Freud und Leid beim ESV Buchloe

Freud und Leid beim ESV BuchloeFreud und Leid beim ESV Buchloe
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Ob einer der beiden Teilnehmer des Finales der Bayernliga sein Aufstiegsrecht wahrnimmt, steht dagegen noch in den Sternen. Die Gefahr, dass der 14. der Bayernliga den bitteren Weg des gleitenden Abstiegs in die Landesliga antreten muss, ist längst noch nicht vom Tisch. 

Im Hinspiel um den begehrten Platz an der Sonne behielt der ESV Buchloe mit 6:2 (1:0, 4:0, 1:2) über Dorfen völlig verdient die Oberhand. Ersatzgeschwächt hatten die Eispiraten vor allem im zweiten Drittel enorme Probleme, dem Druck der Buchloer auf ihr Gehäuse Stand zu halten. Lediglich im letzten Drittel, als die Pirates mindestens einen Gang zurückschalteten, konnten die Dorfener noch eine Verbesserung des Torverhältnisses herbeiführen. Dies kann in der Gesamtabrechnung durchaus entscheidend sein. Für reichlich Spannung ist jedenfalls im Rückspiel am Sonntagabend gesorgt. 7

Ein Hauch von Wehmut wehte durch das Eisstadion an der Riesserseestraße, als der 3. ESV-Vorstand Benjamin Leinsle den Amerikaner Thomas Fortney verabschiedete. Aus beruflichen Gründen wird der sympathische Mann aus Missouri seine Schlittschuhe an den berühmten Nagel hängen und nach St. Louis zurückkehren. Als Anerkennung seiner herausragenden Leistungen für den ESV Buchloe hängt fortan sein Trikot mit der Nummer 23 über dem Kabineneingang des Heimteams.

Es entwickelte sich ein flottes Spiel mit guten Einschussmöglichkeiten auf beiden Seiten, die allesamt von den Torhütern Nico Bunck und Florian Warkus vereitelt wurden. Richtig Fahrt nahmen die Pirates in ihrer ersten Unterzahl auf. Tobias Kastenmeier, sowie Thomas Fortney scheiterten bei Alleingängen am Gästekeeper. Kaum waren die Buchloer wieder komplett erzielte Markus Vaitl das 1:0 (10.). In dieser Phase setzte die Sturmformation Vaitl-Ziegler-Kastenmeier die Akzente. Speziell der überragende Markus Vaitl war nur mit unfairen Mitteln zu bremsen. Weil die Pirates wie so oft Ihre Chancen nicht nutzten ging es mit dem schmeichelhaften 1:0 in die Pause. Das Mitteldrittel begann mit einem Paukenschlag. Schon nach 25 Sekunden erhöhte Florian Kaiser auf 2:0.  In der 29. Minute folgte dann vielleicht die Schlüsselszene der Partie. Der Dorfener Stefan Webstetter wurde nach einem Stockschlag mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe belegt. Zunächst traf Mathias Ziegler zum 3:0 (30), das 4:0 (32.) durch Markus Vaitl beendete den Arbeitstag von Goalie Bunck. Aber auch Däffinger wurde kalt erwischt. Mit einem Powerplay aus dem Lehrbuch stellte Georg Hessel nach glänzender Vorarbeit von Fortney und Curmann auf 5:0. Es war die beste Phase der Freibeuter. Die Zabeltruppe zündete ein wahres Feuerwerk in der Dorfener Abwehrzone, die Gäste kamen kaum zum Luftholen. Mit Glück und einem warm geschossenen Däffinger im Kasten der Eispiraten  retten die Gäste den Zwischenstand in die zweite Pause. Im Schlussdrittel nahmen  die Pirates das Tempo aus dem Match. Zeitweise verloren die Gastgeber völlig den Faden. Dominik Gerbl und Michael Geisberger nutzen diese Schwächeperiode mit zwei Treffern zum 5:2 (50., 54.). Mehrere Strafen in der Schlusssequenz verhinderten jedoch eine weitere Resultatsverbesserung. Den Endstand zum 6:2 (57.) markierte Tobias Kastenmeier in numerischer Überlegenheit.

In der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich ESV-Trainer Norbert Zabel mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. Ein Extralob erhielt der im Abiturstreß stehende Florian Kaiser: „ Der Florian hat heute eine starke kämpferische Leistung abgeliefert, was mich ganz besonders freut.“ Auch die  treuen Fans erhielten vom Übungsleiter Worte des Dankes: „Ihr habt uns nie ausgepfiffen und  seid auch in schwierigen Zeiten hinter uns gestanden. Mit euch im Rücken werden wir in Dorfen das Vier-Tore-Polster verteidigen, da bin ich mir ganz sicher.“

Standing Ovations erhielt der Mann, der einsam seine Ehrenrunden drehte. Thomas Fortney sagte leise Servus.