Islanders holen Auswärtspunkt in Pfaffenhofen

Islanders holen Auswärtspunkt in PfaffenhofenIslanders holen Auswärtspunkt in Pfaffenhofen
Lesedauer: ca. 3 Minuten

„Das Spiel war ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte EVL-Vorstand Marc Hindelang nach der nicht hochklassigen aber spannenden Partie, in der der EVL erneut auf acht Spieler verzichten musste. Zwar kam Christof Hehle nach abgelaufener Sperre wieder in das Lindauer Team zurück, dafür fiel diesmal Tobias Fuchs aus. Zwar hatte auch Pfaffenhofen Ausfälle zu verzeichnen, aber die wichtigsten Spieler waren mit dabei: Bayernliga Topscorer David Vokaty, der zusammen mit Kontingentspieler Dennis Martindale und Ex- DEL- Profi Eric Dylla eine der besten Sturmreihen der Liga bildet. „Man könnte sie eins zu eins gegen Zdenek Cech, James Nagle und Nikolas Oppenberger aufwiegen und letztlich haben sie das Spiel auch entschieden“, sagte Hindelang, „aber wir nehmen die Erkenntnis mit, dass Leidenschaft auch belohnt wird. Wenn wir so weiter machen wird das Glück zu uns zurückkommen.“

Ein Sonderlob gab es dabei von allen Seiten für die dritte Reihe des EVL. „Kenny Wolf, Fabian Burmann und Manuel Merk machen schon länger einen guten Job, weil sie einfach und mit viel Herz spielen“, sagte Trainer Michael Rossi, „Sie opfern sich auf  für die Mannschaft, stehen immer wieder auf und reißen sie mit.“ So war es nicht verwunderlich, dass Kenny Wolf die Gäste in der 12. Minute Führung brachte. Allerdings hielt diese nur 20 Sekunden. Dann war nach einem Abwehrfehler der Gäste der Bayernliga-Spieler des Jahres, David Vokaty, später zur Stelle und glich aus. In einem von beidseitiger Verunsicherung geprägten Spiel verloren die Lindauer nun ihren Faden, standen schlecht in der neutralen Zone und konnten froh sein, mit einem 1:1 in die Kabine zu gehen.

Nach einer intensiven Ansprache von Rossi und der Umstellung der beiden ersten Reihen kamen die Gäste im zweiten Durchgang besser ins Spiel. Typisch für die Situation des EVL war allerdings die erstmalige Führung des ECP: gerade hatte Mike Dolezal die Riesenchance zum 1:2 ausgelassen, als Vokaty die Scheibe Martindale zentimetergenau auf den Schläger spielte, der das Break in der 23. Minute nutzte. Daran hatten die Islanders zu knabbern. Der erneut hervorragende Michael Gundlach verhinderte zweimal mit Glanzparaden einen höheren Rückstand, ehe ein Ruck durch die Mannschaft ging. Wolff, der wegen eines ungeahndeten Stockstichs minutenlang behandelt werden musste, kehrte zurück, woran sich das Team aufrichtete. In den letzten zehn Minuten des zweiten Drittels spielte nur noch der EVL, vergab aber einige hochkarätige Chancen. Kurios, dass der verdiente Ausgleich aus unmöglichem Winkel fiel. Der sehr präsente Fabian Burmann, der an allen drei Toren beteiligt war, schlenzte den Puck von der Seite Richtung Tor von Bastian Niedermeier, der die Bogenlampe zum 2:2 passieren ließ.

Auch im letzten Drittel hatten die Lindauer den besseren Start: Nach 26 Sekunden scheiterten Dolezal und Hehle, ehe eine umstrittene Strafe wegen Spielverzögerung die Gastgeber wieder ins Spiel zurück brachte. Die Islanders überstanden die Unterzahl, aber der Druck war erst einmal Weg. Gleichzeitig zeigten die clever und reifer spielenden Ice Hogs, dass sie nicht viele Chancen brauchen, um Tore zu machen. Wieder war es ein Konter, der zum 3:2 durch Franz Birk führte. Danach war es ein Kampf auf Biegen und Brechen.

Pfaffenhofen verteidigte und konterte clever, der EVL musste sich seine Torchancen erkämpfen. Timo Krohnfoth scheiterte vier Minuten vor Schluss noch einmal an Niedermeier, holte das „Versäumnis“ aber nach: Anderthalb Minuten vor dem Ende donnerte er die Scheibe zum verdienten Ausgleich ins Netz und schickte das Spiel ins Penaltyschießen. Hier zeigte Martindale mit zwei überragend verwandelten Penaltys seine individuelle Klasse. Für den EVL traf lediglich Trolda, dennoch durften die Lindauer erhobenen Hauptes vom Eis gehen. „Mehr ist im Moment nicht drin. Das war in Ordnung. Wichtig ist, dass wir wieder aufgestanden sind“, sagte Rossi. Die mitgereisten Lindauer Fans sahen es genauso und verabschiedeten ihr Team beim Gang in die Kabine mit Applaus.