Piraten im Hexenkessel

ESV Buchloe gibt erste Vertragsverlängerungen bekanntESV Buchloe gibt erste Vertragsverlängerungen bekannt
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Der ESV Buchloe geht in sein drittes Wochenende der neuen Zabel-Zeitrechnung: Am heutigen Freitag wartet eine hohe Auswärtshürde beim VER Selb auf die Piraten (Spielbeginn 20 Uhr). Dagegen stellt der ESC Dorfen am Sonntag eine leichter lösbare Hausaufgabe dar. Eröffnungsbully ist hier wie gewohnt um 17 Uhr.

Wohl in keinem anderen Stadion der Bayernliga hängen die Trauben so hoch wie in der Selber Hutschenreuther-Eissporthalle: Das nicht nur, weil sich das Team der Selber Wölfe zum zweitstärksten der Liga aufgeschwungen hat. In der Fichtelgebirgsstadt verwandeln im Schnitt 1400, zum Großteil sehr emotionalisierte Zuschauer die Halle regelmäßig in einen Hexenkessel. „In Selb zu bestehen, ist sehr schwer. Man spielt dort nicht nur gegen die Spieler auf dem Eis, sondern auch gegen die Macht der Zuschauer“, meint Pirates-Coach Norbert Zabel. Nicht selten lassen sich auch die Schiedsrichter von der hitzigen Atmosphäre beeindrucken. Die Rolle des Zuschauerkrösus mussten die Oberfranken aber mittlerweile an den Aufsteiger EV Regensburg abtreten, der durchschnittlich 1700 Zuschauer begrüßen kann.

Die Macht der Wölfe in ihrer eigenen Halle belegen die letzten sieben Heimspiele, die alle gewonnen wurden. Überhaupt läuft es in dieser Saison richtig rund für die Mannschaft von Spielertrainer Cory Holden: Der VER Selb stellt das mit 87 Treffern torhungrigste Team der Liga. Zuletzt gab es drei Siege in Folge, gegen den ECDC Memmingen gewannen die Oberfranken zweimal deutlich mit 5:1 und 4:1. Der Lauf der Wölfe ist jedoch kein Wunder, konnten sie sich doch zu Saisonbeginn vorzüglich verstärken: Martin Sekera, der vom Zweitligisten Bremerhaven geholte Deutsch-Tscheche, führt die interne Scorerliste an vor dem Kontingentspieler Martin Lamich (Tschechien).

Der Deutsch-Russe Sergej Waßmiller, zweiter neu verpflichteter Hochkaräter im Team, musste bislang oft verletzungsbedingt pausieren, wird heute Abend aber auflaufen. Dagegen ist der mit 27 Scorerpunkten erfolgreiche Peter Hendrikson nach einer Spieldauerstrafe gegen Memmingen gesperrt. Für die ebenfalls dreimal siegreichen Buchloer gibt es nach der 3:6-Saisonauftakt-Niederlage gegen die Selber noch etwas gutzumachen. Trotz der Blessuren, die einige Spieler gegen Waldkraiburg erlitten haben, muss Zabel nur auf den beruflich verhinderten Holger Völk verzichten. Nach der überzeugenden Leistung von Fritz Hessel hat der Trainer das Luxusproblem, welchen von zwei starken Keepern er zwischen die Pfosten beordern soll.

Am Sonntag kommt es dann zu einem Kampf unter Seeräubern, wenn die Pirates auf die Dorfener „Eispiraten“ treffen. Ein 4:3 Sieg nach Penaltyschießen und eine Niederlage mit dem gleichen Ergebnis gegen die Pfaffenhofener Ice Hogs standen beim ESC Dorfen letztes Wochenende zu Buche. Die Oberbayern hinken mit Rang 14 und 16 Punkten ihren Ansprüchen etwas hinterher. In der Vorsaison rollten sie noch als Überraschungsmannschaft fast das gesamte Feld auf und zogen als Fünfter in die Zwischenrunde ein – punktgleich mit den Buchloer Pirates, dem zweiten Überraschungsteam der Saison 2008/09. Die Dorfener ersetzten sechs abgewanderte Spieler durch acht hoffnungsvolle Zugänge, die aber den Erwartungen bisher nicht immer gerecht werden konnten. Auf ihre Personalsorgen reagierten die ESCler und reaktivierten mit Edi Seisenberger ein Dorfener Urgestein. Zudem konnten die Verteidiger-Brüder Peter und Martin Stoiber von den Erding Gladiators losgeeist werden.

Im Hinspiel zogen die Dorfener Eispiraten zwar ein schnelles Angriffsspiel auf, scheiterten aber immer wieder an dem an diesem Tag überragenden Florian Warkus im Buchloer Tor. Den Buchloern gelang so am zweiten Spieltag ein 3:0 Auswärtssieg, doch ein zu sicher wähnen scheint absolut nicht angebracht: In der Vorsaison nämlich blieben die Dorfener zweimal siegreich: An der Isen setzte es für die Pirates eine 1:3-Niederlage und auch in eigener Halle mussten die Buchloer mit 1:2 die Segel streichen.