Löwen siegen am BodenseeEHC Waldkraiburg

Löwen siegen am BodenseeLöwen siegen am Bodensee
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Unter der Woche hatte der ESV Königsbrunn seine Bayernligamannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb zurückgezogen und damit für viel Brisanz in der Partie zwischen den Islanders und den Löwen gesorgt: Die Spiele der Königsbrunner wurden alle aus der Wertung genommen und Teams, die schon zwei Mal gegen Königsbrunn gespielt und gewonnen hatten, verloren damit auf die Schnelle ganze sechs Punkte! So erging es auch dem EV Lindau, der damit in der Tabelle, ohne überhaupt zu spielen, von Platz neun auf elf abstürzte und plötzlich nur mehr drei Punkten Vorsprung auf den EHC Waldkraiburg hatte. Der Kampf um Play-off-Platz Numero 10 war damit eröffnet! Traditionell sind Freitagsspiele beim EV Lindau am Bodensee aber immer eine schwierige Angelegenheit für die Teams der Bayernliga. Die weite Auswärtsfahrt, für die Waldkraiburger immerhin gut 260 Kilometer, als gut drei Stunden Busfahrt, ist nicht immer für alle Spieler, die ja auch noch berufstätig sind, machbar; und so musste auch EHC-Trainer Petr Vorisek einige Absagen hinnehmen: In der Verteidigung fehlten Tobi Vogl und Thomas Laschütza, im Sturm der gesperrte Christian Birk, sowie die Youngsters Sebastian Mair und Tobias Schmidt. Somit hieß es in der Defensive für Kontingentspieler Jan Loboda mal wieder „Doppelschichten“ schieben, im Angriff konnte der EHC dafür wenigstens mit drei Sturmreihen agieren. Doch diese Reihen machten ihre Sache mehr als gut: Mit dem Selbstvertrauen aus dem 7:5-Sieg in Moosburg angereist, waren die Löwen von der ersten Minute an im Spiel und zeigten sich läuferisch gut und sehr diszipliniert.

„Das erste Drittel war wirklich ganz stark, wir haben mit drei Reihen gespielt und gute Chancen gehabt“ resümierte EHC-Trainer Petr Vorisek nach der Partie. Dennoch bedurften die Löwen einer Überzahlgelegenheit um Keeper Varian Kirst im Tor der Gastgeber zu überwinden. Den Gefallen tat ihnen dann Zdenek Cech Jun.: Der 26-jährige Stürmer, dessen Vaters Trikot wegen herausragender Leistung bei den Löwen früher – als das die Brandschutzbestimmungen noch erlaubten – unter dem Stadiondach hing, musste wegen Hakens auf die Strafbank. Prompt war Florian Barth da, der den EHC nach Zuspiel von Jan Loboda und Kapitän Peter Richter mit 1:0 in Führung brachte (09:27). Insgesamt entwickelte sich in den nächsten 30 Minuten ein flottes Spiel auf Augenhöhe, eben wie man aufgrund des Tabellenplatzes erwarten konnte, wobei sich die Waldkraiburger gerade im mittleren Drittel bei Keeper Fabian Birk bedanken durften. „Fabian Birk hat heute eine super starke Leistung gezeigt, das war unglaublich, was er gehalten hat“ gab es nach dem Spiel auch ein Extra-Lob vom Trainer. Dass Birk so viel zu tun bekam, lag vor allem an seinen Vorderleuten, die im zweiten Drittel viele Strafen kassierten und von den zweiten 20 Minuten insgesamt acht Minuten in Unterzahl spielen mussten. Der Schlussdurchgang gehörte dann mehr den Hausherren von Trainer Pavel Mojtek. Die Industriestädter stellten auf zwei Reihen um, Lindau agierte weiterhin mit drei, was ihnen einen deutlichen Leistungsvorteil gegenüber den Löwen bescherte, deren Fitnesszustand zuletzt von Trainer Vorisek immer wieder bemängelt wurde. Doch die Waldkraiburger hielten dagegen und konnten sich auf ihren starken Rückhalt im Tor verlassen. Lindau-Coach Mojtek riskierte in der Schlussminute dann alles und nahm Keeper Kirst vom Eis, doch brachen die Löwen durch und Jürgen Lederer besiegelte mit seinem Treffer ins leere Tor, übrigens das fünfte Tor in den letzten drei Spielen, den Sieg für die Gäste aus Waldkraiburg (59:00).