Spitzenspiel mit vielen Gewinnern

Spitzenspiel mit vielen GewinnernSpitzenspiel mit vielen Gewinnern
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Fast 1000 Zuschauer im Stadion (der erste Gewinner war somit der sonst vom Zuschauerzuspruch nicht gerade verwöhnte Schongauer Eishockeyverein), Dramatik bis zur letzten Sekunde in einem Spiel zweier Spitzenteams, die sich nicht schenkten, aber zu jederzeit fair auf dem Eis agierten (die Zuschauer waren die nächsten Gewinner). Die EA Schongau hat die Partie mit 4:3 (2:1, 2:1, 0:1) gewonnen und sich damit den Erreichen der Aufstiegsspiele ein ganzes Stück genähert und der EHC Waldkraiburg hat trotz der unheimlichen Belastung der letzten Tage (es war das dritte Spiel innerhalb von nur sechs Tagen!) den Rückstand im Schlussdrittel verkürzen können und bleibt somit dank des großen Torpolsters im direkten Vergleich vor der EAS, egal wie die letzten Partien enden und hat als würdiger „Südeest-Meister“ der Landesliga Bayern Rang eins der Tabelle fest in der Hand.

Begonnen hatte die Partie mit etwas Verspätung, der ungewohnte Andrang an den Kassen hatte für etwas Verzögerung geführt und auch die Einlaufshow mit Feuerschlucker brauchte etwas Zeit. Doch dann legten die Mammuts richtig los. Nach nur 91 Sekunden traf Rod Hinks mit einem trockenen Schuss zum 1:0. Da war sofort Stimmung im Spiel, der Auftakt beflügelte die Schongauer und sie erspielten sich weitere Chancen, doch blieb es bis zu 16. Minute beim knappen 1:0 auf der Anzeigetafel. Dann hatten die Mammuts erstmals Überzahl und konnten diese kurz vor Ablauf der Strafe auch nutzen. Michael Wandschura war auf Zuspiel von Verteidiger Johann Zerhoch und Stürmerkollege Sebastian Hechenrieder Torschütze zum 2:0 in der 18. Minute. Die EAS spielte engagiert, gelegentlich mit etwas Übereifer. So gerieten die Mammuts kurz nach dem 2:0 in Unterzahl. Und auch die Gäste konnten diese Überzahl verwerten. Verteidiger Jan Loboda verkürzte auf Zuspiel von Harald Nuss auf 2:1 (19.) - die Löwen waren wieder im Spiel, zumal sie auch den zweiten Spielabschnitt in Überzahl beginnen konnten.

In der ersten Drittelpause zeigte die Schongauer Faschingsgarde ihr Können, nach der Unterbrechung die Gäste ihr nahezu perfektes Überzahlspiel. Zwar konnten die Mammuts den Ausschluss von Oliver Glöckner noch über die Zeit bringen, doch blieben die Gäste im Schongauer Drittel im Scheibenbesitz und erneut wurde Jan Loboda perfekt feigespielt – 2:2 (23.). Jetzt brauchten die Mammuts wieder etwas Zeit, um zum alten Selbstvertrauen zurück zu finden. Diesem EHC Waldkraiburg durfte man einfach keine Torchance geben – denn in der Chancenverwertung waren die Löwen deutlich abgeklärter, was sie ja über die Saison mit weit über 200 Toren untermauert hatten.

Aber die Mammuts kamen wieder zurück, ein Angriff und Verteidiger Michael Hübl zog von der blauen Linie einfach ab – die EAS lag wieder in Front – 3:2 (30.). Jetzt waren wieder die Mammuts oben auf, machten Druck und wurden auch belohnt. Fritzi Weinfurtner blüht zur Zeit an Seite von Martin Resch und Rod Hinks richtig auf und er war es auch der sich vor dem Waldkraiburger Tor durchsetzte und ein Zuspiel von Martin Resch zum 4:2 abschloss. Die Mammuts hatten weitere Chancen, aber auch die Gäste blieben jederzeit gefährlich. Jedem im Stadion war klar, das Spiel war noch nicht entschieden.

Gleich zu Beginn des Schlussabschnitts musste die EAS zwei Minuten Unterzahl überstehen, die Abwehr um dem überragenden Goalie Max Bergmann hielt den Vorsprung nicht nur in der ersten, sondern auch kurz darauf in der zweiten Unterzahl fest. Aber auch die zweite Überzahl für die EAS in der 48. Minute brachte keine Entscheidung. Die Zeit lief zwar für die Mammuts, doch die Gäste drängten - stemmten sich trotz des harten Programms der letzen Tage gegen die drohende erste Saisonniederlage. Und tatsächlich, die nächste Überzahl brachte die Löwen wieder bedrohlich nahe an die Mammuts heran. Erneut war es der überragende Verteidiger der Gäste, Jan Loboda, der das Zuspiel von Daniel Hämmerle zum 4:3 im Schongauer Tor unterbringen konnte. Noch 5-einhalb Minuten Spielzeit und nur noch ein Tor Vorsprung, das konnte noch sehr eng werden. Waldkraiburg drängte, die EAS ihrerseits hatte aber auch immer wieder die Chance zur Entscheidung, doch keinem der beiden Spitzenteams gelang ein weiterer Treffer. Kurz vor Spielende – Bully vor dem Schongauer Tor und der EHC nimmt eine Auszeit. Würde Waldkraiburgs Trainer Michael Pohl das Risiko eingehen seinen Torhüter vom Eis nehmen? Nein, bei einem Endstand von 4:3 würde ja sein Team unabhängig vom Sonntagsspiel vor der EAS bleiben. Nachdem die EAS in Waldkraiburg mit 2:1 verloren hatte, reicht den Löwen das riesige Torpolster um Platz eins zu sichern. Dass die Waldkraiburger sieben Sekunden vor Spielende in Unterzahl gerieten, war dann egal – es blieb beim 4:3 Erfolg der Mammuts – ein Sieg mit vielen Gewinnern.

Die EA Schongau hat den Rest des Wochenendes frei und muss am kommenden Wochenende zweimal ran. Am Freitag, 18. Februar , 19:30 Uhr kommt der ESC Holzkirchen und am Sonntag, 20. Februar, zum Abschlussspiel der Gruppe Südwest eben zum direkten Verfolger ESC Geretsried (18 Uhr).

Tore: 1:0 (1:31) Hinks (Weinfurtner), 2:0 (17:33) Wandschura (Hechenrieder, Zerhoch/5-4), 2:1 (18:52) Loboda (Nuss/5-4), 2:2 (22:32) Loboda (Bahner, Schütz), 3:2 (29:05) Hübl, 4:2 (33:12) Weinfurtner (Resch), 4:3 (54:32) Loboda (Hämmerle/5-4). Strafen: Schongau 14, Waldkraiburg 10. Zuschauer: 850.