Nach dem Aufstieg auch der Meistertitel für die Black Hawks?Black Hawks Passau

Nach dem Aufstieg auch der Meistertitel für die Black Hawks?Nach dem Aufstieg auch der Meistertitel für die Black Hawks?
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Gegen den Süd-Meister aus Schongau ließen die Dreiflüssestädter in beiden Partien rein gar nichts anbrennen, und so verließ man das Eis sowohl im Hin- als auch im Rückspiel als Sieger. Die Freude war groß, das Finale ist erreicht.

In diesem geht es am Wochenende gegen die SG Maustadt/Memmingen, die im zweiten Halbfinale dank des 10:2-Heimerfolgs über den ERC Ingolstadt 1b am Freitagabend auch eine 1:4-Niederlage im Rückspiel verschmerzen konnten.

Aufgrund der besseren Tordifferenz aus den Halbfinalspielen haben die Black Hawks das Recht erworben, das Final-Rückspiel in der heimischen Eis-Arena austragen zu können. Spielbeginn in Passau ist am Sonntag, 10. März, um 18.30 Uhr. Auch der Termin des Hinspiels in Memmingen ist inzwischen bestätigt: Am Samstag, 9. März, reisen die Black Hawks nach Schwaben. Eröffnungsbully in der Eissporthalle am Hühnerberg ist bereits um 14 Uhr.

Eins kann man aber schon jetzt versprechen: Die Spiele gegen Maustadt/Memmingen werden zwei echte Schmankerl zum Abschluss dieser Saison. Ohne zu übertreiben, kann man behaupten, dass der Verein, der zur Saison 2011/12 überhaupt erst gegründet wurde, als kleines All-Star-Team bezeichnet werden kann, das sich aus Spielern aus dem Allgäu, speziell Memmingen, Kaufbeuren und Umgebung zusammensetzt. Bereits in der letzten Spielzeit wurden sie durch einen Finalsieg gegen die Münchener Luchse Bayerischer Bezirksligameister – verzichteten letztendlich aber auf den Aufstieg in die Landesliga. Auch in dieser Saison dominierten sie ihre Gegner nach Belieben, nicht umsonst holten sie den Meistertitel der West-Gruppe mit 14 Siegen, einem Remis und einer Niederlage bei einem beeindruckenden Torverhältnis von 187:45. Kein Wunder – schaut man sich den Kader der Schwaben einmal genauer an:

Ein alter Bekannter ist Verteidiger Johannes Epple: Der 29-jährige Ulmer spielte in der Saison 2005/06 aufgrund seines Studiums an der Universität Passau sogar für die Black Hawks – damals in der Landesliga, ehe er ebenfalls in der Landesliga zwei Jahre für den ESC Vilshofen seine Schlittschuhe schnürte.

Ein Highlight ist sicherlich Spielertrainer Klaus Micheller. Der inzwischen 45-jährige Kaufbeurer ist das, was man schlicht und einfach als Routinier bezeichnen kann. Über 500 Spiele in der obersten deutschen Spielklasse, unter anderem für Kaufbeuren, Berlin und Krefeld, sowie über 350 Spiele in der 2. Bundesliga für Düsseldorf, Bietigheim-Bissingen, Neuwied und Duisburg sorgen für die nötige Erfahrung. Micheller stand im Rahmen der Eishockey-Weltmeisterschaft gar sechsmal im Kader der deutschen Nationalmannschaft.

Neben Ingo Nieder, einem 34-jährigen Offensivspieler aus Memmingen, der mit über 300 Ober- und Bayernligaspielen ebenfalls eine beachtliche Vita aufzuweisen hat, dürfte auch Martin Löhle im Passauer Gedächtnis auftauchen: Schon zu Bayernligazeiten lehrte der heute 32-jährige Stürmer den Black Hawks immer wieder das Fürchten, wenn seine Memmingen Indians auf die Dreiflüssestädter trafen. Er gehörte stets zu den Memminger Topscorern, dazu kommt die Erfahrung von fünf Spielen für die Deutsche U20-Nationalmannschaft sowie knapp 400 Spielen in der 2. Bundesliga, Ober- und Bayernliga für Erding, Ulm, Bayreuth und Ravensburg.

Doch damit nicht genug, es geht noch eine Stufe höher: In dieser Saison herausragender Akteur ist der 35-jährige US-Amerikaner Jim Nagle. Der in Massachusetts geborene Center-Spieler kam nach seinen Stationen bei den Mobile Mysticks, den Arkansas River Blades sowie den B.C. Icemen in der ECHL (East Coast Hockey League) bzw. UHL (United Hockey League) zur Saison 2002/2003 nach Memmingen in die Oberliga, wo er gleich in seiner ersten Saison 75 Scorerpunkte für sich verbuchen konnte. Des Weiteren spielte Nagle ebenfalls in der Oberliga für den TSV Miesbach, ehe er eine Saison in der holländischen ersten Liga bei den Nijmegen Devils anheuerte. Nach zwei weiteren Jahren in Miesbach – im ersten davon brachte Nagle es direkt wieder auf 63 Punkte – kehrte er nach Memmingen in die Bayernliga zurück. Von 2010 an spielte er ebenfalls in der Bayernliga für die Lindau Islanders, seit 2012 läuft er für Passaus Finalgegner, die SG Maustadt/Memmingen auf. Seine aktuelle Saisonstatistik stellt dabei vieles bisher Dagewesene in den Schatten: In seinen bisherigen 17 absolvierten Saisonspielen erzielte Nagle sage und schreibe 87 Scorerpunkte – davon 32 Tore und 55 Vorlagen.

Auch der Rest des Kaders der Schwaben hat zum Großteil mindestens Bayernligaerfahrung vorzuweisen.

Müßig zu erwähnen also, dass Maustadt/Memmingen der bisher mit Abstand härteste Gegner der Black Hawks werden wird, möglicherweise sind die Schwaben sogar leicht in der Favoritenrolle. Um dieses Team schlagen zu können, müssen von der jungen Passauer Mannschaft zwei herausragende Leistungen abgerufen werden. Damit anfangen können und müssen die Black Hawks bereits am Samstag im Hinspiel in der Memminger Eissporthalle am Hühnerberg, um sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in der heimischen Eis-Arena zu verschaffen.