Pinguinen droht der Abstieg

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Mit dem Rücken zur Wand steht der ESV Pinguine Königsbrunn nach einer an Spannung, Dramatik und Erschütterung nicht zu überbietenden Auftaktpartie der Play-down-Serie gegen den ERC Sonthofen. Um 22.49 Uhr leuchtete auf der Anzeigetafel der Hydro-Tech-Eisarena das Endergebnis von 6:7 (1:2, 1:2, 4:2, 0:1) nach Penaltyschießen auf. Dem ESV droht nun ganz akut der Abstieg aus der Bayernliga.

„Respekt an meine Mannschaft, wie sie gekämpft hat und zurück in das Spiel gefunden hat“, waren die ersten Worte von Trainer Georg Holzmann. „Wir werden den Kopf aufrichten und in Sonthofen versuchen, Revanche zu nehmen, um das dritte Spiel nach Königsbrunn zu holen“. Was sich zuvor in den 60 Minuten auf dem Eis der Hydro-Tech-Eisarena abgespielt hatte, dürfte selbst einem Hollywoodregisseur nicht einfallen. Die Pinguine starteten verhalten gegen einen dezimierten Gegner. Aber wie so oft im Sport raufte sich das gehandicapte Team zusammen und zeigte das in den berühmten Worten „ein angeschlagener Boxer ist der Gefährlichste“ viel Wahrheit steckt. Der ESV fand kein Mittel gegen aggressiv agierende Bulls und geriet nach langer Zeit des Verteidigens in der 17. Minute in Rückstand. Zur Überraschung hatten die Pinguine nur 61 Sekunden später die passende Antwort durch Patrick Weigant zur Hand. Dem ERC gelang es aber noch vor der Pause, die Führung wiederherzustellen.

Zu Beginn des zweiten Drittels konnten die Gäste schnell auf 1:3 erhöhen, doch insgesamt fanden die Königsbrunner wesentlich besser in die Partie und es entwickelte sich ein Spiel, daß bei der Brisanz der Situation wohl kaum erwartet wurde. Chancen auf beiden Seiten und viel Tempo begeisterten die Zuschauer, Tore fielen jedoch erst wieder kurz vor der Sirene. Patrick Ullmann konnte sehenswert verkürzen, doch kurz darauf vergaßen die Pinguine den Sonthofner Blaha, der von der Strafbank kommend alleine die Scheibe im Tor von Pospisil versenkte.

Wer gedacht hatte, dies sei nicht zu steigern, wurde im letzten Abschnitt eines Besseren belehrt. Die Pinguine kämpften verbissen und kamen durch die Weigant-Brüder zum 4:4. Erneut konterte der ERC die mit der Führung, doch Ullmann glich erneut aus. Drei Minuten vor Ende gerieten die Pinguine in Unterzahl, aber Vladislav Gossmann brachte bei Spielzeit 58:03 die Halle zum Beben, als er die erste Führung markieren konnte. Sonthofen reagierte, nahm den Torwart vom Eis und kam 50 Sekunden später zum 6:6. Somit musste das Penaltyschießen entscheiden. Während bei den Gästen Pavel Vit traf, scheiterten alle drei Schützen des ESV. Damit müssen die Pinguine am Sonntag in Sonthofen gewinnen, um den Abstieg noch vermeiden zu können.

Tore: 0:1 (17.) Endras, 1:1 (18.) Weigant, P. (Weigant, M.), 1:2 (19.) Endras, 1:3 (22.) Stöhr, 2:3 (39.) Ullmann (Gossmann, Holzmann), 2:4 (40.) Blaha, 3:4 (41.) Weigant, P. (Kerber, Weigant, M.), 4:4 (46.) Weigant, M. (Weigant, P., Härtl), 4:5 (47.) Tarrach, 5:5 (51.) Ullmann (Holzmann), 6:5 (59.) Gossmann, 6:6 (59.) Merath, 6:7 (60.) Vit (entscheidender Penalty). Strafen: Königsbrunn 14, Sonthofen 10.