Piraten gewinnen „Spiel der offenen Tore“ESV Buchloe

Piraten gewinnen „Spiel der offenen Tore“Piraten gewinnen „Spiel der offenen Tore“
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Dabei standen die Vorzeichen für einen Erfolg der Ostallgäuer vor der Partie eigentlich gar nicht so gut, da Piraten-Coach Bohdan Kozacka auf einige wichtige Akteure verzichten musste. So fehlten neben den Langzeitverletzten Fritz Hessel, Christian Wittmann und Sven Curmann auch Jungstürmer Tobias Streit (Gehirnerschütterung), Neuzugang Marc Streicher (Sperre), Oliver Braun (beruflich verhindert) und Top-Stürmer Daniel Huhn, der krankheitsbedingt passen musste. Immerhin kehrte Christopher Lerchner nach mehrwöchiger Verletzungspause wieder ins Team zurück, was aber nichts an der Tatsache änderte, dass die Gennachstädter mit nur 13 Feldspielern auflaufen konnten. Dennoch triumphierten die wacker kämpfenden Piraten am Ende verdientermaßen in einem Duell, das man getrost als „Schlagabtausch mit offenem Visier“ bezeichnen konnte, wobei beide Abwehrreihen immer wieder zum Teil eklatante Aussetzter zeigten.

Buchloe legte los wie die Feuerwehr und konnte bereits nach 32 Sekunden durch den an diesem Abend überragenden Patrick Weigant in Führung gehen. Und keine fünf Minuten später schraubten die Freibeuter durch einen Doppelschlag das Ergebnis schnell auf 3:0 in die Höhe. Zunächst traf der ebenfalls sehr auffällige Tobias Kastenmeier, der bei einem 2:1 Konter wunderschön von Peter Westerkamp bedient wurde (7.), ehe Marc Weigant den dritten Treffer des Abends folgen ließ (8.). Waldkraiburg nahm daraufhin seine Auszeit, was sich kurze Zeit später auszahlen sollte: Denn die Löwen kamen prompt zum Anschlusstreffer in Person von Mario Sorsak (13.) und verkürzten gleich danach noch einmal. Martin Führmann marschierte ungehindert durch die ESV-Defensive und netzte zum 2:3 ein (16.). Die Piraten zeigten sich aber wenig beeindruckt und konnten in der selben Spielminute durch Christian Warkus den Abstand wiederum erhöhen. Und mit dem direkt anschließenden Bully traf Patrick Weigant ganze sieben Sekunden nach dem 4:2 sogar zum fünften Mal für den ESV. Den Abschluss eines unglaublichen Startabschnitts setzte dann Tobias Kastenmeier, der für seine Farben den Puck sogar noch zum 6:2 vor der ersten Drittelsirene versenkte (18.).

Auch der zweite Durchgang sollte in ähnlichem Tempo weitergehen. Beide Abwehrreihen waren weiterhin in Weihnachtsstimmung und verteilten immer wieder kräftig Geschenke. Buchloe zeigte sich dabei aber zunächst gnädig und ließ zu Beginn leichtfertig einige Riesenchancen liegen. Marc Weigant (21.) und Peter Westerkamp (25.) vergaben dabei die größten Möglichkeiten für den ESV. Dies sollte sich bald rächen: Denn nach 26 Minuten verkürzte Sergej Piskunov etwas überraschend auf 3:6, was die Buchloer Angriffswelle erst einmal ins Stocken brachte. Die Hausherren waren nun deutlich besser in der Begegnung und zudem erneut erfolgreich: Erst durfte Mario Sorsak mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend jubeln (32.), ehe Jan Loboda mit einem Schlagschuss in doppelter Überzahl ESV-Torhüter Stefan Horneber keine Chance ließ (37.) und somit die Gastgeber wieder auf ein Tor heran brachte. Doch auch die Piraten konnten ihrerseits noch einmal vor der Pause zuschlagen: Nachdem die Löwen gerade wieder komplett waren, netzte Peter Westerkamp die Scheibe zum 5:7-Pausenstand ein (40.).

Wie schon zuvor sollten auch im letzten Drittel, sowohl die Abwehrschnitzer als auch das Toreschießen auf beiden Seiten munter weitergehen. Den Anfang machten dabei abermals die Gastgeber, die ausgerechnet in Unterzahl durch Martin Führmann trafen (45.). Langsam merkte man den ersatzgeschwächten Buchloern an, dass die Kräfte nachließen, sodass die Löwen sich allmählich ein leichtes Chancenplus erarbeiten konnten. In dieser Phase traf dann glücklicherweise Marc Weigant nach toller Einzelleistung für sein Team und stellte damit den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her. Aber auch das war noch lange nicht das Ende in dieser nervenaufreibenden Partie. Denn die Löwen verkürzten erneut durch Jan Loboda im Powerplay, was die Spannung nun auf den Siedepunkt brachte. Für die Erlösung der mitgereisten Piratenfans sorgte dann schließlich Patrick Weigant, der mit seinen Treffern drei und vier den Buchloer Sieg unter Dach und Fach brachte und sich selbst damit an die Spitze der Torjägerliste in der Bayernliga setzte.

Zwar dürfte den Fans diese außergewöhnliche Partie noch einige Zeit in Erinnerung bleiben, doch die beiden Trainer würden in Zukunft dann doch lieber auf solche Schnitzer in ihren Abwehrreihen verzichten. Bohdan Kozacka bezeichnete das Spiel anschließend als "Nervenkrieg auf beiden Seiten" bei dem er aber sehr gerne die 3 Punkte aus Waldkraiburg mitgenommen habe.

Mit diesem Erfolg festigen die Buchloer weiterhin ihren Platz unter den ersten zehn Mannschaften in der Bayernliga und warten nun gespannt auf den Konkurrenten aus Moosburg, der am Sonntag (17 Uhr) beim ESVB sein Gastspiel geben wird.