Gegen die Großen der Liga

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„Wer jetzt anfängt, von vermeintlich verschmerzlichen Niederlagen zu sprechen, ist dabei, es sich in der Komfortzone bequem zu machen“, will Steffen Reiser schon im Vorfeld gar keine späteren Ausreden gelten lassen: „Ich denke eigentlich eher daran, dass es das erste Wochenende ist, an dem sich die Mannschaft beweisen und man ein Zeichen für den Rest der Saison setzen kann.“ Das ist eine Kampfansage nicht nur an die Gegner, sondern auch an das eigene Team, die bisherigen Leistungen nicht als Freibrief aufzufassen, vielmehr den eigenen Anspruch zum Maßstab zu machen. Bis auf Jens Feuerfeil, der seine Grippe noch nicht ganz überstanden hat, wird Trainer Viktor Proskuryakov auf den kompletten Kader zurückgreifen können, auch der zuletzt fehlende Timo Ludwig ist wieder dabei.

Der mit etwas Abstand auf Rang drei liegende EHC Bayreuth ist dabei, die guten Ergebnisse aus seinen ersten beiden Bayernligajahren zu wiederholen. Zweimal war das Erreichen der Aufstiegsrunde kein Problem gewesen – diesmal darf es ruhig etwas mehr sein, denn mittelfristig denkt man in der Wagnerstadt wieder an die Oberliga. Dafür hat Trainer Knut Pleger, der in der letzten Zwischenrunde Sergej Tchoudinov beerbte, allerdings seinen Kader keineswegs komplett aufgerüstet: Einige erfahrenere Kräfte gingen mit Brahmer oder Oppenberger, dafür kam eine Handvoll jüngerer Talente. Ein Abgang wiegt allerdings schwer, denn Jiri Mikesz erzielte  in der letzten Saison 66 Scorerpunkte. Mit Michael Hlozek vom Absteiger Höchstadt wurde ein adäquater Ersatz gefunden, der zu Geigenmüller, Bartosch oder Stoyan eine tolle Ergänzung des Sturms bildet. Vor allem im heimischen Tigerkäfig funktioniert das Spiel bisher: Mit sechs Siegen in sechs Spielen wurde das Optimale herausgeholt. Nur auswärts hapert es noch ein wenig, und vor allem die 0:5-Schlappe beim Derby in Weiden lag den Tigers etwas im Magen.

Mit Spannung blickt die Bayernliga aber bereits am Freitag auf die Spitze, denn die Bulls liegen nur zwei Punkte hinter den Dogs und sind begierig, ihren eigenen Anspruch auf die Führungsposition zu untermauern. Auch für sie bedeutet diese Begegnung einen, wenn nicht d e n Gradmesser schon in der Vorrunde. Der Kader von Harald Waibel besticht durch die Ausgeglichenheit seiner Reihen, in denen Spieler wie Ron Newhook, Pavel Vit, Markus Vaitl, Michael Grimm, Björn Friedl oder Marc Sill für einen Sturm sorgen, der dem der Dogs wenig nachsteht. Ihre einzige Niederlage bisher kassierte der amtierende Meister zum Saisonstart ausgerechnet beim Aufsteiger Lindau, danach folgte ein einziger Siegeszug.