Lindauer Torhagel gegen RegenEV Lindau

Lindauer Torhagel gegen RegenLindauer Torhagel gegen Regen
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Nach dem ersten Durchgang war ein Sieg in dieser Höhe allerdings nicht wirklich greifbar. Die Islanders spielten zwar überlegen und erspielten sich einige Einschussmöglichkeiten – hatten aber das selbe Problem wie im letzten Heimspiel gegen Moosburg. „Im Training haben wir den Torhütern besser die Sicht genommen als heute. Das reicht bei der Qualität der Bayernliga- Keeper einfach nicht aus“, sagte Spielertrainer Martin Masak. So bekam Alex Zitzelsberger im Kasten der Red Dragons reichlich zu tun – am Ende wurden rund 70 Lindauer Torschüsse gezählt - meisterte aber die Aufgaben zunächst. Zudem hatten die Lindauer Schwierigkeiten gegen den tief stehen Gegner Fahrt aufzunehmen, auch weil das Passspiel oft zu ungenau war. „Wir müssen alle weiter geduldig sein, weil noch nicht alles rund laufen kann. Unsere Saisonvorbereitung geht noch weiter in die Saison hinein“, sagte Vorsitzender Marc Hindelang. „Unsere Trainer haben schon noch etwas Arbeit vor uns. Aber die Mannschaft arbeitet hart und zieht mit. Das ist das Wichtigste.“

Zudem erst einmal ein Niederschlag von Regen kam, durch einen verdeckten Schuss von Reese Rolheiser in die kurze Ecke (10.). Nach diesem überraschenden 0:1 verzettelten sich die Islanders zwar durchaus auch in Einzelaktionen – bekamen aber nach einer Viertelstunde wieder Zugriff auf das Spiel. Es war nicht die beste Chance des ersten Durchgangs, die Bernhard Leiprecht zum Ausgleich nutzte. Nach toller Vorarbeit von Michal Mlynek kullerte der Puck letztendlich über die Linie, dies aber nachdem die Lindauer aggressiver zum Tor gezogen waren.

So präsentierten sie sich auch zu Beginn des zweiten Drittels – und entschieden die Partie innerhalb von nur 56 Sekunden. Das dritte Powerplay in einer sehr fairen Partie (insgesamt nur sechs Strafen) nutzten die Gastgeber durch den erstmals in dieser Saison eingesetzten Zdenek Cech. Stadionsprecher Dieter Eibl hatte das Tor noch gar nicht durchgesagt, schon jubelten die 456 Zuschauer im Eichwald erneut. 15 Sekunden später hatte der sehr gut aufgelegte Sascha Paul den freistehenden Daniel Pfeiffer mustergültig bedient und der zum 3:1 getroffen. Die Sturmreihe blieb auf dem Eis und nutzte weitere 41 Sekunden darauf ihre Zeit. Diesmal revanchierte sich Pfeiffer und legte für Paul auf.

Während Gästetrainer Norbert Weber danach logischerweise eine Auszeit nahm, gab Masak nun auch seiner vierte Sturmreihe mit Pavel Mojtek, Andre Martini und Manuel Merk Eiszeit. Ein guter Schachzug, alle Spieler einzusetzen, wenngleich sich die Islanders erst einmal an den neuen Wechselrhythmus gewöhnen mussten. So konnten die arg unter Druck geratenen Red Dragons Luft schöpfen und sogar zu ihrem zweiten Treffer kommen. Dabei nutzten die Gäste die einzige (!) Strafzeit des EV Lindau in der 34. Minute zum 4:2 und kamen so zu einer 100prozentigen Powerplay- Ausbeute. Grund genug für die Islanders, noch einmal anzuziehen, was mit zwei weiteren Toren vor der Drittelpause belohnt wurde. Kapitän Tobi Fuchs mit einem Rückhandschlenzer nach Vorarbeit der Mojtek-Reihe (39.) und Lubos Sekula mit einem Hammer unter die Latte (40.) nachdem Timo  Krohnfoth unwiderstehlich davon gezogen war und die Gegner auf sich gezogen hatte, sorgten für das 6:2.

Auch im Schlussabschnitt sorgten die Islanders, bei denen Michael Gundlach im Tor den weitgehend beschäftigungslosen Varian Kist ablöste, für gute Unterhaltung und beste Stimmung in der Eissportarena. „Man hat schon nach dem 2:1 gesehen, wie wichtig für diese Mannschaft ein Erfolgserlebnis ist und wie befreit sie danach aufspielen kann“, sagte Team-Manager Sebastian Schwarzbart. Dazu kam auch der Kräfteverlust des Aufsteigers, der mit nur vier Verteidigern antrat, sich aber weiter sportlich vorbildlich verkaufte. „Die Islanders hätten uns heute auch schlachten können. Es war fair, dass sie das nicht getan haben“, sagte Gästetrainer Weber, der mit seinem Team aber noch zwei Gegentreffer hinnehmen musste. In der 47. Minute schloss Sascha Paul einen schnellen Angriff des EVL über Fuchs und Marco Miller ab, ehe der emsige Michal Mlynek zehn Minuten vor Schluss noch einen Schuss von Jiri Mikesz zum 8:2 abfälschte und für ein erfreuliches und aufgrund der gezeigten Leistungen auch standesgemäßes Ergebnis sorgte.