Schwerer Patzer in Schongau

EV Lindau bleibt in der LandesligaEV Lindau bleibt in der Landesliga
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Jetzt hat es auch den EV Lindau erwischt. Bei der EA Schongau verloren die Islanders erstmals in der Aufstiegsrunde zur Bayernliga deutlich mit 0:4 (0:2, 0:1, 0:1) und büßten damit ihre bislang weiße Weste ein.

„Wir haben das erste Drittel komplett verschlafen und lange nicht wie der EV Lindau gespielt“, sagte Vorsitzender Marc Hindelang. „Nach dem 1:0 ist Schongau übers Eis geflogen, wir sind dagegen immer mehr verkrampft.“ Dabei starteten die Islanders mit einer guten Chance im Powerplay durch Pavel Mojtek in das Spiel, aber schnell war zu sehen, dass sich Schongau viel vorgenommen hatte. Die Mammuts spielten taktisch diszipliniert, machten die Räume eng und stellten die Gäste mit ihren Kontern immer wieder vor Probleme. Waren sie in der 7. Minute noch bei einer drei gegen eins Situation an Waldemar Quapp gescheitert, so nutzten sie nur wenig später die Unordnung in der Lindauer Hintermannschaft zum 1:0. Friedrich Weinfurtner konnte dabei unbedrängt um das EVL-Tor herumfahren und einschießen. Ähnlich fiel das 2:0 in der 16. Minute. Tim Lippert bekam nur Geleitschutz vom EVL, als er über rechts ins Drittel eindrang und mit der Rückhand flach einschoss. Nach 20 Minuten war diese Führung mehr als verdient, da die Islanders jeglichen Zug zum Tor vermissen ließen, aus ungünstigen Situationen abzogen und lediglich bei einem Solo von Dominic Mahren torgefährlich waren.

An diesem Bild änderte sich im zweiten Durchgang kaum etwas. Zwar hatten David Volek (25.) und Pavel Mojtek (30.) gute Möglichkeiten zum Anschlusstreffer, aber speziell im Aufbau waren die Lindauer zu ungenau und hatten der Aggressivität der Gastgeber lange zu wenig entgegenzusetzen, so dass sie kaum Druck aufbauen konnten. Zudem schwächten sie sich durch Strafen. Eine drei gegen fünf Unterzahlsituation überstand der EVL zwar in der 32. Minute, mit vier Mann auf dem Eis kassierten sie aber den dritten Gegentreffer durch Johann Zerhochs Direktschuss. „Schongau hat den größeren Willen gezeigt und uns mit seinem schnörkellosem Spiel ausgehebelt“, sagte Trainer Willy Bauer, der aber ebenso wie die 60 im Fanbus angereisten Lindauer Schlachtenbummler ein Aufbäumen seiner Mannschaft sah. Die fand allerdings bei einer zweiminütigen doppelten Überzahl ihren Meister in Schongaus vorzüglichem Torhüter Max Bergmann, der die Lindauer ein ums andere Mal verzweifeln ließ. Ein Gästetreffer hätte das Spiel sicherlich verändert, aber so war es dann eines dieser Spiele, in denen der EVL noch ewig hätten spielen können ohne ein Tor zu erzielen. „Wobei wir es dem Gegner auch einfach gemacht und für zuwenig Verkehr vor dem Tor gesorgt haben“, sagte Bauer.

Die Islanders, die ohne die beruflich verhinderten Christof Hehle und Martin Krügers sowie den im ersten Drittel verletzten Tobias Fuchs auskommen mussten, gingen in den Schlussabschnitt mit dem Willen, die Partie noch einmal zu drehen. Bei allem Druck: Große Chancen sprangen kaum heraus, zusehends verzettelten sich die Lindauer in Einzelaktionen. Schongau blieb bei seiner Linie, agierte kompakt und nahm den Gästen die letzte Hoffnung acht Minuten vor Ende in Unterzahl, wobei auch der oft im Stich gelassene Torhüter Quapp bei Hechenrieders Treffer nicht gut aussah. Alle weitere Bemühen, der Gäste, wenigstens zum Ehrentreffer zu kommen, scheiterten. Zudem mussten sie noch den Verlust von Matthias Schwarzbart verkraften, der nach einer Rangelei eine Spieldauer- Disziplinarstrafe kassierte und damit für das Spiel in Burgkirchen gesperrt war. Ein Spiel auf dass sich der EVL sofort konzentrieren wollte, denn an der Ausgangsposition hat sich für die Lindauer nichts geändert: „Wir müssen das Spiel abhaken und das nächste mit mehr Entschlossenheit beginnen“, sagte Marc Hindelang. „Niemand schenkt uns was. Wir bekommen nur das, was wir uns selbst erarbeiten.“ Nächste Gelegenheit: Die schweren Auswärtsspiele in Burgkirchen und Pegnitz.