Ohne Fortune und Durchschlagskraft

Trainer-Duo macht weiterTrainer-Duo macht weiter
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Die Memminger Indians sind denkbar schlecht ins neue Jahr gestartet. Gegen den TSV Peißenberg handelte sich der ECDC Memmingen eine unnötige, aber verdiente 2:5 (1:1, 1:1, 0:3)-Heimniederlage ein und hat somit den achten Platz wohl endgültig aus den Augen verloren.

Vor knapp 900 Zuschauern wollten die Indians mit dem neuen Jahr auch die Erfolglosigkeit hinter sich lassen. Mit Neuzugang Dale Crombeen und Sebastian Weixler, der sein Heimdebüt gab, war zunächst eine gewisse Euphorie zu verspüren. Doch die Gäste aus Peißenberg nahmen von Beginn an das Heft in die Hand und ließen die Einheimischen erst gar nicht ins Spiel kommen. Auch nicht, als Löhle und Co. mit zwei Feldspielern mehr auf dem Eis standen. Mehr als eine Möglichkeit durch Bryan Phillips war nicht drin. Wie’s besser und vor allem erfolgreicher geht, zeigten die Gäste. Daniel Lenz schloss bei einer angezeigten Strafe gegen die Memminger ab (11.) und schon lagen die Nerven wieder blank. Bis kurz vor Ende des ersten Durchgangs war von der ECDC-Offensive nicht viel zu sehen, ehe Markus Keintzel – im Überzahlspiel – zum 1:1 traf (20.).

Ein ähnliches Bild zeigte sich den Fans zu Beginn des Mitteldrittels. Wiederum gingen die Oberbayern in Führung, Holger Lieb traf mit einem – nicht unhaltbar scheinenden – Flachschuss. Memmingen bemühte sich und kam wieder ins Spiel Dale Crombeen, der ansonsten nicht großartig auffiel, war zumindest mit einem Assist beim Ausgleich durch Andi Becherer nach 35 Minuten beteiligt. Und wer weiß, wie das Spiel verlaufen wäre, hätte Markus Haschkas nur Sekunden später ins Tor und nicht den Pfosten getroffen. Und hätte sich Armin Ullmann sein überflüssiges Foul an der Mittellinie erspart, das ihm eine – allerdings auch überzogene – Matchstrafe einbrachte.

Die Memminger kämpften, hielten das 2:2 sogar bei drei gegen fünf und schienen der Partie eine Wende geben zu können. Aber wieder einmal waren es individuelle Fehler, die den ECDC auf die Verliererstraße brachte. Zuerst vertändelte Markus Keintzel die Scheibe gegen Eichberger, der kurzentschlossen zum 2:3 (42.) abschließen konnte und nur fünf Minuten später nutzte Hallmann einen Fauxpas von Patrick Meissner zum 2:4. Torhüter Bertet war beide Male sicherlich schuldlos, doch „ein Torhüter muss auch mal einen Unhaltbaren halten“, so die Meinung auf den Rängen. Wie auch in der anschließenden Pressekonferenz, in der bekannt wurde, dass sich Rainer Vorderbrüggen wieder zur Verfügung stellt und der löchrigen Abwehr wieder mehr Sicherheit vermitteln soll.

Den Schlusspunkt der Partie setzten dann wiederum die Gäste, zu allem Überfluss gar mit einem Mann weniger auf dem Eis. Pospisil’s Schrägschuss nach einem schnellen Konter fand den Weg ins lange Toreck zum 2:5-Endstand.

„Spätestens jetzt sind alle Chancen auf den achten Platz dahin“, resümierte Vorstand Helge Pramschüfer, „vielleicht ist der Druck jetzt weg und die Mannschaft zeigt endlich, was in ihr steckt.“. Neun Partien hat das Team noch Zeit, sich auf die harten Play-Downs einzustellen, um den „Supergau“, wie Pramschüfer den Abstieg bezeichnet, zu vermeiden.

Tore: 0:1 (11.) Lenz (6-5), 1:1 (20.) Keintzel (Löhle, Jainz/5-4), 1:2 (23.) Lieb (Müller, Eichberger/5-4), 2:2 (35.) Becherer (Börner, Crombeen), 2:3 (42.) Eichberger (4-4), 2:4 (47.) Hallmann (Eichberger), 2.5 (57.) Pospisil (Eichberger/4-5). Strafen: Memmingen 15 + Matchstrafe (Ullmann), Peißenberg 12. Zuschauer: 889. (rad)