Sechs Stiche beim Stierkampf

Sechs Stiche beim StierkampfSechs Stiche beim Stierkampf
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Enttäuschend deshalb, weil die ohne Marc Sill angetretenen Gäste in keiner Phase dagegenhalten konnten und der Spielfreude der Dogs nichts zu antworten hatten. Dabei konnten sie einen Einstand nach Maß verzeichnen: Nach 39 Sekunden war der erste Torschuss der Partie auch schon drin, von Newhook von halblinks versenkt. Die Schweinfurter zeigten sich davon wenig beeindruckt. Schon der Ausgleich bot eine Kombination aus allen ihren Tugenden, die die Partie heute entschieden: Einsatzfreude, Siegeswille und manchmal fast schon blindes Verständnis untereinander: Alex Funk spurtet wie ein Verrückter einem unmöglich zu erreichendem Puck in der gegnerischen Ecke hinterher, gibt zurück auf Nemo, der zu Filobok – Tor. Jetzt rollte die Offensive der Dogs, die sich die Scheiben bereits in der neutralen Zone eroberten und den Bulls nur noch spärliche Chancen aus Einzelaktionen gestatteten. Die Chancen gegen Zellhuber häuften sich, so war die Führung nur eine Frage der Zeit. Auch als der ERV später im Drittel etwas Tempo herausnahm, konnten Nemo & Co blitzschnell wieder anziehen und Funk trotz Deckung durch zwei Bulls einschießen lassen.

Dieses Powerplay bei 5 gegen 5 zogen die Dogs nicht mehr auf, aber das war auch gar nicht nötig. Nach der ersten Pause agierten sie eher abwartend, am Anfang sogar etwas unkonzentriert. Sonthofen schlug kein Kapital daraus, trotz des Rückstandes war erstaunlich wenig von den Bulls zu sehen, die kaum konstruktive Angriffe zustande brachten und sich nicht aus der Deckung hervorlocken ließen. Dennoch erspielten die clever handelnden Hausherren sich weitere gute Möglichkeiten; eine davon nutzte die wieder sehr starke dritte Reihe durch Stefan Schrimpf (Beppi Eckmair war für den gesperrten Mark Dunlop in die Verteidigung gerückt).

Gleich zu Beginn des letzten Durchgangs machten die Dogs klar, was überhaupt noch klarzumachen war. Martin Dürr kam von der Strafbank, schnappte sich den Puck, sprintete los und legte auf Teemu Koskinen zurück, der Zellhuber zum 5:1 überwand. Aber Sonthofen war vorher bereits geschlagen und hatte dies durch die Körpersprache deutlich angezeigt. Weil kein Mittel gegen die ERV-Abwehr zu finden war, hatten sich die Bulls längst auf Schadensbegrenzung eingestellt. Ihre individuellen Könner waren meist auf sich allein angewiesen; das zwischenzeitliche 5:2 durch Vaitl hatte keinerlei Bedeutung, obwohl Benjamin Dirksen gegen die nun mehr Raum verfügenden Gäste noch diverse Möglichkeiten vereitelte – auf der anderen Seite hatte auch „Zelle“ verschiedene Male zu tun, die Niederlage nicht ausarten zu lassen. Obwohl Spannung und Tempo inzwischen natürlich raus waren, hatten es die Zweikämpfe oft noch in sich und nahmen - da sich die Dogs meist als giftiger und einen Tick schneller erwiesen hatten - etwas an Härte zu. Auf den gut gefüllten Rängen feierte der Schweinfurter Anhang und nahm den sechsten Treffer durch einen abgefälschten Schuss im Powerplay noch als willkommene Dreingabe. Die rund 200 mitgereisten ERC-Fans hatten ihre üblichen Trotzgesänge angestimmt, fielen leider nach dem Ende durch das Zünden von Bengalos und Rauchbomben in der Halle aus dem Rahmen.

Tore: 0:1 (1.) Newhook (Vaitl, Grimm), 1:1 (6.) Filobok (Nemirovsky, Funk), 2:1 (13.) Juhasz (Koch), 3:1 (18.) Funk (Filobok, Nemirovsky), 4:1 (30.) Schrimpf (Schäfer, Dürr), 5:1 (42.) Koskinen (Dürr, Juhasz), 5:2 (54.) Vaitl (Witting, Newhook), 6:2 (59.) Koskinen (Juhasz/5-4). Strafen: Schweinfurt 12, Sonthofen 14. Zuschauer: 1861.