Sturmlauf kontra Abwehrschlacht

Sturmlauf kontra AbwehrschlachtSturmlauf kontra Abwehrschlacht
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Wer etwa Bedenken angesichts des Lindauer freitäglichen Erfolges gegen Sonthofen gehegt hatte, sah sich binnen kürzester Zeit beruhigt. Zu sehr waren die Dogs in allen Belangen überlegen, spielerisch, läuferisch und in Zweikämpfen. Die Islanders mussten ohne Jimmy Nagle, Zdenek Cech und Nicolas Oppenberger antreten, dadurch war mit der ersten Reihe gleichzeitig der komplette Sturm abgemeldet. Der erste – harmlose – Schuss auf den Schweinfurter Kasten fiel erst in der fünften Spielminute. Bis dahin hatten die Schweinfurter furios losgelegt, als wollten sie die Gäste regelrecht über den Haufen rennen. 

Verheißungsvoll das 1:0 nach nicht einmal 40 Sekunden, aber dann wurden selbst beste Chancen nicht über die Linie gebracht. Nicht zuletzt wegen Lindaus starkem Keeper Michael Gundlach, der trotz endlosen Powerplays und Pressings stets auf dem Posten war und mit Abstand der meistbeschäftigte Spieler des Abends. Diverse Strafzeiten unterbrachen den Rhythmus der Dogs noch vor der Pause; mit vielen schwer nachvollziehbaren Entscheidungen zog sich das Schiedsrichtergespann nach und den massiven Unmut der Icedomebesucher zu.

Es blieb auch im zweiten Drittel weitestgehend Spiel auf ein Tor. Zur Beruhigung hatte Alex Funk wieder gleich zu Beginn nachgelegt, Igor Filobok mit seinem zweiten von insgesamt drei Toren auf 3:0 erhöht. Und das war gut so, denn im Gefühl der sicheren Überlegenheit nahmen die Dogs die Angriffsbemühungen der Gäste nicht mehr erst genug und handelten sich unvermittelt das 3:1 ein. Dieses sowieso schon schiefe Bild der Verhältnisse auf dem Eis hätte noch unebener geraten können: Kurz vor Schluss des Durchgangs hielt Benjamin Dirksen einen von Beppi Eckmair verursachten - und wieder nicht unumstrittenen - Penalty.

Den dritten Spielabschnitt hätte man sich im gegenseitigen Einvernehmen vielleicht schenken können. Die Linie der Dogs war weg, fast alles ging über Einzelkämpferaktionen und läuferisches Vermögen. In den letzten 10 Minuten plätscherte die Partie eher vor sich hin, und Lindau durfte jetzt sogar etwas mitspielen und nicht ausschließlich eine Abwehrschlacht liefern.. Nur beim abschließenden Schweinfurter Treffer wurde noch mal schnell, konzentriert und zielsicher kombiniert. Die große Gegenwehr der Islanders war da allerdings schon erlahmt.