Islanders schlagen die Kelten

EV Lindau bleibt in der LandesligaEV Lindau bleibt in der Landesliga
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Der EV Lindau ist Dritter der Bayerischen Landesliga-Meisterschaft. Im Heimspiel gegen den SVG Burgkirchen gelang den Islanders mit 7:6 (2:1, 3:3, 2:2) in einem engen Spiel nach zwei Toren Rückstand zum Saisonabschluss ein weiterer Sieg. Nun darf der EVL darauf hoffen, eventuell als Nachrücker in die Bayernliga aufzusteigen.

Zu Beginn im Eichwald- Stadion waren auch die Unklarheiten über das Auswärtsspiel bei den Kelten beseitigt. Der Bayerische Eishockey-Verband wertete das ausgefallene Spiel in Burgkirchen mit 5:0 für die Lindauer, so dass die Ausgangslage vor der Partie am Bodensee für den EVL sprach. „Das tut unserer Freude keinen Abbruch. Wir haben sportlich über die gesamte Saison hinweg bewiesen, dass wir zu Recht Dritter sind“, sagte der zweite Vorsitzende des EVL, Peter Riedmüller.

Mit dem Ehrgeiz, den Zuschauern zum Abschied noch einmal beste Unterhaltung zu liefern, gingen die Islanders dennoch ins Spiel. Trotz Regens waren immerhin 500 Eishockey- Fans in den Eichwald gekommen und die durften gleich ein Unterzahltor des EVL bejubeln. Tobias Zappe erzielte es schon nach fünf Minuten. Burgkirchen war mit nur elf Feldspielern angetreten, „aber das machen sie das ganze Jahr sehr erfolgreich. Das sind alles Topleute und das hat man auch gesehen“, sagte der sportliche Leiter des EVL, Bernd Wucher. Einer davon, Alex Piskunov nutzte die zweite Lindauer Unterzahl zum 1:1 (13.). Allerdings schlugen die Lindauer schnell zurück: Der vom Schussglück in dieser Saison wahrlich nicht verfolgte Matthias Schwarzbart sorgte drei Minuten später für den 2:1-Pausenstand.

Im zweiten Drittel dominierten zunächst die Gäste. Schon nach 79 Sekunden erzielte Alex Piskunov erneut in Überzahl den Ausgleich, dem sein Bruder Sergej nur zwei Minuten später die erstmalige Gästeführung folgen ließ. Mehr noch: Verteidiger Oleg Matveenko überwand Patrick Matzenmüller, der zum Abschluss das Lindauer Tor hüten durfte, nach 29 Minuten zum vierten Mal. „Da haben wir nicht gut ausgesehen. Das war sicher nicht unser bestes Spiel in dieser Saison“, sagte Trainer Willy Bauer, der in der Defensive auf Jiri Kunce (Fingerbruch) verzichten musste. Was allerdings präsent war, war der Wille der Islanders, Spiele zu drehen und sich nicht von Rückständen entmutigen zu lassen. So war es auch diesmal. Dominic Mahren war der entscheidende Mann bei der Lindauer Aufholjagd. Innerhalb von nur 34 Sekunden traf er zweimal in der 32. Minute und stellte auf 4:4. Damit war der EVL- Sturmlauf noch nicht zu ende. 40 Sekunden vor Ende erzielte David Volek nach Zuspiel von Eric Lofner sogar noch den fünften Lindauer Treffer, so dass die Islanders mit einer Führung in die Kabine gingen. „Da haben wir die Stärke unserer Mannschaft wieder einmal gesehen: Wir kommen immer zum Abschluss und machen auch die Tore“, lobte Bauer.

In diesem Stil kam der EVL auch wieder aus der Kabine und sorgte mit einem Doppelschlag für die Entscheidung: Zunächst verzauberte Martin Krügers mit einem unwiderstehlichen Solo die Fans und traf zum 6:4 (42.), nur 15 Sekunden später war es Timo Krohnfoth, der auch im letzten Saisonspiel wieder „sein“ Tor machte. Dass dieser 208. Lindauer Treffer der letzte der Saison bleiben sollte, lag am Aufbäumen der Gäste. Die drehten in den letzten zehn Minuten noch einmal auf und setzten die Lindauer Abwehr, in der in der Schlussphase wegen eines Cuts am Auge auch noch Kristoffer Bäckström und wegen einer zehn Minuten Strafe Andi Hops ausfielen, gehörig unter Druck. Udo Schön und Alex Piskunov verkürzten bis drei Minuten vor Schluss auf 7:6. Wenig später zappelte die Scheibe erneut im Lindauer Netz. Den vermeintlichen Ausgleichstreffer von Matveenko erkannten die Schiedsrichter aber zu Recht nicht an, weil er mit hohem Stock erzielt wurde. So brachten die Lindauer in einer nicht hochklassigen, aber doch spannenden Partie den knappen Vorsprung über die Zeit und holten sich auch auf sportlichem Weg den dritten Platz unter den 32 bayrischen Landesligisten.