Islanders verlieren deutlich zu hoch in Miesbach

Islanders verlieren deutlich zu hoch in MiesbachIslanders verlieren deutlich zu hoch in Miesbach
Lesedauer: ca. 3 Minuten

 „Solche Spiele kommen immer mal vor in einer langen Saison“, sagte Team- Manager Sebastian Schwarzbart, „aber in unserer jetzigen Situation ist es natürlich besonders bitter.“ Zwei Szenen erregten dabei die Lindauer Gemüter: Der EVL spielte bereits in Unterzahl, als Schiedsrichter Kretschmer gleich zweimal Fouls an Lindauer Spielern übersah, um im Anschluss diese Spieler hinaus zu stellen. Die Folge war ein dreiminütiges doppeltes Unterzahlspiel, in dem Miesbach das Spiel mit den Toren zum 4:2 und 5:2 entschied.

 „So hast Du natürlich keine Chance mehr in das Spiel zurück zukommen“, sagte Trainer Michael Rossi, dessen Gegenüber Beppo Schlickenrieder darüber ebenfalls den Kopf schüttelte und Rossi beipflichtete.

Zuvor war es ein offenes Spiel, dass sich beide Seiten lieferten. Miesbach, der Bayernliga-Meister von 2010, hatte als Heimteam leichte Vorteile und nutzte diese auch nach zehn Minuten mit dem 1:0. Die Reaktion des EVL kam augenblicklich. Von der Strafbank kommend wurde Stephan Trolda drei Minuten später von Mike Dolezal bedient und verwandelte das Break via Innenpfosten zum Ausgleich.

Auch ohne die Verteidiger Tobias Fuchs und Martin Valenti, die zusätzlich zu den Langzeitverletzten ausfielen, standen die Islanders in der Defensive gut und hatten auch ihre Möglichkeiten. Durch ein Überzahltor konnte der TEV allerdings erneut in Führung gehen und diese eine Minute später ausbauen. Von diesem Doppelschlag in der 26. und 27. Minute ließen sich die Lindauer aber nicht beeindrucken. Erneut kamen sie zurück in dieses Spiel. Eine schöne Kombination über James Nagle und Jiri Kunce vollendete Christof Hehle in der 30. Minute zum Anschlusstreffer. So blieb es ein verteiltes Spiel bis in die hektische Schlussphase hinein.

Nach dem fünften Treffer der Gastgeber profitieren die Islanders von einigen Konzessionsentscheidungen und durften sich ebenfalls im Powerplay versuchen. Dies waren allerdings wertlose Versuche in einem bereits entschiedenen Spiel. Das 6:2 bei Überzahl der Gäste fiel da schon gar nicht mehr ins Gewicht.

Das letzte Spiel vor der einwöchigen Deutschland- Cup Pause ist für den EV Lindau besonders reizvoll. Am Sonntag (17:30) empfangen die Islanders die EA Schongau, mit der man sich in den letzten Jahren in der Landesliga heiße Duell lieferte.

 „Natürlich ist das Ziel ein Heimsieg. Wenn wir den gegen einen Tabellennachbarn nicht anstreben, brauchen wir gar nicht erst anzutreten“, sagt der sportliche Leiter des EVL, Bernd Wucher. Wie die Islanders im Vorjahr stiegen auch die Mammuts trotz verpatzter Aufstiegsspiele als Nachrücker in die Bayernliga auf – und kämpfen nun mit ähnlichen Anpassungsproblemen. Die Oberbayern haben dabei dieselbe Zielsetzung wie die Lindauer, auch wenn die im zweiten Ligajahr sind: Es geht nur um den Klassenerhalt.

Vor dem Heimspiel am Freitag gegen den starken ESC Dorfen standen auch für die EAS nach einem Sieg zum Auftakt gegen sieben Niederlagen in Folge zu Buche. Die Aufstiegseuphorie ist dem Alltag gewichen. Was sich allerdings nicht geändert hat, ist das kompakte Auftreten des verjüngten Schongauer Teams, das hart auf den Körper spielt und nicht aufgibt. „Keine Frage. In so einem Spiel kommt es weniger auf System und Spielkunst an. Es geht um Kampf auf Biegen und Brechen und darum, den Gegner niederzuringen“, sagt Wucher und fügt hinzu: „und Kämpfen kann jeder.“ Dazu können möglicherweise Tobias Fuchs und Michael Waldherr wieder mit beitragen, auf deren Einsatz der EVL hofft. „Jeder Mann hilft weiter und entlastet die anderen. Denn von denen, die durchgespielt haben, ist der eine oder andere etwas am Anschlag“, sagt Wucher. Deshalb komme die Pause danach auch zur richtigen Zeit.

Nach der Partie und damit dem Ende des ersten Drittels der Vorrunde werden sich die Islanders nicht nur intern zusammensetzen und die Situation analysieren. Auch mit den Zuschauern will der EV Lindau gewohnt offen kommunizieren. Dazu stehen Trainer Michael Rossi und die Kapitäne den Fans Rede und Antwort. 45 Minuten nach Spielschluss lädt der EVL zum Fan-Stammtisch ins Eisstüble. „Wir sehen, dass es Gesprächsbedarf gibt und wollen uns gerne stellen“, sagt Teammanager Sebastian Schwarzbart. Schließlich gehe es darum, die schwierige Situation gemeinsam zu meistern.