Rebels besiegen auch die WölfeStuttgart Rebels

Rebels besiegen auch die WölfeRebels besiegen auch die Wölfe
Lesedauer: ca. 3 Minuten

In einer Woche beginnt für die Rebellen dann der Ernst: Im Rahmen ihres Saisoneröffnungsfestes empfangen sie die Baden Rhinos aus Hügelsheim zum ersten Meisterschaftsspiel der Regionalliga Südwest.

Das Spiel wartete gleich mit einem Novum für Stuttgart auf: Es wurde im Vier-Mann-System geleitet. Ein Schiedsrichter, der seine Teilnahme eigentlich abgesagt hatte, erschien kurzfristig trotzdem zum Spiel, so dass inklusive seines Ersatzmanns plötzlich vier Unparteiische anwesend waren und daraus eine Tugend machten. Beide Mannschaften begannen die Partie hochkonzentriert und versuchten ihre taktischen Marschrouten durchzusetzen. Die Gäste beeindruckten zunächst mit gutem Kombinationsspiel, aber auch die Rebels zeigten sich mehrfach von ihrer Schokoladenseite und es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Die mit sieben Nachwuchsspielern angetretenen Gäste versuchten die Angriffe gleich im Keim zu ersticken und machten die Räume geschickt zu.

Die Rebellen kamen trotzdem mehrfach gefährlich vor das gegnerische Gehäuse, konnten aber den finalen Stoß nicht ansetzen. Erst in der 14. Minute setzte sich David Vetsch im Stile eines Stoßstürmers durch und erzielte in einer feinen Einzelleistung den Führungstreffer. Keine zwei Minuten später holten die Wölfe aber zum Gegenschlag aus und konnten den Ausgleich erzielen. Ein Stuttgarter Verteidiger behinderte aus Sicht der Schiedsrichter den auf das Tor zustürmenden Wörishofener Crack Germain unfair, der danach den fälligen Penalty sicher verwandelte. Auch wenn nicht alles gelang und die großen Momente gefehlt haben, so war die Partie schon bis dahin für ein Vorbereitungsspiel durchaus ansehnlich.

Im zweiten Drittel verschoben sich dann die Kräfteverhältnisse immer mehr zugunsten der Rebels, die plötzlich richtig gute Spielzüge zeigten und verdient das 2:1 setzen konnten. Miguel „Tille“ Tilgner, der erst vor kurzem zur Mannschaft gestoßen ist, genügten ein paar Quadratzentimeter zwischen Hüter und Gehäuse, um die schwarze Hartgummischeibe ins Tor zu schlenzen. Aber damit nicht genug. 3 Minuten später konnte er erneut die Scheibe am unsicher wirkenden Gästehüter vorbeischieben. 3:1 ! Aber das Scheibenschießen ging munter weiter. Daniel Halbychs verunglückter Schuß, 68 Sekunden später, wurde zum Schüsschen und fand zur Überraschung Aller irgendwie den Weg ins Netz. 4:1! Die Wörishofener waren nun aus dem Tritt. Der Hüter wurde gewechselt, und der etatmäßige Goalie ging zwischen die Pfosten. Die Rebellen hatten das Zepter übernommen und hätten die Führung sogar noch ausbauen können, als Tim Becker, der eine starke Partie ablieferte, von der linken Seite aus in Unterzahl einen Knaller an die Querlatte setzte.

Im letzten Drittel, als alle glaubten die Partie sei für die Stuttgarter unter Kontrolle, liefen die Gäste zur Hochform auf und begannen das Spiel zu drehen. Nach und nach schwanden langsam die Stuttgarter Kräfte. Der sympathische Gästetrainer Andreas Schweinberger hatte offenbar in der Pause die richtigen Worte gefunden und seine Schützlinge kamen anschließend mehrfach schnell ins Angriffsdrittel und setzten die Hausherren unter Druck. Das einzige Manko war die Wörishofener Chancenverwertung und das suboptimale Überzahlspiel. Doch nach 45 gespielten Minuten erzielten die Gäste in einem sehenswerten Angriff das 4:2 und standen kurz vor einem weiteren Tor. Das Spiel wogte nun hin und her. Wörishofen drängte unaufhörlich auf den Anschlußtreffer, der Ihnen der ihnen in der 60. Minute auch gelang. Die letzten 30 Sekunden wurden dann dramatisch. Die Gäste nahmen eine Auszeit und den Hüter vom Eis. Das Bully wurdevon ihnen gewonnen und ein Wörishofener Außenstürmer war schon schußbereit in Position gelaufen, als die Schiedsrichter einen Wechselfehler monierten und die taktische Variante ihr jähes Ende fand. Stuttgart schaukelte den Sieg über die Ziellinie.

„Wir haben heute ein Spiel gesehen, in dem beide Mannschaften Lust auf Eishockey hatten. Leider waren wir wieder nicht komplett, es fehlte quasi ein ganzer Block (Meindl, Witthöft, Eisele, Schmidt, Votler, Heimann). Dennoch bin ich nicht unzufrieden, insbesondere im 2. Drittel waren Fortschritte zu erkennen. Wie müssen weiter hart arbeiten. Wörishofen hat eine junge, starke Mannschaft, die sicherlich in der bayrischen Landesliga eine gute Rolle spielen wird“, faßte Rebels-Trainer Pavol Jancovic das Spiel zusammen. Und sein Wörishofener Kollege Andreas Schweinberger ergänzte: „Das erste Drittel war spielerisch ein sehr gutes. Beide Mannschaften zeigten für diese Phase der Vorbereitung bereits gute Ansätze. Im zweiten Drittel haben wir dem Gegner im Mittelabschnitt zuviel Raum gelassen, meiner Ansicht nach werden gerade in der neutralen Zone die Spiele gewonnen. Die Lücken haben die Rebels dann genutzt. Im letzten Drittel haben wir das wieder abgestellt, und haben den Gegner nochmal unter Druck setzen können.“