Starker Auftritt in Buchloe beschert 6:4-DerbysiegEV Lindau

Starker Auftritt in Buchloe beschert 6:4-DerbysiegStarker Auftritt in Buchloe beschert 6:4-Derbysieg
Lesedauer: ca. 3 Minuten

„Wir haben von Anfang mit der richtigen Einstellung gespielt und waren auch läuferisch und spielerisch immer auf der Höhe“, lobte EVL- Trainer Pavel Mojtek seine Mannschaft, die mit hohem Tempo und sehr konzentriert begann. Dafür wurde sie nach sechs Minuten belohnt, als Nikolas Oppenberger, der an fünf der sechs Tore beteiligt war über rechts zum Tor zog, die Scheibe an ESV- Keeper Stefan Horneber hängen blieb, Daniel Pfeiffer aber den Puck zum 0:1 über die Linie stocherte. Im Gegenzug stand Buchloes Kapitän Christian Warkus plötzlich frei vor Varian Kirst. Der Lindauer Torhüter parierte aber glänzend. Nach elf Minuten war aber auch er geschlagen, als in Überzahl der Gastgeber Marc Streichers abgefälschter Schlagschuss zum Ausgleich im Tor landete.

Die Lindauer fanden sofort ihrerseits eine Antwort. Bei jeweils vier Mann auf dem Eis schickte Jiri Kunce Oppenberger steil, der die Scheibe erneut im Tor der Pirates unterbrachte (15.). „Leider haben wir versäumt, höher zu führen. Chancen waren da“, sagte Mojtek nach dem überlegen geführten ersten Drittel, in dem Benjamin Arnold die beste Chance zum 1:3 hatte, aber an Horneber scheiterte.

Im zweiten Drittel spielten die Gastgeber aggressiver als zuvor, so dass sich ein intensiver und phasenweise hitziger Fight zwischen den Rivalen entwickelte. Läuferisch waren die Lindauer besser und wirkten frischer. Im ersten Wechsel verpassten sie bei einer Doppelchance den dritten Treffer und wurden bestraft, als sie einmal die Ordnung im eigenen Drittel verloren und zudem eine Behinderung an Varian Kirst übersehen wurde. Der hatte deshalb keine Chance Christopher Lerchners Schuss in den Winkel zum 2:2 abzuwehren. Die Antwort der Islanders war: Dauerdruck. Phasenweise schnürten sie die Hausherren in deren Drittel ein und kamen wieder zu Toren. Knapp zwei Minuten nach dem Ausgleich drosch Oppenberger nach einer schönen Kombination mit Zdenek Cech seinerseits den Puck zur erneuten Führung in den Winkel. Cech selbst war es, der in Überzahl in der 28. Minute sogar auf 2:4 erhöhte, nachdem Kunce zuvor von der Seite gescheitert war. Solange Spielfluss vorhanden war und beide Mannschaften gleich viele Spieler auf dem Eis hatten, hatten die Gäste die Pirates im Griff und ließen kaum etwas zu.

Allerdings kam zur Mitte des Spiels Hektik auf. Davon profitierte zunächst einmal Buchloe. In Überzahl kombinierten sich die Allgäuer sehenswert zum 3:4 durch Peter Westerkamp (32.) und nur zwei Minuten später nutzte Marc Weigant einen Fehler des EVL unmittelbar nach einem Bully zum Ausgleich. „Das hat den Spielverlauf etwas auf den Kopf gestellt. Aber ich bin beeindruckt und stolz auf die Mannschaft wie sie das weggesteckt hat, sich nicht beeindrucken ließ und ihren Weg gefunden hat dieses schwere Spiel zu gewinnen“, lobte EVL- Vorsitzender Marc Hindelang.

Wichtig war, dass die Islanders zu keiner Zeit des Spiels in eine passive Rolle zurück fielen, sondern immer weiter ihre Chance suchten. Dafür wurden sie erneut schnell belohnt. Gerade war eine doppelte Überzahl vorüber, als Sascha Paul doch noch zur erneuten 5:4-Führung einschoss. Eine Führung, die der EVL vor 468 Zuschauern, darunter über 100 Schlachtenbummler aus Lindau, nicht mehr abgeben sollte. Auch wenn Lubos Sekula mit einem Lattenschuss den sechsten Treffer verpasste, auch wenn sie zwölf Minuten vor Ende mit zwei Mann weniger auf dem Eis standen. Sie boten alles an Willen und Leidenschaft auf, was sie hatten und belohnten sich selbst. 50 Minuten waren gespielt, als sich einmal mehr Oppenberger durchtankte, die Scheibe vors Tor brachte, wo der nach vorne mitgeeilte Jiri Kunce seine starke Leistung mit dem 4:6 krönte. Das war der Durchbruch für die Gäste, die noch einmal bei einem Buchloer Pfostenschuss Glück hatten – aber das hatten sie sich dank ihrer beherzten Leistung auch absolut verdient.