Nervenaufreibender 6:3-Erfolg über Peißenberg

Sekera beim Auftakt gesperrtSekera beim Auftakt gesperrt
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In einem aufregenden Spiel siegten die Selber Wölfe verdient mit 6:3 (1:1, 0:1, 5:1) gegen den TSV Peißenberg. Der Erfolg wurde teuer erkauft: Torhüter Kümpel und Angreifer Thielsch erhielten beide Matchstrafen und werden in den nächsten Spielen fehlen. Die VER-Cracks festigten mit dem neuerlichen Erfolg den zweiten Tabellenplatz in der Bayernliga.

Ein relativ ruhiges erstes Spieldrittel erlebten die Zuschauer zwischen dem VER Selb und dem TSV Peißenberg. Die Wölfe tasteten sich gegen den Gegner zunächst vorsichtig vor. Nachdem aber auch die Eishackler harmlos blieben, erspielten sich die Hausherren ein optisches Übergewicht. In Überzahl hätte es in der sechsten Minute bereits zum Führungstreffer kommen müssen. Thielsch konnte Waßmillers Zuspiel jedoch nicht nutzen, schob die Scheibe am freien Tor vorbei. Die Gäste konterten einzig durch Pospisil etwas gefährlicher. Der Stürmer wirkte im Abschluss aber nicht zielgenau. Ebenso scheiterten die Wölfe mehrmals im nächsten Powerplay. Torhüter Barth konnte hier noch klären. Erst als Selb zum dritten Mal in zahlenmäßiger Überlegenheit waren, schepperte es im Gehäuse der Oberbayern. Jeschke bediente Hendrikson, der den Puck mit Gefühl zur Führung in die Maschen setzte. Die Partie wirkte trotz des 1:0 mit der Zeit unruhiger. So erst Recht, als Holden in der Kühlbox saß, Selb im Abwehrverhalten zu flattrig wirkte und schließlich durch Kastner den Ausgleich hinnehmen musste.

Mit deutlich mehr Schwung stiegen die Wölfe in den zweiten Abschnitt. Zwar musste man bald in Unterzahl agieren. Die Gefahr konnte zum einen Keeper Kümpel gegen Becherer abwenden. Zum anderen konnte Thielsch einen Konter fahren. Hier in letzter Not gefoult, konnte er den fälligen Penalty aber nicht verwandeln. Selb machte weiter Tempo, hatte das Pech, als Lamich nur den Pfosten traf. Dann wurde allerdings die Notbremse eingelegt. Zwei bemängelte Banden mussten repariert werden. Mannschaften und Zuschauer waren zu einer längeren Pause gezwungen. Diese tat dem Spiel der Hausherren allerdings keinen Abbruch. Energisch drängte man auf die erneute Führung. Gute Kombinationen brachten indes nicht den gewünschten Erfolg, zudem erneut Lamich die Scheibe an das Torgestänge setzte. Vier Minuten vor Drittelende wurde es turbulent. Kümpel wurde von seinem Gegenspieler attackiert, worauf sich der Keeper kurz mit einem Faustschlag wehrte. Das sah das Schiedsrichtergespann allerdings anders: „Schlag mit dem Schläger“ – worauf es den Regeln zufolge eine Matchstrafe für Kümpel gab. Selb nun - zusätzlich bekam Porzig zwei Minuten aufgebrummt - 3 gegen 5 in Unterzahl, was Peißenberg umgehend zur Führung auszunutzen wusste. Der Ärger nahm in der Folge kein Ende. Die Wölfe drängten auf den Ausgleich. Waßmillers Treffer wurde aber aberkannt, da vorher abgepfiffen wurde. Und nur Sekunden später startete Waßmiller erneut durch, wurde aber am Torschuss durch Foul gehindert.

Mit großer Wut im Bauch gingen die VER-Cracks ins letzte Drittel. Und das sollte sich auszahlen. Lamich setzte sich perfekt in Szene und traf nach 50 Sekunden zum Ausgleich. Nach einer ausgelassen Möglichkeit durch Florian Barth auf Seiten der Gäste dominierte weiter Selb das Geschehen auf dem Eis. Sekera spielte auf Siegeris, der eiskalt zum 3:2 verwandelte. Drei Minuten später glich das Stadion erst recht einem Tollhaus. Souverän in die Mitte gespielt, nutzte Lamich Waßmillers Pass zum 4:2. Das Spiel der Wölfe allererste Sahne. Doch dann wieder große Aufregung im weiten Rund. Thielsch checkte einen Peißenberger, der sich beim Aufprall auf dem Eis am Kopf verletzte. Wegen der Verletzungsfolge wurde der Selber ebenso hart bestraft: Matchstrafe – somit wird Thielsch für mindestens drei Spiele gesperrt sein. Klar nutzten die Oberbayern das folgende Powerplay zum Anschluss aus. Doch die Wölfe ließen sich in diesem Match nicht unterkriegen und boten weitere Kombinationen. Eine davon vollendete Sekera zum 5:3. Selbiger Torschütze auch beim 6:3 in der Schlussminute. Ein nervenaufreibender Abend endete nach drei Stunden, bei dem der VER aufgrund der guten Einstellung als verdienter Sieger vom Eis ging.

Tore: 1:0 (11:40) Hendrikson (Jeschke, Sekera; 5-4), 1:1 (17:56) Kastner (Hölzl, Pospisil; 5-4), 1:2 (37:52) Becherer (5-3), 2:2 (40:50) Lamich (Jeschke, 4-4), 3:2 (43:41) Siegeris (Sekera, Lamich), 4:2 (46:50) Lamich (Waßmiller), 4:3 (49:50) Becherer (Weckerler; 5-4), 5:3 (53:44) Sekera (Lamich, Hendrikson), 6:3 (59:36) Sekera (Hermle, Waßmiller; 5-3). Strafen: Selb 12 + Matchstrafe (Kümpel) + Matchstrafe (Thielsch), Peißenberg 24. Zuschauer: 1260.