Herrmann erlegt Pegnitz im Alleingang

Traurig und enttäuschtTraurig und enttäuscht
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Der ESC Haßfurt darf wieder von der Meisterrunde in der Landesliga Bayern träumen. Nach einem rabenschwarzen Wochenende mit deutlichen Klatschen in Weiden und gegen Bayreuth zeigten die Hawks am Sonntagabend Charakter und setzten sich in einer wohl vorentscheidenden Partie um den Einzug in die Meisterrunde verdient beim härtesten Konkurrenten in Pegnitz durch. Überragender Akteur beim enorm wichtigen 8:5-Erfolg war „Altmeister“ Andreas Herrmann, der gleich fünf Treffer markierte.

Die Chance auf den Einzug in die Play-offs für die Haßfurter Hawks war vor dem Anpfiff ein Stücken größer geworden, nachdem der EHC Bayreuth bereits am Freitagabend mit 5:3 die Oberhand über den EV Pegnitz behielt. Und dementsprechend motiviert begannen die Puckjäger der Kreisstadt, die neben den Langzeit-Verletzten David Franek und Benny Schorr auch auf den erkrankten Daniel Rappl verzichten mussten. Die Überzahl-Führung von Tobias Schwarz (6.) machte Andreas Herrmann mit seinem ersten Streich nur drei Minuten später wieder wett (9.). Richtig los legten die wie entfesselt aufspielenden Kreisstädter allerdings erst im Mittelabschnitt, als erneut Herrmann (25./40.) sowie Eugen Nold (28./33.) dem Torsteher der Ice Dogs, Jens Braun, je zwei Mal das Nachsehen gaben. Dessen Gegenüber Martin Hildenbrand stand derweil wie eine Mauer in seinem Gehäuse und musste den Puck dank vieler Glanztaten nur einmal hinter sich lassen: Spielertrainer Stefan Ponitz verkürzte auf 2:4 (9.).

Doch wer von den offiziell 360 Zuschauern, darunter auch treue Fans aus der Kreisstadt, gedacht hat, die Partie sei dank eines Drei-Tore-Vorsprungs entschieden, wurde eines Besseren belehrt. Nachdem Petr Polesny (44.) sowie Markus Schwindl (47.) die Hausherren binnen kurzer Zeit wieder auf 4:5 heranbrachten, entwickelte sich vielmehr ein echter Krimi: Andreas Herrmann (4:6 in der 51. Minute), Peter Cerny (5:6 in der 53.), Andreas Herrmann (5:7 in der 57.) und schließlich Kapitän Rafael Popek (Empty-Net-Goal zum 5:8 32 Sekunden vor Schluss) sorgten für Unterhaltung auf höchsten Niveau. Da war es selbst zu verschmerzen, dass Eugen Nold noch einen Penalty vergab (55.).

„Heute bin ich ein paar Jahre älter geworden“, war Stan Mikulenka nach der Schlusssirene in dem „Open-Air“-Stadion „fix und fertig. Das war kein Spiel für schwache Nerven.“ Für den ESC-Trainer war es letztlich ausschlaggebend, dass seine Mannschaft in einigen Situationen auch das notwendige Glück hatte. Einen Spieler lobte er neben dem fünffachen Andreas Herrmann, der damit sein persönliches Torekonto mit einem Schlag verdoppelt hat, besonders: Schlussmann Martin Hildenbrand. „Der hat einfach fantastisch gefangen“, freute sich der 45-jährige Tscheche über den „Fels in der Brandung“. Noch mehr allerdings freute er sich über die Tatsache, dass seine Hawks nach dieser Leistung wieder voll im Rennen sind. „Wir haben es jetzt in unseren Händen.“ (Naumann)