Fernduell mit Schongau in Burgau

EV Lindau bleibt in der LandesligaEV Lindau bleibt in der Landesliga
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Nichts ist unmöglich. Das ist das Motto unter dem am Freitag für die Cracks des EV Lindau die Fahrt zum letzten Vorrunden-Auswärtsspiel der Gruppe West in der bayrischen Landesliga steht. Beim ESV Burgau (20 Uhr) wollen die Islanders ihre Chance am Schopf packen, um im Fernduell mit der EA Schongau doch noch den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz zu schaffen. Eine halbe Stunde früher müssen die Mammuts gegen Bad Wörishofen spielen und gewinnen, sonst sind sie – wenn der EVL gewinnt – Platz zwei los.

Die Grundlage, selbst einen Sieg in Burgau zu erreichen, wird für die Islanders ohnehin schwer genug. Der ESV trat in den letzten Partien sehr konstant auf. Der Tabellenfünfte gewann vier seiner bisher erst zehn Spiele, darunter in Forst und gegen Bad Wörishofen. Seit Anfang des Monats haben sich die Eisbären mit dem Tschechen Zdenek Sikl (36) verstärkt, der schnell zum Schlüsselspieler wurde und in jedem Spiel mindestens einen Treffer erzielte. „Dazu ist er ein sehr guter Spielmacher, von dem die Nebenleute profitieren“, sagt EVL-Trainer Willy Bauer. Die haben ebenfalls Qualität: „Burgau hat wenige aber überdurchschnittlich gute Spieler und sie spielen sehr körperbetont. Wir müssen uns auf einen ganz harten Kampf einstellen.“ Erst wenn die Lindauer diesen erfolgreich gestalten sollten, wollen sie sich für die Geschehnisse in Schongau interessieren, „da wir die Situation dort ohnehin nicht beeinflussen können.“ Die Islanders gehen aber davon aus, dass Bad Wörishofen nach Schongau fährt, um sich so gut wie möglich zu verkaufen. „Wir würden es ja genauso machen.“ Da der direkte Vergleich für die EA Schongau spricht, muss der EVL auch darauf hoffen, dass Wörishofen mindestens einen Punkt holt. „Neutral betrachtet stehen unsere Chancen bei 1:99“, sagt Vorsitzender Marc Hindelang. „Aber wie oft hat im Sport dieses eine Prozent schon genügt. Ein Schongauer Sieg wäre das Normalste der Welt. Sie haben jetzt aber alles zu verlieren und ich möchte nicht in der Haut der Mammuts stecken, wenn das passieren sollte.“ Vor allem Torhüter Bastian Hohenester steht dabei unter Druck. Der 21-jährige muss Stammkeeper Christoph Lohr vertreten, der in Lindau Nerven zeigte und nach seiner Spieldauer-Disziplinarstrafe gesperrt ist.

Die Islanders gingen diese Woche mit der Situation sehr entspannt um. „Die Stimmung im Training war gut“, berichtet Bauer. „Das soll auch so sein, schließlich haben wir zuletzt richtig gut gespielt.“ Viermal haben die Islanders in Folge gewonnen, darunter gegen die Top-Teams aus Buchloe und Schongau. Auswärts hat sich die Mannschaft ebenfalls gesteigert, holte sich unter anderem wichtige Punkte in Bad Wörishofen. „Es gibt keinen Grund, negativ zu denken. Auch wenn der direkte Vergleich für Schongau spricht: Wir kämpfen, eisern solange eine Chance besteht.“, sagt Willy Bauer. Wie so oft in den letzten Wochen wird der EVL-Coach personell nicht aus dem Vollen schöpfen können. Ein Mix aus privaten, beruflichen und gesundheitlichen Gründen wird dafür sorgen, dass er doch einige Umstellungen wird vornehmen müssen. „Das kennen wir schon. Bisher haben wir von der Tiefe unseres Kaders profitiert. Unser Zusammenhalt ließ uns die Ausfälle bisher gut verkraften“, sagt er. Deshalb bleibt es bei den Islanders beim Motto: „Wir wollen immer gewinnen“ – auch wenn es bei einem starken Gegner schwer werden wird. Schließlich wollen sich die Lindauer im Fall der Fälle, einem Schongauer Ausrutscher, nichts vorwerfen müssen. Zudem würde sich mit einem Sieg im Rücken die Weihnachtsfeier am Samstag noch besser begehen lassen.