Jennifer Harß vor ihrem Wechsel in die USA

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Pfrontens Torhüterin Jennifer Harß (22 Jahre) wechselt nach ihrer ersten und überragenden Saison für den EV Pfronten in der Männer-Bayernliga nun in die NCAA nach Amerika zu den Minnesota Duluth Bulldogs. Vor ihrer Abreise wurde Sie noch einmal über ihre Zukunft aber auch über die vergangene Saison befragt.

Frage: Jenny, was hat Dich dazu bewogen nach Amerika zu gehen?

Jenny: Ich habe von der dortigen Universität ein Angebot erhalten, und da es schon immer mein Traum war, einmal nach Amerika zu gehen, kam mir dieses Angebot natürlich sehr entgegen.

Frage: Wie heißt Deine zukünftige Mannschaft, kannst Du über die Mannschaft was sagen?

Jenny: Die Mannschaft nennt sich Minnesota Duluth Bulldogs, das ist ein reines Damen-Team, das dort in der höchsten Liga spielt. Das Frauen-Eishockeyteam konnte viermal den NCAA-Titel gewinnen. Ich war im April/Mai für ein paar Tage dort und konnte alles besichtigen.

Frage: Wie sieht es mit Deinem bisherigen Job bei der Bundeswehr aus?

Jenny: Nachdem momentan nicht sicher ist, wie es für uns mit den Plätzen bei der Bundeswehr aussieht, war das für mich ein weiterer Grund, dass ich mich anderweitig umgeschaut habe. Somit kam mir die Anfrage aus Amerika gerade recht.

Frage: Das bedeutet, dass Du nicht länger Angehörige der Bundeswehr bist?

Jenny: Ja, das ist richtig.

Frage: Erklär doch mal, was Dich in Amerika erwartet?

Jenny: Ich erhalte dort ein Vollstipendium, dieses deckt eigentlich alles ab, d.h. einen Platz an der Universität, eine Wohnung, alles was ich zum Eishockeyspielen und zum Leben dort benötige.

Frage: Auch ein gutes Gehalt?

Jenny: (lacht) Ja, ich bekomme halt ein Vollstipendium.

Frage: Neben dem Eishockeyspielen wirst Du dort auch studieren, was genau?

Jenny: Ich werde dort International Management studieren.

Frage: Hat Dein Aufenthalt in den USA Auswirkungen auf Deine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft, d.h. wirst Du trotzdem zu den Spielen anreisen?

Jenny: Über Weihnachten und Neujahr werde ich hier sein und mit der Nationalmannschaft in Ravensburg an einem Turnier teilnehmen, sofern ich eingeladen werde. Ansonsten stehen nicht sehr viele Termine an, da wir an keiner WM oder Olympiade teilnehmen.

Frage: Wie lange hast Du denn vor, in Amerika zu bleiben, und gibt es eine reelle Chance, dass Du noch einmal für den EV Pfronten das Tor hüten wirst?

Jenny: Das Stipendium ist generell auf die Dauer von drei Jahren ausgelegt, aber jetzt muss ich erst einmal dort sein, alles Weitere wird sich vor Ort entscheiden. Sollte ich allerdings wieder zurück sein, könnte ich mir natürlich vorstellen, noch einmal für Pfronten zu spielen, auf jeden Fall.

Frage: Wie schwer ist es Dir gefallen, nach der erfolgreichen Saison beim EV Pfronten, nun zu wechseln, wärst Du auch gerne bei den Falcons geblieben?

Jenny: Mir hat es in Pfronten auf jeden Fall sehr gut gefallen, keine Frage, aber ich sehe die Chance in die Staaten zu wechseln auch altersbedingt als meine letzte an, die ich bekommen werde.

Frage: Du trägst einen Gips am Arm. Was ist passiert?

Jenny: Ich habe mir beim Fußballspielen die Speiche gebrochen.

Frage: War da nicht letztes Jahr schon einmal was, eine Verletzung beim Fußballspielen?

Jenny: (lacht) Ja stimmt, da habe ich mir die Bänder gerissen.

Frage: Ein Vorteil für Dich, dass in Amerika wenig Fußball gespielt wird?

Jenny: (lacht) Ja, wahrscheinlich, aber wenn würde ich mich weigern.

Frage: Könnte die Verletzung Probleme bereiten?

Jenny: Nein, ich glaube nicht, dass sollte bis zum Saisonstart wieder verheilt sein.

Frage: Jenny, Du hast letztes Jahr bei einer Wahl zum besten Torhüter der Bayernliga den dritten Platz erreicht, denkst Du die gegnerischen Stürmer werden froh sein, nun nicht mehr gegen Dich antreten zu müssen?

Jenny: (lacht) Kann schon sein, aber ich komme ja wieder...

Frage: Dass heißt, dass Du wiederkommst, steht für Dich fest?

Jenny: Doch, na kla,r man weiß nie, was kommt, aber im Normalfall schon.

Frage: Wie siehst Du die Chancen Deines Noch- bald Ex-Vereins EV Pfronten in der kommenden Saison?

Jenny: Ich hoffe natürlich, dass Pfronten die Liga halten kann, aber einfach wird es nicht werden, schließlich sind mit den Aufsteigern in die schon starke Liga noch zwei Mannschaften gekommen die im Normalfall oben mitspielen werden.

Frage: Jenny, wie lange bist Du noch hier, bzw. wann geht es für Dich los?

Jenny: Am 27. August werde ich nach Amerika fliegen.