Selber Wölfe sind Vizemeister

Sekera beim Auftakt gesperrtSekera beim Auftakt gesperrt
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Es hat eben nicht sollen sein. Die Selber Wölfe unterlagen im Bayernliga-Finale dem TEV Miesbach. Doch die Fans des VER Selb waren dennoch guter Laune. Sie feierten die Vizemeisterschaft und vor allem ihre Mannschaft für eine starke Saison. Im zweiten Play-off-Endspiel unterlag der VER Selb mit 3:7 (3:2, 0:4, 0:1).

Neben Dirksen gesellten sich nun auch Setzer und Schiener auf die Verletztenliste. Keine allzu guten Vorzeichen für die Selber Wölfe zum zweiten Finalspiel zwischen dem VER und dem TEV Miesbach nach der 2:4-Auftaktniederlage in der Best-of-Three-Serie. Wie schon im Freitagsspiel starteten auch diesmal beide Teams couragiert und mit hohem Tempo. Beide Mannschaften gingen voll zur Sache und man merkte an, dass beide unbedingt dieses Match für sich entscheiden wollen. Die erste größere Chance gehörte allerdings den Hausherren, die vor einer - für hiesige Verhältnisse -Rekordkulisse durch Baumer nach gefährlich vor dem Selber Gehäuse auftauchten, er jedoch knapp verfehlte. Die „Wölfe“ selbst, angepeitscht von etwa 500 bis 600 Schlachtenbummlern, konterten aber zugleich und drängten auf die Führung. Diese klappte nach fünf gespielten Minuten. In Überzahl feuerten die Franken nonstop aus allen Ecken ab, ehe Holden schließlich das 1:0 erzielen konnte. Der Jubel währte nicht lange. Nur eineinhalb Minuten später klingelte es auch im Kasten der Wölfe, als man zunächst den Gegner im eigenen Drittel schalten ließ und Mayr bei angezeigter Strafe gegen Selb von der linken Seite aus zum Ausgleich traf. Die Partie selbst war eines Finales würdig. Temporeich und mit gesunder Härte von beiden Seiten aus war dieses geprägt. Doch dann passierte Porzig in der neutralen Zone ein schwerwiegender Abspielfehler. Detterer gelangte an die Scheibe und verwandelte allein vor Kümpel eiskalt. Selb war nur kurz geschockt, dann aber umgehend unbeeindruckt. Fortan kombinierten die Wölfe eifrig nach vorne, erarbeiteten sich gute Möglichkeiten, wenngleich Miesbach durch Oppenberger einen gefährlichen Konter laufen konnte. Doch nicht nur das. Selb handelte sich zwei Strafen ein, musste mit drei gegen fünf agieren. Doch die Abwehrarbeit verhinderte schlimmeres, zudem Kümpel sich gegen den in aussichtsreicher Position stehenden Veicht auszeichnen konnte. Das Blatt wendete sich. Kaum die Unterzahl schadlos überstanden, hatten nun auch die VER-Cracks 5/3-Powerplay. Da ließ man sich nicht zweimal bitten. Jeschke knallhart zum ersten. Und nach einer kurzen harten Einlage, bei der Lamich eine 2 + 10 kassierte Jeschke nach Bullygewinn zum zweiten. Selb spielte den Gegner nervös, konnte bis zur Drittelpause aber trotz Chancen nicht nachlegen.

Miesbach tat die Unterbrechung gut, wirkte im zweiten Abschnitt wieder konzentrierter. Als bei den Wölfen Thielsch und Waßmiller gleich beide Strafen kassierten, machten die Oberbayern kurzen Prozess und erzielten durch Mayrs Schuss von der blauen Linie den Ausgleich. In der Folge blieben die Einheimischen am Drücerk, zwangen Selb in die Defensive, wo mächtig viel zu tun war. Selbst konnten die Franken nur selten nach vorne stoßen, blieben im Abschluss zudem zu harmlos. So kam es wie es kommen musste. Der TEV stürmte in die Abwehrzone des VER und zog durch Oppenberger in Front. Für die Wölfe kam es noch schlimmer. Erneut ein Abspielfehler machte sich Veicht zu nutze und erhöhte auf 5:3. Der mögliche Genickbruch, dem Hart kurz vor Drittelende noch eins drauf setzte und das halbe Dutzend voll machte.

Jetzt konnte nur noch ein Wunder helfen. Selb mühte sich, noch einmal dagegen zu halten. Alles anrennen half nichts. Die Minuten schwanden, der Puck wollte aber gegen die nur noch defensiv und auf Konter lauernde Miesbacher Mannschaft nicht mehr ins Tor. Allmählich wurden jedem klar, da ist nichts mehr zu holen. Als in der 53. Minute Leitner das 7:3 erzielen konnte, war es schließlich gänzlich passé. Sei’s drum. Besonders viel Gefühl zeigten die Wölfe-Fans. Von wegen traurige Gesichter .Sie ließen ihr Team nicht hängen. Im Gegenteil. Ohne Ende feierten sie ihre Mannschaft für eine tolle, grandiose Saison. Während das heimische Publikum trotz des Titels vergleichsweise ruhig wirkte, so wurden die VER-Helden gewürdigt und mit viel Applaus in die Sommerpause verabschiedet. „Wir sind stolz auf unser Team“, hieß es in großen Lettern auf einen Spruchband.

„Das tut verdammt gut. Ganz ehrlich, das sind einfach die besten Fans, die man sich wünschen kann“, lobt Spielertrainer Cory Holden den Anhang, der das Team, das klar in der Kabine einige Tränen vergoss, so vorbildlich angefeuert und auch gefeiert hat. „Dafür gilt es ein großes Danke auszurichten.“ Letztendlich kein Titel, aber dennoch war es die erfolgreichste Saison in der Vereinsgeschichte. Mannschaft wie Verantwortliche und Fans sind stolz auf das Geleistete. Klar gibt es das auch noch zu feiern. Nach einer internen Feier will man sich natürlich auch noch einmal von den Fans würdevoll in die Sommerpause verabschieden.

Tore: 0:1 (5:00) Holden (5-4), 1:1 (6:30) Mayr (6-5), 2:1 (8:44) Detterer, 2:2 (14:14) Jeschke (Holden; 5-3), 2:3 (15:27) Jeschke (Sekera; 5-3), 3:3 (23:30) Mayr (Detterer; 5-3), 4:3 (31:39) Oppenberger (Martin; 4-4), 5:3 (35:36) Veicht (Kritzenberger, Müller), 6:3 (39:16) Hart (Oppenberger), 7:3 (52:50) Leitner (Mayr). Strafen: Miesbach 22, Selb 20 + 10 (Lamich). Zuschauer: 1643.


📺 Deinen Lieblingssport ohne Abo streamen 👍 Eishockey, Football, Handball, Volleyball und 70 weitere Sportarten auf Sportdeutschland.TV