Löwen hadern im SiegEHC Waldkraiburg

Löwen hadern im SiegLöwen hadern im Sieg
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Der EHC gewann das Spiel, doch Germering feierte – nach der Begegnung zwischen den  fast runderneuerten Löwen und den ebenfalls stark veränderten Wanderers im Germeringer Polariom wusste man nicht so recht, was man von der Szenerie halten sollte. Blickte man in die Gesichter der Gäste aus der Industriestadt, erkannte man mehr Enttäuschung als Freude über die gewonnen zwei Punkte und den Sprung auf den dritten Tabellenplatz. Doch man konnte es nachvollziehen, denn hätten die Löwen, die über die gesamte Partie fast genau doppelt so oft wie die Germeringer aufs gegnerische Tor geschossen hatten, nur einen Bruchteil ihrer Chancen verwertet, wäre das wohl eine andere Partie geworden. Eine, die nicht erst durch den insgesamt zehnten Penalty entschieden hätte werden müssen. Doch neben der mangelhaften Effizienz des EHC vor dem Tor der Gegner, ist auch ein Lob für Germerings Keeper Sebastian Reisinger, der oft gut parierte. EHC-Coach Petr Vorisek brachte es nach der Partie auf den Punkt: „Gewonnen ist gewonnen. Zwei Punkte auswärts sind besser als einer, oder gar keiner- auch wenn wir wirklich unglaublich viele Chancen hatten“ so der 52-Jährige.

Die Löwen, die sich in Germering noch nie leicht getan hatten, kontrollierten das Spiel von der ersten Minute an, machten aber eben zu wenig aus ihren Chancen. Timo Borrmann war einer der Aktivposten und machte eine starke Partie, das gesamte Team spielte aber oft zu kompliziert. So hatten die Hausherren in den ersten 20 Minuten die beste Gelegenheit mit Martin Dürr- sein Schuss ging aber an den Pfosten (20.Spielminute). Im mittleren Durchgang erhöhten die Löwen dann sogar noch den Druck und Alex Piskunov ließ sie schon früh jubeln: Nach einem Traumpass seines Bruders Sergej ließ er Reisinger keine Chance und stellte auf 1:0 für den EHC (21:57).

In der Folgezeit rannten die Industriestädter weiter an und erarbeiteten sich Chance um Chance- die Scheibe wollte aber einfach nicht ins Tor. Ob aus Nähe, oder der Distanz- allein Andreas Paderhuber schoss knapp zehn Mal aufs Tor der Germeringer- es gab kein Durchkommen. Und so kam es wie so oft im Sport, wenn man die Chancen vorne nicht macht, kriegt man sie selbst rein. Der Treffer der Germeringer durch Christian Czaika (47:37) passte jedoch in diese merkwürdige Partie: Ein Schuss von Martin Dürr auf Schulterhöhe wurde von Czaika mehr unbewusst als bewusst abgefälscht, schlug direkt vor EHC-Keeper Vetter auf dem Eis auf und rutschte ihm durch den Aufprall durch die Beine. Der Gegentreffer brachte die Löwen dann anschließend sichtlich aus dem Konzept, allein Patrick Vetter war es zu verdanken, dass man mit dem Remis ins Penaltyschießen kam, da auch unnötige Strafzeiten den Druck für den EHC zusätzlich erhöhten.

Wie schon am ersten Spieltag, beim 4:3-Sieg bei Favorit Sonthofen, behielten die Löwen auch in Germering dann beim Penaltyschießen aber die Nase vorn. Kapitän Daniel Hämmerle war es, der den insgesamt neunten Penalty für den EHC sehr souverän verwandelte und die Waldkraiburger in der KO-Phase in Führung brachte. Matchwinner wurde dann Patrick Vetter, der den schlechten Versuch von Benedikt May sicher parieren und dem EHC damit den Zusatzpunkt retten konnte. Mit diesem dritten Sieg im dritten Spiel springen die Löwen auf Platz drei in der Tabelle, an der Chancenauswertung muss sich aber etwas ändern. Sonst freuen sich die Gegner in Zukunft möglicherweise noch öfter- und dann auch vielleicht nicht wie Germering über einen, sondern sogar über drei Punkte, die es für einen Sieg nun mal gibt.