Stand.