Sieben auf einen StreichECDC Memmingen

Sieben auf einen StreichSieben auf einen Streich
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Der Stachel der 0:5-Niederlage in Höchstadt am Freitag saß bei den Memmingern noch tief und so hatte man sich vorgenommen, am Hühnerberg die passende Antwort zu geben. 858 Zuschauer waren gekommen und sahen von Beginn ein auf Wiedergutmachung ausgerichtetes Indianer-Team. Doch zunächst schien die Mini-Krise anzuhalten und wieder lag man trotz gutem Start mit 0:1 in Rückstand, nachdem Thilo Grau die Alligators in Führung geschossen hatte. Dieses Mal wurde der rot-weiße Anhang aber nur eine halbe Minute später erlöst: Michael Simon netzte per Schlagschuss zum 1:1 ein. Es war ein umkämpftes Spiel, in dem schließlich den Gastgebern das nächste Tor gelang: Mit Sven Schirrmacher traf der nächste Memminger zur 2:1 Führung in der 10. Minute.

Auch im zweiten Spielabschnitt ging es zunächst hin und her, doch es dauerte eine Viertelstunde, ehe es wieder „klingelte“ – und das gleich zweimal im Tor der Gäste: Zuerst Martin Hoffmann und zwei Minuten später Andi Neumann in Überzahl schraubten das Ergebnis auf 4:1. Die Fans waren sichtlich erfreut, dass die Memminger Tormaschine endlich wieder ins Laufen geriet, wenngleich Chancen für noch mehr Tore da gewesen wären.

Die Überlegenheit des ECDC zeigte sich gegen die nur mit 14 Spielern angereisten Franken im letzten Drittel nun noch deutlicher. Tor Nummer fünf besorgte in der 43. Minute Stefan Rott, ehe kurz darauf Neuzugang Patrick Zimmermann sogar in Unterzahl den Puck im Gästetor versenken konnte. 6:1 war somit der neue Spielstand und dank des 7:1 in der 50. Minute durch Andi Börner konnten die Indians sogar den direkten Vergleich gegen die Höchstädter für sich entscheiden. Das Torgestänge verhinderte ein paar Mal noch weitere Treffer der Rot-Weißen, so dass es am Ende beim 7:1 blieb. Vor allem nach dem Doppelschlag zum 3:1 und 4:1 war der ECDC eindeutig die Spiel bestimmende Mannschaft, weshalb auch die Gäste auf der anschließenden Pressekonferenz von einem verdienten Heimerfolg sprachen. Indians-Coach Jogi Koch ließ mit vier Reihen spielen und zeigte sich mit allen recht zufrieden, wenngleich er anmerkte, dass „wir immer noch zu viele Chancen für ein Tor brauchen“.

Die nächste Gelegenheit, auch in der Ferne wieder erfolgreich zu sein, haben die Gefro-Indians bereits am Freitag, wenn es in der DEL-Arena in Nürnberg zum Aufeinandertreffen mit dem EHC 80 Nürnberg (Spielbeginn 20 Uhr) kommt. Am kommenden Sonntag steht dann das nächste Heimspiel am Hühnerberg gegen den ESC Dorfen (18.30 Uhr) auf dem Programm. Dann wollen die Memminger mit Unterstützung der Zuschauer ihre imposante Heimserie weiter ausbauen.

Tore: 0:1 (3:33) Grau (Lenk, Hiendlmeyer/6-5), 1:1 4:12) Simon (Becker, Zientek), 2:1 (9:04) Schirrmacher (Puellette, Kerber), 3:1 (35:35) Hoffmann (Merkle, Neumann), 4:1 (37:29) Neumann (Zimmermann, Vycichlo/5-4), 5:1 (42:52) Rott (Neumann) , 6:1 (45:07) Zimmermann (Ouellette/4-5), 7:1 (49:54) Börner (Rott, Tenschert). Strafen: Memmingen 16, Höchstadt 16. Zuschauer: 858.

Striepeke zurück nach Bad Nauheim

Einer kommt, einer geht: Während Neuzugang Patrick Zimmermann am Sonntagabend gegen Höchstadt sein Debüt für den ECDC Memmingen gab, bestritt Stürmer Jannik Striepeke gleichzeitig sein letztes Spiel für die Indians. Der 23-Jährige wechselt zurück in die Oberliga zu den Roten Teufeln Bad Nauheim. Von den Hessen war Striepeke erst im August nach Memmingen gekommen. In 14 Spielen für die Rot-Weißen erzielte er 13 Scorerpunkte (3 Tore/10 Assists).

Vor wenigen Tagen hatte der 23-Jährige von seinem alten Arbeitgeber das Angebot erhalten, wieder höherklassig zu spielen. „Jannik hat um seine Freigabe gebeten, er wollte wieder in die Oberliga. Deshalb haben wir ihm keine Steine in den Weg gelegt“, erklärt der erste Vorsitzende der Indians, Helge Pramschüfer. Dennoch sieht man den Abgang des sympathischen Stürmers, der bei seinem kurzen Gastspiel in Memmingen als großer Kämpfer überzeugte, mit einem weinenden Auge. Beim gestrigen Heimspiel gegen Höchstadt wurde Striepeke symbolisch zum „Spieler des Abends“ gewählt und erhielt vom ECDC-Vorstand einen rot-weißen Indians-Schal als Abschiedsgeschenk.