Islanders sichern dritten Platz in der Landesliga

EV Lindau bleibt in der LandesligaEV Lindau bleibt in der Landesliga
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Der EV Lindau ist Dritter der bayrischen Landesliga- Meisterschaft. Mit dem 8:4 (2:2, 3:1, 3:1) Sieg gegen den ESV Königsbrunn drehten die Islanders die 5:6-Niederlage und entschieden das kleine Finale verdient für sich.

„Wir sind für unseren großen Einsatz belohnt worden“, lobte Willy Bauer seine Mannschaft, die im letzten Saisonspiel noch einmal an ihre Leistungsgrenze ging und einen starken Gegner in die Knie zwang. Held der Partie war allerdings Schiedsrichter Herrmann Bayer, der im zweiten Drittel einen Befreiungsschlag ins Gesicht bekam, nach zehnminütiger Verletzungsunterbrechung aber weitermachen konnte.

So konnten die 550 Zuschauer ein hochinteressantes Spiel sehen, in dem sich die Lindauer zunächst einmal wieder das Leben schwer machten und schon beim ersten Wechsel nach 35 Sekunden durch Michael Polaczek einen Gegentreffer kassierten. Damit mussten die Islanders schon zwei Tore erzielen, um die 5:6- Hinspiel Niederlage wett zu machen. Königsbrunn trat zwar nur mit 13 Feldspielern an, allerdings waren bei den Pinguinen die wichtigsten Leistungsträger dabei, während der EVL auf Timo Krohnfoth und den gesperrten Christof Hehle verzichten musste. Mit ein wenig Glück kamen die Gastgeber aber schnell ins Spiel zurück. Patrick Prell zog nach drei Minuten von der Mittellinie ab und Königsbrunns Torhüter Eugen Schaf war so freundlich, den Puck mit der Kelle zum 1:1 ins eigene Tor zu lenken.

In einer körperbetonten Partie legte der EVL dann nach. Zunächst machte Schaf gegen David Volek seien Fehler wieder wett (12.) aber nur Sekunden später verwertete Pavel Mojtek den Abpraller nach einem Schuss von Markus Schweinberger. Allerdings konnten die Gäste drei Minuten vor der ersten Pause durch Marc Weigant im Powerplay erneut ausgleichen.

Probleme hatten die Islanders immer dann, wenn der ESV seine Qualitäten, das schnelle Umschalten und Herstellen von Überzahlsituationen ausspielen konnte. So fiel nach 23. Minuten die erneute Gästeführung, in einem Zusammenspiel der Weigant- Zwillinge war es Patrick, der Marcs Querpass im Tor unterbrachte.

Wieder brauchten die Islanders zwei Tore, um die Serie zumindest auszugleichen und wieder kamen sie schnell zurück. In der 25. Minute war der EVL in Überzahl, als Pavel Mojtek klug und quer zu Dominic Mahren passte, der zum Ausgleich traf. Danach kam es zur angesprochenen Spielunterbrechung durch die Verletzung des Schiedsrichters. „Wenn er nicht weitergemacht hätte, wäre die Partie wohl 3:3 gewertet worden. Das wäre ein unschönes Saisonende gewesen. Großes Lob an Herrn Bayer, dass er auf die Zähne gebissen hat“, sagte Bernd Wucher der sportliche Leiter des EVL. Der sah, dass die Lindauer nach dieser Pause noch einmal eine Schippe drauf legten. Diesmal schalteten die Lindauer nach einem Unterzahlkonter der Pinguine schnell um. Mojtek bediente Benjamin Hecker der platziert oben links zum 4:3 einschoss. Nach 26 Minuten war wieder alles ausgeglichen. Jetzt wurde die Partie dramatisch und endgültig zu einem Kampfspiel. Mit drei gegen fünf wehrten sich die Gastgeber gegen den erneuten Ausgleich – mit vier Mann erzielten sie das 5:3. Andi Hops schickte Mahren au die Reise, der schaltete den Turbo ein, ging zwischen zwei Verteidigern durch und tunnelte Schaf zum 5:3. Nach 30 Minuten waren die Islanders nun Dritter, versäumten es danach aber die Führung auszubauen. Allerdings kam auch Königsbrunn noch einmal zurück. Zum Ende des zweiten und zu Beginn des letzten Drittels zeigte Waldemar Quapp aber einige Großtaten gegen die anstürmenden Pinguine. Die kamen allerdings in Überzahl nach 46 Minuten zum Anschlusstreffer: Alexander Rehle fälschte einen Schuss unhaltbar zum 5:4 ab. Alles war wieder offen, aber der größere Willen entschied dann für die Islanders. Bahn brechend war ein sensationelles Tor von Sascha Paul zum 6:4 (50.), dass er mit einem knallharten Schuss in den Winkel erzielte. Die Gäste antworteten mit wütenden Angriffen, gegen die sich der EVL leidenschaftlich wehrte. „Gerade in Unterzahl haben tollen Einsatz in diesem engen Spiel gezeigt. Die Jungs haben sich in die Schüsse geworfen und Quapp hat sensationell gehalten“, lobte Willy Bauer, der in der 53. Minute durchatmen konnte. Es war die pure Entschlossenheit, wie Martin Krügers den Nachschuss über die Linie arbeitete, nachdem Hecker die Scheibe stark erkämpft und Peter Kraus zunächst geschossen hatte. Zwar drückten die Pinguine noch einmal, zu Toren kamen sie nicht mehr gegen die Lindauer Hintermannschaft, in der Jiri Kunce einmal mehr überragte. Im Gegenteil: Pavel Mojtek stocherte vier Minuten vor dem Ende die Scheibe sogar zum 8:4 über die Linie. Damit war dem EVL Platz Drei der Landesliga nicht mehr zu nehmen. Die Spieler durften noch einmal Standing Ovations der Fans entgegennehmen, die sich auch dafür bedankten, dass die Islanders alle 15 Heimspiele der Saison gewannen. „Das hat es noch nie gegeben“, sagte Bernd Wucher. Vergangene Saison mitgerechnet, war es sogar der 20. Heimsieg der Islanders in Folge. Ein würdiger Abschied vom Freiluft-Eishockey. „Wir haben jetzt alles dafür getan, um ein Dach zu bekommen und auch alles dafür, um als Nachrücker in die Bayernliga zu kommen“, sagte Bernd Wucher. „Jetzt genießen wir ein wenig den Erfolg und müssen einfach Geduld haben.“ So aufregend das letzte Saisonspiel war – spannend wird es rund um den EV Lindau in den kommenden Tagen und Wochen auch bleiben.


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