Pinguine gehen am Bodensee baden

EV Lindau bleibt in der LandesligaEV Lindau bleibt in der Landesliga
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Mit einer starken Leistung und einem Sieg gegen West-Meister ESV Königsbrunn beendete der EV Lindau die Landesliga-Vorrunde. In einem hochklassigen Spiel gaben die Islanders den Pinguinen mit 7:3 (2:0, 4:2, 1:1) auf den Frack und fügten dem ESV die einzige Vorrunden- Niederlage bei.

Gleichzeitig nahmen die Islanders Revanche für die 0:4 Hinspiel- Niederlage. Die Lindauer gingen vor der stimmungsvollen Kulisse von 600 Zuschauern hoch motiviert zuwerke und dominierten in der Anfangsphase. Königsbrunn, dass die Liga bisher dominierte und von der Spitze nicht mehr zu verdrängen war, war auf soviel Gegenwehr offenbar zunächst nicht eingestellt. Zwar fehlten beim ESV mit Abwehrroutinier Wedl und Kontingentspieler Cmund wichtige Spieler und gaben einigen ihrer Bundesliga-Junioren Eiszeit, aber auch die Islanders mussten mit Jiri Kunce und Sascha Paul Leistungsträger ersetzen.

Schon nach zwei Minuten tauchte Christof Hehle frei vor ESV- Keeper Markus Buser auf und scheiterte nur knapp. Im Gegenzug schalteten die Gäste schnell um. Hans-Jörg Traxinger stand ebenfalls frei vor Waldemar Quapp, aber der starke Lindauer Torhüter klärte. Die dritte große Chance des Spiels brachte in der vierten Minute das Lindauer 1:0, als nach einem Missverständnis zwischen Torhüter Buser und seinen Vorderleuten David Volek einschoss. Danach mussten die Lindauer sich mit drei gegen vier in Unterzahl zur Wehr setzen. Königsbrunn kam nur zu einer Chance, die Quapp erneut vereitelte. Kaum waren die Lindauer wieder komplett, bekamen sie ein Powerplay zugesprochen. Timo Krohnfoth besorgte nach toller Kombination über Pavel Mojtek und Sebastian Szeja aus spitzem Winkel das 2:0. Die Lindauer dominierten in dieser Phase. Nach diesem Rückstand sah sich der Bayernliga-Absteiger herausgefordert und wehrte sich entsprechend. So kam ein offener Schlagabtausch zustande, bei dem die Islanders weiter besser aussahen. Schon drei Minuten nach der Pause hatte Volek das dritte Tor auf dem Schläger, konnte aber Buser nach einer Täuschung nicht überwinden. Nur wenig später bewies Pavel Mojtek Nehmerqualitäten. Tief im gegnerischen Drittel nahm er einen harten gegnerischen Check, passte dabei aber die Scheibe vor das Tor, wo Christof Hehle hoch zum 3:0 einschoss. Eine halbe Minute später war es Peter Kraus, der einen Szeja Schuss von der blauen Linie mit dem Rücken zum Tor stehend zum 4:0 abfälschte. Den begeisterten Fans wollten die Islanders dann noch mehr Spektakel bieten. Der Schuss ging dann aber nach hinten los. „Nach dem 4:0 haben wir zehn Minuten lang viel zu offensiv gespielt und Königsbrunn zu viel Raum gegeben. Scheiterte Marc Weigant in der 27. Minute noch mit einem Solo, so kam Benjamin Arnold zwei Minuten später in Überzahl zum ersten Gästetor. Zwei großen Chancen durch Schwarzbart und Volek (Pfosten), folgte dann das zweite Gästetor durch Marc Weigant (36.). Die Lindauer wackelten aber nur kurz, dann kam David Voleks Auftritt, Über links drang er ins Gästedrittel ein und setzte einen hammerharten Schlagschuss neben den Pfosten. Der inzwischen eingewechselte ESV-Torhüter Eugen Schaf hatte gegen dieses Geschoss trotz freier Sicht keine Chance. War dies schon sehenswert, so bekamen 36 Sekunden später die Lindauer Fans eine Traumkombination serviert. Wie am Schnürchen lief die Scheibe direkt von Dominic Mahren über Peter Kraus zu Christof Hehle, der zum 6:2 vollendete. „Tolle Tore, ein temporeiches Spiel. Diese beiden Mannschaften stehen zu Recht im Westen ganz oben und werden auch in der Aufstiegrunde eine Rolle spielen“, lobte EVL- Vorsitzender Marc Hindelang beide Teams.

Die Pinguine waren keineswegs Willens, sich vom EVL abschießen zu lassen und baden zu gehen. Sie hielten weiter dagegen. Auch nach dem 7:2, das David Volek nach einem Konter mannschaftsdienlich von Pavel Mojtek aufgelegt bekam (52.). Mit dem 7:3 sorgte ESV Kapitän Michael Polaczek fünf Minuten vor dem Ende nicht nur für Ergebniskosmetik, sondern auch dafür, dass der direkte Vergleich beider Teams Unentschieden endete. Für die Aufstiegsrunde sammelte allerdings der EVL mit dem achten Sieg im achten Heimspiel Selbstvertrauen. Am Mittwoch findet die Termintagung statt. Ab 8. Januar geht es für die Islanders dann gegen Weiden, Pegnitz, Burgkirchen, Freising, Holzkirchen, Geretsried und Schongau. Der Gruppensieger steigt direkt in die Bayernliga auf.