Tag des offenen Tors in VilshofenBlack Hawks Passau

Tag des offenen Tors in VilshofenTag des offenen Tors in Vilshofen
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Im Endeffekt wohl genau das, was die gut 100 Zuschauer im Vilshofener Freiluftstadion letztendlich zu sehen bekamen. Am Ende stand es zwischen dem gastgebenden ESC und den Black Hawks Passau 7:7 (3:2, 3:3, 1:2).

Christoph Zawatsky und Martin Lamich standen gar nicht erst im Kader für dieses Freundschaftsspiel, dazu kamen einige Probleme bei der Anreise nach Vilshofen, sodass die Partie erst mit knapp einstündiger Verspätung angepfiffen werden konnte. Trotz allem waren es die Black Hawks, die die Anfangsphase dominierten und sich einige Torgelegenheiten erspielen konnten. In einer 4-gegen-4-Situation waren es aber die Hausherren, die zu diesem Zeitpunkt eher aus dem Nichts mit 1:0 in Führung gingen: In der fünften Spielminute fand ein Schlenzer von Vilshofens Simon Maier den Weg vorbei an Passaus Goalie Michael Kronpaß. In den Folgeminuten mutierte die Partie zu einem typischen Freundschaftsspiel: Das Spiel plätscherte vor sich hin, keiner tat dem anderen weh, und so war es wenig überraschend, dass es auch auf dem Eis nur wenige Höhepunkte zu bestaunen gab. Das änderte sich in der 15. Spielminute: Begünstigt durch eine eher unaufmerksame Passauer Abwehr erzielten die Wölfte durch Jiri Slauf das 2:0. Nur eine Minute später kam es noch schlimmer, als Thomas Bauer mit einem Schlenzer aus der Mitteldistanz auf 3:0 stellen konnte. Solch einen Spielverlauf wollte man in Passau aber nicht auf sich sitzen lassen, und so kam es gelegen, dass in der 17. Spielminute der Vilshofener Johannes Grill auf der Strafbank Platz nehmen musste. Exakt eine halbe Minute später konnte Andreas Toth auf Vorlage von Mathias Pilz und Thomas Kremhelmer zum 1:3 aus Passauer Sicht verkürzen. Als sich alle Anwesenden schon auf die Drittelpause eingestellt hatten, wollte Passaus Thomas Kremhelmer noch ein Ausrufezeichen setzen: Er nahm sich den Puck, bekam von Hausherrenseite genug Platz gewährt und jagte die Scheibe genau eine Sekunde vor Ablauf des ersten Spielabschnitts mit einem gewaltigen Schlagschuss vorbei am Vilshofener Keeper Marcus Bauer zum Passauer 2:3 in die Maschen.

Im Mitteldrittel änderte sich das Bild dann völlig: Zwar war es auf dem Papier noch immer ein Freundschaftsspiel, auf dem Eis jedoch ging es nun etwas rauer zu, sodass das Strafminuten-Konto beider Teams drastisch in die Höhe schnellte. Dazu sollten jede Menge weitere Treffer kommen. Nach 48 gespielten Sekunden war es erneut Thomas Kremhelmer, der mit einem weiteren Schlagschuss den 3:3-Ausgleichstreffer für die Gäste aus Passau erzielen konnte – fast eine Kopie seines ersten Tors, nur auf der anderen Seite. Die folgenden Spielminuten bestanden fast ausschließlich aus Überzahlspielen beider Teams, einzig erwähnenswert sind die Torhüterwechsel auf beiden Seiten: In der 25. Spielminute wurde Marcus Bauer im Tor der Wölfe durch Artur Groß abgelöst, auf Passauer Seite wechselte in der 32. Spielminute Michael Henghuber für Michael Kronpaß ins Tor. In der 33. Spielminute schließlich konnten die Black Hawks eines der Überzahlspiele für sich nutzen und das Ergebnis endgültig drehen: Nach einer Strafe gegen Vilshofens Simon Maier wegen Beinstellens dauerte es gerade einmal 11 Sekunden, ehe Mathias Pilz auf Vorlage von Maximilian Wanninger und Andreas Toth zum 4:3 für die Dreiflüssestädter verwandelte. Kurz darauf wanderte der nächste Wölfe-Spieler auf die Strafbank, und erneut war Passau im Powerplay erfolgreich: Thomas Kremhelmer war es, der die Scheibe aus spitzem Winkel Richtung Tor der Hausherren brachte – und dank gütiger Mithilfe des Vilshofener Goalies stand es durch seinen dritten Torerfolg des Spiels 5:3 für Passau. In der 37. Spielminute fast die Vorentscheidung für die Black Hawks, doch ging ein Schuss – erneut in Überzahl – nur ans Lattenkreuz des heimischen Gehäuses. Von diesem Moment an drehte sich das Spiel erneut, und das auf eine äußerst denkwürdige Art und Weise. In der 39. Spielminute erzielte Thomas Bauer auf gutes Zuspiel von Jiri Slauf den Vilshofener Anschlusstreffer zum 4:5 – ein unnötiges Gegentor. Doch nun waren die Passauer völlig von der Rolle. Keine 40 Sekunden später traf erneut Thomas Bauer mit seinem ebenfalls dritten Treffer des Abends gar zum 5:5. Und es kam noch schlimmer: Vier Sekunden vor Drittelende zappelte der Puck erneut im Passauer Netz – Vinzenz Frey schoss das 6:5 für Vilshofen. Nach diesen drei Gegentreffern innerhalb von nicht einmal zwei Minuten ertönte aus Passauer Sicht überfällig die Drittelsirene.

Das Schlussdrittel sollte dann wieder in etwas gemäßigteren Bahnen verlaufen. In der 45. Spielminute bugsierte Andreas Popp die Scheibe zum 6:6-Ausgleichstreffer über die Torlinie, doch nur drei Minuten später sorgte ein Patzer von Michael Henghuber im Passauer Tor dafür, dass ein Schuss von Lukas Geißler zum Vilshofener 7:6 zwischen seinen Schonern durchrutschte. Da beide Teams an diesem Abend so gut wie alles im Gleichschritt betrieben, durfte ein dicker Torwartfehler natürlich auch auf Seiten der Hausherren nicht fehlen. Nur eine Minute nach der Vilshofener Führung legte sich Wölfe-Keeper Artur Groß einen Schuss von Passaus Andreas Popp mehr oder weniger selbst ins Tor – damit stand es in dieser verrückten Partie 7:7. Obwohl von diesem Moment an noch über zehn Minuten zu spielen war, sollte kein weiterer Treffer mehr fallen. Einzig in den Schlusssekunden war das Glück nochmals auf Passauer Seite, als ein eigentlich regulärer Treffer für Vilshofen keine Anerkennung fand.

Insgesamt stand am Ende ein für diesen Abend gerechtes Unentschieden auf der Anzeigetafel. Sportlich lässt sich dieses Spiel ohne Erich Fries, Christoph Zawatsky und Martin Lamich jedoch nur schwer einordnen. Wichtig war, dass keine neuen Verletzungen hinzugekommen sind, ansonsten gilt es, das Augenmerk ab jetzt auf kommenden Sonntag zu richten: Im nächsten Liga-Heimspiel geht es gegen den EHC Waldkraiburg 1b.