Nach der Saison ist vor der Saison

EVR zieht nach Zitterpartie ins Bayernkrug-Finale einEVR zieht nach Zitterpartie ins Bayernkrug-Finale ein
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Kaum ist der Jubel über den Aufstieg in die Bayernliga verklungen, da steht für den EV Regensburg auch schon die neue Saison in den Startlöchern. In gut fünf Wochen steigt in der Deggendorfer Eissporthalle das erste Vorbereitungsspiel für die Oberpfälzer.

Man startet dann nicht nur in die erste Bayernligasaison, sondern auch in die zweite Spielzeit nach der Insolvenz der Eisbären Betriebs GmbH. Der Verein hat den damit verbundenen Zwangsabstieg von der 2. Bundesliga in die unteren Regionen des deutschen Eishockeys nahezu schadlos überstanden. Alle Optimisten fühlten sich plötzlich bestätigt, alle Pessimisten wurden eines besseren belehrt.

Bei allen Problemen im ESBG-Bereich darf der Neustart des EV Regensburg in der Landesliga wahrlich nicht als klassischer Rückschritt bezeichnet werden, denn der Fanslogan „Du bist für immer und für ewig mein Verein“ wurde in der vergangenen Landesligaspielzeit geradezu mustergültig repräsentiert. Zwar gab es auch zahlreiche eintönige Spiele zu sehen, doch die Anzahl der packenden Matches stand dabei in nichts nach. Der Zuschauerzuspruch erinnerte eher an beste Zweitligazeiten denn an Krisenstimmung.

Auch in der kommenden Saison scheint die Vorfreude keine Ligenzugehörigkeit zu kennen. Trotz des frühen Zeitpunktes sind bereits 691 Dauerkarten verkauft worden. Der Startschuss für die neue Spielzeit rückt unaufhörlich näher. Die Inlinehockeyteams drehen in der nächsten Woche letztmals ihre Kreise in der Donau Arena und die Eismaschinen sind für ihren Einsatz gerüstet.

Vor dem Stadion kann man bereits die neu formierte Truppe von Spielertrainer Sven Gerike bei ihren Trockenübungen beobachten. Der Kader ist zwar noch nicht komplett, doch ein Großteil der Mannschaft steht bereits fest. Im Gegensatz zur Vorsaison dürfen sich die Zuschauer heuer auch auf einen Kontingentspieler freuen. Mit Kristoffer Bäckström wechselt kein Unbekannter in die Domstadt, konnte man den Schweden doch bereits im Kader des EV Lindau bewundern. Der Bruder von NHL-Superstar Nicklas Bäckström gehörte beim Traditionsclub vom Bodensee zu den wichtigsten Stützen.

Mit Sven Gerike und Thomas Daffner blieben auch die beiden neuen Zugpferde des Regensburger Eishockeys an Bord. Die Rückkehr der beliebten Brüder Daniel und Stefan Huber soll mehr Tiefe in den Kader bringen, auch wenn in der Bayernliga eine andere Verantwortung auf ihren Schultern lasten wird. Mit Patrick Landstorfer, Thomas Sülzner und Roman Schreyer überredete man gestandene Verteidiger mit höherklassiger Erfahrung zu einem weiteren Engagement in Regensburg. Neuzugang Benjamin Frank aus Weiden sollte der Defensive zusätzliche Stabilität verleihen können. Dazu gesellen sich mit Thomas Bauer, Jan Helmrath und Michael Hofmeister bis zum jetzigen Zeitpunkt drei Junioren, die das Tempo der Landesliga problemlos mitgegangen sind und sich nun bewähren müssen. Keine Veränderungen gab es dagegen auf den Torhüterpositionen. Hier werden weiterhin Bastian Niedermeier und Jonas Leserer den Regensburger Kasten hüten.

Entspannte Abende dürfte es für das Duo im kommenden Jahr dagegen eher selten geben, denn beim Blick auf die Kaderlisten der Mitstreiter fallen einem durchwegs prominente Namen auf. Spieler, die im ESBG-Bereich zu den Größen des deutschen Eishockeys gehörten und sich oftmals immer noch im besten Alter befinden, werden in der Saison 2009/2010 in der Bayernliga zugegen sein. Einer wie der 32-jährige Ex-Regensburger Eric Dylla zum Beispiel, der nach einigen DEL-Abstechern inzwischen seine Schlittschuhe für den EHC Waldkraiburg schnürt. Es gibt ein Wiedersehen mit Martin Sekera, der jahrelang weit oben in den Scorerlisten der zweiten Bundesliga zu finden war und nun bei den Selber Wölfen anheuert. Die konnten mit Sergej Waßmiller sogar noch einen zweiten prominenten Akteur ins Boot holen. Torhüterikone Reiner Vorderbrüggen will es beim EV Pfronten noch einmal wissen und der frühere EVR-Stürmer Sebastian Buchwieser wird mit dem Höchstädter EC in der Donau Arena zu Gast sein. Mit Ales Jirik agiert sogar ein ehemaliger Akteur der tschechischen Extraliga bei den Erding Gladiators.

Dies sind nur einige Namen, die große Vorfreude auf die kommende Spielzeit wecken. Die Liste der prominenten Spieler ist aber noch sehr viel länger. Eine Prognose über die Chancen des EV Regensburg ist daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu treffen. (Michael Pohl)


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