Piraten bleiben Tabellenführer

ESV Buchloe gibt erste Vertragsverlängerungen bekanntESV Buchloe gibt erste Vertragsverlängerungen bekannt
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Zwei Tage nach der Pleite von Haßfurt zeigten sich die Buchloer Pirates am Sonntag in Dingolfing schon wieder bestens erholt: Mit einer starken Torhüter- und Defensivleistung sicherten sie sich bei den Isar Rats des EV Dingolfing mit dem letztendlich gerechten Ergebnis von 2:2 (1:1, 0:1, 1:0) einen glücklichen, aber verdienten Auswärtspunkt. Durch die 1:4-Niederlage des EHC Bayreuth in Holzkirchen bleiben die Buchloer nach wie vor an der Tabellenspitze der Aufstiegsrunde zur Bayernliga.

Über 100 Fans des ESV Buchloe – zum Teil als Piraten kostümiert – trugen in der Dingolfinger Eishalle zu der großen Kulisse von rund 700 Zuschauern bei. Wegen des Faschings wurden die hohen Erwartungen des Heimvereins zwar nicht ganz erfüllt, dennoch sorgten die beiden stimmkräftigen Fanlager für eine prächtige Stimmung und das Publikum wurde von den Akteuren auf dem Eis nicht enttäuscht. Das Spitzenspiel der Landesliga-Aufstiegsrunde bot zwar wenig Tore, dafür hohes Tempo, schöne Spielzüge, Spannung bis zum Schluss und vor allem einige kuriose Szenen.

Pirates-Trainer Norbert Zabel hatte nach der herben Niederlage in Haßfurt und dem Ausfall der Verteidiger Florian Bernhart und Martin Bonenberger einige Umstellungen vorgenommen: Christian Warkus rückte in die Abwehr und erledigte seine neue Aufgabe bravourös. Matthias Hitzelberger spielte dafür mit Magnus Zimmermann und Rainer Zimmler im dritten Sturm. Den freigewordenen Platz im ersten Block nahm Oliver Glöckner ein und der Neuzugang rechtfertigte seine „Beförderung“ eindrucksvoll: Mit seiner Laufstärke und Einsatzfreude hatte sich Glöckner zusammen mit Pavel Mojtek und Bastian Simmler schon einige Möglichkeiten erspielt, bevor er in der 16. Minute einen sehenswerten Angriff zum 1:1 und damit seinem ersten Tor im Pirates-Trikot abschloss. Der erneut sehr mannschaftsdienliche Mojtek lieferte dem Ex-Bad-Wörishofer dabei eine blitzgescheite Quervorlage.

Auch beim zweiten Buchloer Treffer durfte sich Glöckner als Torschütze feiern lassen, obgleich seine Mitwirkung beim 2:1 (32.) eher von untergeordneter Bedeutung war: In Unterzahl schlug der Neu-Pirat die Scheibe aus dem eigenen Drittel hinter das Tor der Gastgeber und den Rest besorgten die Dingolfinger selbst: Der missglückte Pass eines völlig unbedrängten Verteidigers prallte dem Torwart Michael Kollmeder von hinten an den Schlittschuh und von dort ins Tor. Da es im Eishockey keine Eigentore gibt, wurde Glöckner das Tor gutgeschrieben.

Mit acht Strafminuten für die Pirates und nur deren vier für die Dingolfinger Isar Rats blieb das Topspiel sehr fair. Bereits die erste Hinausstellung der Begegnung bestrafte der Dingolfinger Paradeblock mit dem 1:0 (11.): Nach einem strammen Schuss von Markus Simbeck lag die Scheibe frei und Markus Weinzierl konnte ungehindert abstauben. Beim EV Dingolfing sorgten die erst im Dezember verpflichteten Oberligaspieler Markus Simbeck und Jaroslav Majer ständig für Unruhe. Den „Pirates“ gelang es aber vor allem bei voller Spielstärke, die Kreise der zwei Topstars entscheidend einzuschränken. Gefahr drohte den Buchloern in den ersten zwei Abschnitten hauptsächlich bei Strafzeiten.

Im Schlussabschnitt operierte Dingolfings Trainer Michael Eibl nur noch mit zwei Formationen und erhöhte dadurch den Druck auf das Buchloer Tor. Das Abwehrbollwerk der „Pirates“ hielt aber erfolgreich dagegen, wobei der überragende Torwart Florian Warkus seinen Vorderleuten einen sicheren Rückhalt bot. Bei einigen Kontervorstößen hätten die Gäste eine Vorentscheidung herbeiführen können, doch mit dem knappen Spielstand von 1:2 spitzte sich die Partie in der Schlussphase dramatisch zu: Der Slowake Majer versuchte mit einem Schuss von der Torlinie aus, Warkus zu überlisten (56.). Der Buchloer Keeper konnte den Puck gerade noch mit der Schulter abwehren. Direkt vor dem Tor lauerte schon der einschussbereite Simbeck und bei dessen Nachschuss rettete Warkus mit einem Sprung in die Torecke. Kurz darauf parierte der Schlussmann mit der Fanghand (58.).

Gerade als sich Warkus zum unüberwindbaren Tausendsassa aufzuschwingen schien, schlug es in der vorletzten Spielminute doch noch hinter ihm ein: Gegen einen platzierten, knallharten Schlagschuss von Helmut Kößl hatte er keine Chance. Trotz des späten Gegentreffers erklärte sich Trainer Zabel mit dem einen Punkt zufrieden und hatte noch ein ungewöhnliches Lob parat: „Ich bin echt begeistert, dass an einem Faschingssonntag über 100 Leute aus Buchloe hier her kommen“, bedankte sich Zabel für die tolle Unterstützung der Fans.