Piraten ganz obenESV Buchloe

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Damit grüßen die Piraten von der Gennach sensationell die gesamte Bayernliga-Konkurrenz von oben. „So macht Eishockey Spaß“. Diese Worte sagte aber erstaunlicherweise Markus Wieland nach dem Sonntagsspiel. Der Miesbacher Trainer freute sich über die Moral, mit der seine Cracks im Schlussdrittel noch einen Teilerfolg erzielten. Bis auf Tore der Heimmannschaft hatte dieser atemberaubende letzte Spielabschnitt alles zu bieten, was den Eishockeysport auszeichnet. Die Buchloer kostete die Miesbacher Schlussoffensive allerdings nicht nur die nach der 5:2 Führung schon sicher geglaubten drei Punkte, sondern auch Daniel Huhn und Peter Westerkamp durch Spieldauerstrafen. Beide sind nun im Heimspiel gegen Waldkraiburg am Freitag gesperrt.

Huhn hatte die Partie mit einem Paukenschlag eröffnet, als er beim allerersten Angriff nach 39 Sekunden zur 1:0 Führung traf. Es entwickelte sich ein Spiel auf Bayernliga-Topniveau mit Torchancen auf beiden Seiten. Während die Miesbacher aber nach einer schnellen Kombination anstatt dem leeren Tor nur den Pfosten trafen (12.), zielte Marc Weigant auf der Gegenseite ins Schwarze (13.). Wie schon beim 1:0 machte Torwart Anian Geratsdorfer dabei keine gute Figur. Mit zwei Mann Überzahl gelang Miesbachs Mario Jann der Anschluss (17.). Michael Strobel, der ein Geschoss von Ramon Waldmann unhaltbar abfälschte, erhöhte aber wieder auf 3:1 (19.).

Wieder waren die Buchloer im Mitteldrittel nur zu dritt, als es Miesbachs Verteidiger Markus Busch überraschenderweise alleine versuchte und auf 2:3 stellte (27.). Postwendend konterte der quirlige Marc Weigant mit dem vierten (28.) und später sein Bruder Patrick mit dem fünften Buchloer Treffer (35.) Beim 5:2 stand allerdings Torwart Florian Lachauer Pate, der den Puck an Weigants Bein schoss. Bei leer stehendem Kasten hatte der Bayernliga-Toptorjäger keine Mühe, das Geschenk zu verwerten. „Um ein Signal an die Mannschaft zu setzen“, wie Wieland später sagte, hatte er den Torwart zu Beginn des zweiten Drittels gewechselt – ein Manöver mit zweifelhaftem Erfolg!

Auf der Gegenseite patzte aber auch der ansonsten wieder glänzend haltende Fritz Hessel: Gut zwei Minuten waren im Schlussdrittel gespielt, als Sebastian Deml schlitzohrig durch Hessels Schoner zum 3:5 verkürzte. In der 52. Minute dann eine Schlüsselszene: Patrick Weigant wurde von Busch derart von hinten gecheckt, dass er Kopf voraus in die Bande stürzte. Unter den 406 Zuschauern herrschte blankes Entsetzen. Zum Glück trug Weigant außer einer Schramme am Kinn keine Blessuren davon. Seine Mitspieler gingen jedoch den Übeltäter an, der von dessen Kollegen Andreas Förg mit Fäusten verteidigt wurde. Der Boxkampf zwischen Förg und Huhn wurde von den Schiedsrichtern eine gefühlte Ewigkeit nicht unterbunden. Als Westerkamp eingreifen wollte, drängten ihn die „Zebras“ zurück und belegten ihn mit einer Spieldauerstrafe. Dieses Strafmaß verhängten sie auch an Förg und Huhn. Busch bekam zu Recht eine Matchstrafe.

Mit ihrer Erfahrung fehlten Westerkamp und Huhn den Buchloern in der turbulenten Schlussphase mit Mario Jann als Protagonisten. Exakt 164 Sekunden vor Schluss provozierte der Ex-Münchner und -Rosenheimer Profispieler eine Hinausstellung eines Buchloers. Die Überzahl nutzte er zum 4:5 (58.) und mit sechs gegen fünf Feldspieler traf er schließlich zum Ausgleich (59.) – beide Male schoss er platziert aus der Halbdistanz. Auch beim anschließenden Penaltyschießen war Jann erfolgreich. Während seine Kollegen jedoch scheiterten, stellten Marc Weigant und Mathias Strodel den Zusatzpunkt und damit die Tabellenführung für die Pirates sicher.