Kurioser Auswärtssieg: 12:10-Erfolg in Hügelsheim

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Nahezu ausverkauft war die Eissporthalle im Baden-Airpark, allein über 350 EHC-Fans hatte ihre Mannschaft nach Hügelsheim begleitet und für Heimspiel-Atmosphäre gesorgt. Die personellen Sorgenfalten bei Thomas Dolak konnte das jedoch nicht lindern, denn krankheitsbedingt mussten gleich mehrere Akteure passen: die Verteidiger Alexander Brückmann und Lutz Kästle sowie Stürmer Philip Rießle waren ebenso nicht dabei wie die Angreifer Michael Iliev, Mike Soccio und Willi Zimber. Immerhin konnten noch drei Blöcke aufgestellt werden, wobei Alexander Kinderknecht in die ungewohnte Abwehrrolle schlüpfen musste. ESC-Coach Pascal Winkler musste auf zwei Akteure mit Freiburger Vergangenheit verzichten: Andy Mauderer und Yves St. Pierre.

Ungeachtet der Ausfälle war alles für ein interessantes Duell gerichtet: Die kleine Eishalle mit der kleineren Eisfläche, ein volles Haus, zwei große Fanlager und beste Stimmung. Der Freiburger Anhang übernahm auf den Rängen schon vor Spielbeginn die Regie und kam bereits mit dem Eröffnungsbully in erstmalige Feierlaune. Ganze 13 Sekunden hatte es gedauert, ehe Benjamin Stehle die Gäste in Führung bringen konnte. Nikolas Linsenmaier legte zwei Minuten später bereits nach und selbst die Hügelsheimer Antwort durch den Kanadier Cedrick Duhamel rüttelte zunächst nicht an der Freiburger Überlegenheit. Vor allem weil Anton Bauer, Linsenmaier und Timo Preuß bis zur neunten Minute die EHC-Führung auf 5:1 ausbauen konnten.

Doch wirklich geordnet lief es auf dem Eis selten ab, die Partie wirkte über weite Strecken unruhig. Freiburg ging mit seinem Vorsprung zu nachlässig um, die Hausherren durften praktisch jede Chance in einen Treffer unmünzen. Mathieu Fleury, das zweite Ahornblatt im ESC-Dress, und Erik Fast verkürzten alsbald auf 3:5 für Hügelsheim. Konstant war fortan nur noch eines: Die Gäste bauten ihre Führung aus, um schlussendlich den Gegner wieder herankommen zu lassen. Den Auftakt machten noch im ersten Drittel Benjamin Stehle und Mathieu Fleury. Zwar bestimmte der EHC den zweiten Abschnitt deutlich und schaffte es, seinem Spiel mehr Struktur zu verleihen, doch schluckte man trotzdem wieder unnötige Gegentore. Wie Christoph Mathis war auch Fabian Hönkhaus, der nach der Pause zwischen die Pfosten gerückt war, von seinen Vorderleuten zu oft im Stich gelassen worden.

Immerhin schlug sich das Kräfteverhältniss etwas "deutlicher" im Ergebnis nieder: Nach 40 Minuten führte Freiburg nun mit drei Treffern Vorsprung. Nikolas Linsenmaier, Benjamin Stehle und Benjamin Kunkler trafen für die Südbadener, während Hügelsheim dank Erik Fast und Arthur Votler stets verkürzen konnte. Ein wildes 9:6 nach zwei Dritteln sollte seinen unglaublichen Höhepunkt noch bekommen: Im braven Wechsel kamen die "Baden Rhinos" wieder auf zwei Tore heran, doch konterte der EHC stets mit einem weiteren Treffer. So stand es nach 54 Minuten 11:8 für Freiburg und eigentlich hätte man das Ergebnis nun ruhig über die Bühne bringen sollen. Allerdings hatte die Schlussphase ein anderes Drehbuch vorgesehen. Benjamin Frick verkürzte drei Minuten vor dem Ende auf 9:11 und hielt die Hoffnung der Gastgeber auf eine Überraschung am Leben.

Hügelsheim gab sich nicht auf und schlug 28 Sekunden vor der Schlusssirene mit einem zusätzlichen Feldspieler zu: Abermals war es Fleury, der mit seinem vierten Treffer des Abends den Anschluss herstellen konnte. Weil sich der EHC noch ein überflüssiges Icing leistete, gab es noch ein letztes Bully vor Hönkhaus. Doch Freiburg verteidigte vehement und brachte die Scheibe aus dem eigenen Drittel, so dass Nikolas Linsenmaier – ebenfalls vierfacher Torschütze – den südbadischen Auswärtssieg mit einem Empty-Net-Goal besiegeln konnte.