Lindau feiert Derby-Sternstunde vor 1100 ZuschauernEV Lindau

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Im Mittelpunkt der Ovationen standen Zdenek Cech, der an allen vier Toren beteiligt war und Torhüter Nicolai Johansson, der zum ersten mal im Lindauer Trikot zu Null spielte. „Er ist ein perfektes Beispiel der guten Entwicklung dieser Mannschaft. Das spüren auch die Zuschauer. Jetzt können wir mit einem guten Gefühl in die Pause gehen“, sagte EVL- Vorsitzender Marc Hindelang. Der beste Spieler der Gäste stand ebenfalls im Tor. Allein Alexander Reichelmeir hatten es die Gäste zu verdanken, dass es nach dem ersten Drittel nur 1:0 für den EVL stand. Mit hohem Tempo schalteten die Lindauer von Abwehr auf Angriff um, kamen schnell durch die neutrale Zone und stürzten die Gästeabwehr von einer Verlegenheit in die nächste. Manuel Merk, Martin Masak, Zdenek Cech, Nikolas Oppenberger und Timo Krohnfoth hatten in den ersten sechs Minuten bereits große Chancen, die Lindauer in Führung zu bringen, scheiterten aber am Gästekeeper. Den überwand dann Bernhard Leiprecht nach acht Minuten mit einem Schuss in den Winkel, der so hart war, dass er vom hinteren Torgestänge wieder heraussprang. Trotz aller Proteste der Gäste gab der, die umkämpfte und teilweise nicklige Partie vorzüglich leitende Schiedsrichter Reiner Wargitsch den Treffer (er stand gut und hatte freie Sicht auf das Tor). Das ließ auch Leiprecht aufatmen: „Ich habe in den letzten Spielen so viel Schusspech gehabt, aber Pavel Mojtek hat mich immer wieder aufgefordert nicht aufzugeben und es weiter versuchen. Um so mehr freue ich mich, dass es heute geklappt hat“, sagte der Verteidiger über sein erstes Saisontor, dem er noch zwei Vorlagen folgen ließ.

Gefahr für Lindauer Defensive kam eigentlich nur Mitte des ersten Abschnitts bei einem Powerplay des Tabellendritten auf, bei dem Johansson einmal den Ausgleich verhinderte. Seine wichtigsten Paraden zeigte der Torhüter aber in der zweiten Hälfte des zweiten Drittels, das weniger Tempo hatte und in dem beide Teams sogar begannen müde zu wirken. „Es war nicht so leicht, nach dem Rückschlag am Freitag so eine Willensleistung zu zeigen. Damit und mit unserer Disziplin bin ich sehr zufrieden“, sagte Trainer Pavel Mojtek. Oppenberger, der im Privatduell mit Reichelmeir immer wieder den Kürzeren zog, hatte zuvor das 2:0 verpasst (28.) und Mike Dolezal, der bei einem Alleingang gefoult wurde keinen Penalty bekommen, als Memmingen seine beste Phase hatte. Dabei hielt Johansson grandios gegen den freistehenden David Vycichlo (33.) und hatte drei Minuten später das Glück des Tüchtigen, als Brit Ouelette nach einem Konter am Pfosten scheiterte. Vor allem sahen die Zuschauer aber ein intensives Spiel, in dem die Zweikämpfe dominierten. Wobei die Gäste das eine oder andere Mal überzogen, etwa Martin Jainz bei einer Attacke von hinten gegen Matthias Schwarzbart.

Der Indians-Kapitän spielte dann auch im Schlussabschnitt eine entscheidende Rolle. Erneut attackierte er in der 45. Minute Schwarzbart, diesmal mit einem Stockstich, der folgerichtig mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe geahndet wurde. Unmittelbar zuvor hatten die Lindauer das 2:0 erzielt und dabei ihren größeren Willen gezeigt. In der 43. Minute war Zdenek Cech einmal mehr ins gegnerische Drittel eingedrungen, wurde gefoult, stand aber schnell wieder auf, zog zum Tor und traf flach zum viel umjubelten 2:0. Auch das der Jainz-Strafe folgende Powerplay nutzten die Islanders. Erneut war es der nicht zu bremsende, trickreiche Cech, der zunächst am Torhüter scheiterte, ehe Oppenberger den Nachschuss im Tor unterbrachte (48.). „Das habe ich ihm echt gegönnt, er hat heute so viel versucht und ist dazu noch ein Vorbild in der Defensivarbeit“, lobte der sportliche Leiter Bernd Wucher. Auch die nächste Überzahlsituation saß. Nur sechs Sekunden lang hatte der EVL in der 52. Minute einen Mann mehr auf dem Eis, als Cech seine Galaveranstaltung mit einem Schuss in die kurze Ecke zum 4:0 krönte.

Das Spiel war zwar gelaufen, aber ohne Treffer wollten die Indians nicht nach Hause fahren. „Da hat sich dann gezeigt, dass das eine Mannschaft ist, die zusammenhält“, sagte Wucher über die Abwehrleistung der Islanders, die sich noch kurz vor Schluss in die Schüsse warfen, um Johansson den Shutout zu ermöglichen. Die größte Eigenleistung zeigte der Keeper zwei Minuten vor dem Ende, als er bei einem Alleingang der Allgäuer klärte. Der Rest war dann einfach nur großer Jubel im Lindauer Lager über den Sieg und Tabellenplatz Zehn zur Deutschland-Cup-Pause.