Islanders eröffnen eigene Torfabrik

Islanders eröffnen eigene TorfabrikIslanders eröffnen eigene Torfabrik
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„Wir wollen die Torfabrik schließen“, lautete das Ziel der Lindauer. Nicht nur das gelang ihnen – sie machten sogar mit sieben Volltreffern und zahlreichen weiteren Chancen eine eigene auf. Schon nach fünf Minuten trug sich der quirlige Daniel Pfeiffer der einen Querpass von EVL- Kapitän Mike Dolezal verwertete zum ersten Mal im EVL-Trikot in die Torschützenliste ein. Eine Führung, die die konzentrierten Gäste mit kompaktem Spiel nicht nur verteidigten. Pavel Mojtek (2) und Milan Liebsch hatten sogar die Chance zu erhöhen, während Höchstadt, das ebenfalls ersatzgeschwächt antrat, selten gefährlich wurde und selbst bei einer doppelten Überzahl (15.) gegen die starke EVL- Defensive kaum zu Chancen kam.

„Unsere Arbeit in der neutralen Zone war wichtig, da hat die Mannschaft sehr gut gespielt“, sagte Trainer Willy Bauer nach dem Erfolg, der lediglich im zweiten Drittel kurz in Gefahr geriet. Dabei hatten die Islanders zunächst wieder den besseren Start gehabt. Nach nur 56 Sekunden vollendete Liebsch nach „Doppelpass“ mit Mojtek zum 0:2, dem er nach 28 Minuten den dritten Treffer folgen ließ, als er nach einem Schuss von Markus Schweinberger den Abpraller verwertete. Dazwischen reklamierten die Alligators einen Treffer, als die Scheibe nach einem Schuss von Michal Hlozek an die Unterkante der Latte nach Meinung der Gastgeber hinter der Linie aufkam, der Schiedsrichter aber auf Weiterspielen entschied. Es war die einzige nennenswerte Szene des Bayernliga-Toptorjägers (45 Treffer), der sich selten gegen die Lindaue Abwehr durchsetzen konnte.

Dies ist umso bemerkenswerter, als die Islanders nur mit vier Verteidigern antreten konnten, da Patrick Prell und Fabian Burmann im Sturm aushelfen mussten, wo mit Matthias Schwarzbart, Timo Krohnfoth, Christof Hehle und Martin Krügers gleich vier Mann ausfielen. „Ein ganz großes Lob an die vier dahinten, die überragend gespielt haben“, sagte EVL-Vorsitzender Marc Hindelang. „Andreas Pufal und Martin Valenti haben mit ihrem konsequenten Körperspiel dafür gesorgt, dass Hlozek nicht ins Spiel gekommen ist, Tobi Fuchs und Markus Schweinberger haben darüber hinaus noch in der Offensive geglänzt. Das war überragend.“ Überhaupt habe die Mannschaft ohne Schwachpunkt gespielt und auch die Stürmer seien sich für die „Drecksarbeit“ nicht zu schade gewesen. Was auch nötig war, denn die Mittelfranken starteten Mitte des Drittels eine ihrer berühmten Aufholjagden. Zunächst traf Buchwieser als die Lindauer bei einer angezeigten Strafe die Scheibe nicht wegbekamen (30.) Vier Minuten später verkürzte Schmidhuber in Überzahl mit einem verdeckten und für den guten Waldemar Quapp unhaltbaren Schlagschuss auf 2:3. In dieser Phase hätte die Partie kippen können, da die Strafen einseitig zuungunsten des EVL vergeben wurden. Aber mit großem Einsatz überstanden die Gäste eine weitere doppelte Unterzahl, nach der Schweinberger sogar die Chance zu 2:4 hatte, aber nur das Außennetz traf.

„Wir sind in dieser Phase von unserem einfachen Spiel weggekommen und wollten zuviel zaubern“, sagte Willy Bauer. „Das haben wir im letzten Drittel wieder viel besser und erfolgreicher gemacht.“ Wobei die spielerischen Momente ganz klar bei den Gästen waren. Schon nach wenigen Sekunden stellte Pavel Mojtek mit einem Schlagschuss aus der Distanz mit dem 2:4 die Weichen auf Sieg. Denn danach nutzten die Islanders ihre Chancen eiskalt und zogen den Alligators Zahn um Zahn: In der 45. Minute profitierte Tobias Fuchs von der harten Arbeit des fleißigen dritten Sturms mit Patrick Prell, Fabian Burmann und Dominic Mahren, die ihn vor dem 2:5 frei spielten. Nach sage und schreibe 47 Minuten bekamen dann auch die Islanders ihr erstes (und einziges) Überzahlspiel in der fairen Partie zugesprochen – und nutzten es sofort. Liebsch passte genau zu Fuchs, der erneut einschoss. So kamen die Gäste auf eine Powerplay-Quote von 100 Prozent.

Große Kunst zeigte der EVL dann zehn Minuten vor Schluss. Milan Liebsch eroberte sich einmal mehr die Scheibe im gegnerischen Drittel, Stratege Jim Nagle spielte Pavel Mojtek perfekt frei, der sich auch noch den Torwart zurecht legte und hoch zum 2:7 einschoss. Die Krönung eines perfekten Auswärtsspiels des EVL, an dem auch das 3:7 von Hiendlmeyer in der Schlussminute nichts mehr änderte. Wie wichtig der Sieg war, zeigte anschließend der Blick auf die anderen Resultate: Die drei Teams hinter dem EVL, Germering, Königsbrunn und Dorfen gewannen ebenfalls und sorgten dafür, dass es im Kampf um die Plätze weiter spannend bleibt.