Islanders können doch noch gewinnen

Islanders können doch noch gewinnen Islanders können doch noch gewinnen
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Die Erleichterung im Lager des EV Lindau war spürbar nach diesem lange vermissten Erfolgserlebnis. „Das war die Einstellung, die wir brauchen, um Spiele zu gewinnen“, sagte Trainer Michael Rossi nach dem Sieg trotz zweimaligen Rückstands, bei dem die Islanders nicht nur kämpferisch sondern auch spielerisch klar verbessert auftraten.

Vor 560 Zuschauern kamen die Hausherren gut ins Spiel und gingen schon nach 103 Sekunden in Führung, als Stephan Trolda von Andreas Pufal bedient wurde und mit einem satten Handgelenkschuss traf. Danach entwickelte sich allerdings ein ausgeglichenes Spiel mit leichten Vorteilen der Heimmannschaft. Zur ersten Pause stand es allerdings unentschieden, nachdem die Mammuts nach einem individuellen Lindauer Fehler durch Stefan Schäller zum 1:1 gekommen waren.

Das zweite Drittel begann umgekehrt. Diesmal kam Schongau, begünstigt durch zwei Strafen gegen den EVL, besser aus der Kabine. Die erste Unterzahl überstanden die Lindauer, aber wenig später brachte Bastian Grundner die Gäste erstmals in Führung (24.). Die Islanders kamen aber schnell zurück. Eine starke Kombination, ausgehend vom trotz Verletzung spielenden  Tobias Fuchs über Mike Dolezal, brachte den Puck zu Christof Hehle, der drei Minuten später freistehend den Ausgleich markierte. Aber auch dieses Ergebnis hatte nicht lange Bestand. Nur eine Minute später brachte Manuel Weninger die Mammuts erneut in Führung. Ein Treffer, der zunächst einmal Wirkung zeigte. Aber die Islanders hatten  an diesem Abend Nehmerqualitäten und kämpften in diesem typischen, kampfbetonten Derby weiter verbissen – und erarbeiteten sich den Ausgleich. Drei Minuten vor der Pause war es der vom Schusspech zuvor verfolgte Mike Dolezal, der zum 3:3 traf, nachdem die Lindauer zuvor eine doppelte Überzahl ungenutzt ließen.

Dies änderte sich im letzten Drittel. Erneut hatten die Islanders zwei Spieler mehr auf dem Eis und nutzten diesmal ihre Chance. Stefan Trolda war es, der nach 43 Minuten das viel umjubelte 4:3 erzielen konnte. „Das war für die Moral sehr wichtig“, sagte Teammanager Sebastian Schwarzbart. „Vor allem, dass wir dann nachlegen könnten, kam einer Erlösung gleich.“ In der hektischen Partie, in der im Schlussabschnitt kaum noch fünf gegen fünf spielten überstanden die Lindauer erst eine Unterzahl, ehe sie selbst im Powerplay trafen. Geduldig ließen die Islanders die Scheibe laufen bis Bernhardt Leiprecht und Andreas Pufal erneut Stephan Trolda fanden, der in der 48. Minute sein drittes Tor an diesem Abend erzielte. Das war allerdings noch nicht die Entscheidung, da die Lindauer drei Unterzahlsituationen am Stück überstehen mussten. Das gelang ihnen zwar, dazwischen kassierten sie aber bei Gleichzahl durch Oliver Glöckner den Anschlusstreffer (53.), der eine dramatische Schlussphase einleitete. Erst 37 Sekunden vor dem Ende sorgte EVL- Kapitän Mike Dolezal freistehend mit dem 6:4 für die Entscheidung und den ersten Lindauer Sieg seit dem ersten Spieltag. „Wir wollten das Spiel im letzten Drittel unbedingt entscheiden. Dafür sind wir endlich belohnt worden“, sagte Michael Rossi, der mit seiner Mannschaft jetzt mit einem Erfolgserlebnis in die „absolut nötige“ Deutschland-Cup-Pause gehen kann.