Piraten wieder auf KursESV Buchloe

Piraten wieder auf KursPiraten wieder auf Kurs
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Volle Punktzahl an einem Wochenende – das gelang bisher nur am ersten und zweiten Spieltag. Die Freude komplett machte am Sonntag die Niederlage des EV Lindau. Dadurch haben die Buchloer als Rangsiebter jetzt schon sieben Punkte Vorsprung auf die Nicht-Play-off-Plätze.

In der Buchloer Eishalle wurden die 320 Zuschauer aber arg auf die Geduldsprobe gestellt: Zwar bekamen sie schnelles, kampfbetontes Eishockey zu sehen, dafür mussten sie fast 42 Spielminuten warten, bis endlich Tore fielen. Oliver Braun und Patrick Weigant trafen dann für das Heimteam. Hinten hielt Stefan Horneber mit tollen Paraden den Sieg fest und krönte seine Leistung mit einem Shutout. Die Gäste haderten dagegen mit dem Schiedsrichter: „Wir durften hier nicht Eishockey spielen“, sagte Trainer John Samanski und sprach von einem „verpfiffenen Spiel“. Gegen eine überharte Strafe legten die Dorfener Protest ein: Zwar war Anfang des Schlussdrittels nichts Schlimmes passiert, doch ESC-Stürmer Michael Trox erhielt zwei plus zwei plus zehn Strafminuten für eine Aktion, die die Schiedsrichter als „versuchten Stockstich“ werteten.

Gravierender als die Schiedsrichterleistung wirkten sich für die Oberbayern jedoch die eigenen Unzulänglichkeiten aus. Zwar trugen sie beherzt ihre Angriffe vor, waren vor dem Gehäuse aber entweder mit ihrem Latein am Ende oder scheiterten an Horneber. Dazu paarten sich zwei Blackouts in der Abwehr, die dem Buchloer Sieg den Weg ebneten: Zwar spielten die Pirates nach Trox’ Hinausstellung in Überzahl. So ungestört, wie Verteidiger Braun dann jedoch über die Eisfläche lief, kann er das sonst nur in der Eisdisko. Der ESV-Routinier ließ sich nicht lange bitten und traf allein vor Keeper Andreas Tanzer zum 1:0 (42.). Neun Minuten später servierten die Dorfener den Puck für Weigant direkt vor Tanzer. Der Torjäger umkurvte erst schlitzohrig das Tor und vollendete dann in Bauerntrick-Manier.

ESV-Trainer Bohdan Kozacka freute sich nach der Partie über „die richtige Reaktion der Mannschaft“ nach der jüngsten Misere. Zur Runderneuerung der Piraten hatte eine Aussprache des Teams und eine Rochade der Sturmreihen beigetragen: Mathias Strodel wurde dabei für seine starken Leistungen belohnt und in die erste Sturmreihe befördert. Peter Westerkamp spielte Mittelstürmer im zweiten Block. In der ausgeglichenen Begegnung drängten die Gäste vor allem gegen Ende aller drei Spielabschnitte vehement auf Hornebers Gehäuse. Der Keeper brachte jedoch sein ganzes Können auf, um das Tor sauber zu halten. In der 18. Minute hatte er auch Glück, als der Puck von seinem Körper auf die Torlinie zu trudelte und von einem Verteidiger noch in letzter Sekunde gerettet werden konnte. Strodel (56.) und Tobias Kastenmeier (59.) versäumten es in der Schlussphase, vorzeitig den Sack zuzumachen.

Schon nach fünf Minuten beendet war die Partie dagegen für Buchloes David Strodel und Gästespieler Dominic Koß: Nach einem groben Check von hinten musste Strodel, der mit dem Kopf in die Bande geprallt war, mit Verdacht auf Jochbeinbruch und Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Koß erhielt eine Fünf-plus-Spieldauerstrafe. Die Piraten können nun am kommenden Freitag in Germering und dann gegen Königsbrunn ihren Play-off-Rang festigen.