EVR erzwingt Entscheidungsspiel

EVR zieht nach Zitterpartie ins Bayernkrug-Finale einEVR zieht nach Zitterpartie ins Bayernkrug-Finale ein
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Im zweiten Play-off-Halbfinalduell zur Bayernligameisterschaft zwischen dem EV Regensburg und dem VER Selb gelang den Oberpfälzern ein Überraschungscoup. So konnten sich Sven Gerike und Co. gegen die favorisierten Oberfranken vor über 4100 Zuschauern in der heimischen Donau-Arena mit 5:3 behaupten.

Die Regensburger traten dabei trotz neuformierter Reihen äußerst souverän auf und lieferten ihre vielleicht beste Saisonleistung ab. Besonders das Experiment, den schwedischen Verteidiger Kristoffer Bäckström zusammen mit Thomas Daffner und Stefan Huber in die erste Sturmformation zu beordern, sorgte für überraschte Fanmienen.

Bereits nach 30 Sekunden hätte Sven Gerike beinahe den frühen Führungstreffer erzielt, als er aus der Nahdistanz überraschend an die Scheibe kam. Der Regensburger Routinier scheiterte jedoch am Selber Schlussmann Benjamin Dirksen. In der Folge taktierten beide Teams und neutralisierten sich gegenseitig, weshalb ein brandgefährlicher Schlagschuss von Gästeverteidiger Yann Jeschke die einzige nennenswerte Chance in der Anfangsphase blieb. Die erste Strafzeit der Partie sorgte schließlich aber doch noch für den Selber Führungstreffer, als Martin Lamich nach einem schönen Querpass den Puck nur noch ins leere Gehäuse befördern musste (8.). Die Hausherren erhöhten nun die Schlagzahl, konnten jedoch aus zahlreichen zwingenden Torchancen kein Kapital schlagen. Pech hatten sie, als Andreas Dörfler nur die Latte anvisierte (17.).

Die Regensburger Anhänger schöpften angesichts der guten Ansätze ihrer Mannschaft große Hoffnungen für den Mittelabschnitt. Diese sollten sich auch als berechtigt herausstellen, denn die Hausherren starteten nun einen regelrechten Sturmlauf und wurden dafür mit drei Treffern belohnt. Patrick Landstorfer (25.), Thomas Daffner (28.) und Daniel Huber (37.) überwanden den schwächelnden Dirksen und drehten die Partie. Im Gegenzug wurden die Selber Sturmformationen von den glänzend aufgestellten Regensburger Verteidigern beinahe komplett aus dem Spiel genommen, weshalb Jonas Leserer im zweiten Drittel nur während einer Überzahlmöglichkeit der Gäste ernsthaft ins Geschehen eingreifen musste.

Die Regensburger ließen sich nicht auf das Wagnis ein, dieses Ergebnis zu verwalteten und suchten auch im Schlussabschnitt ihr Heil in der Offensive. Durch aggressives Forechecking brachte man die phasenweise behäbig agierenden Gäste immer wieder in arge Bedrängnis. Während bei Mario Dörflers Versuch erneut die Latte für Dirksen retten konnte (44.), machte es sein Bruder Andreas in der 46. Minute besser, als er aus spitzem Winkel zum 4:1 traf. Das Spiel wurde nun zunehmend hitziger und es entwickelte sich eine turbulente Schlussphase. Zuerst nutzte Hannes Siegeris eine doppelte Selber Überzahl zum 2:4-Anschlusstreffer (48.), ehe Philipp Weinzierl mit einem satten Schlenzer in den Winkel den Gästen endgültig den Zahn zog (56.). Zwar konnte wiederum Hannes Siegeris mit dem dritten Selber Powerplaytor an diesem Abend noch einmal den Rückstand verkürzen (59.), doch mehr sprang für die Gäste nicht heraus. Auch, weil Sergej Waßmiller 90 Sekunden vor dem Ende der Partie bei seinem Alleingang an EVR-Goalie Jonas Leserer scheiterte.

Am Sonntag kommt es nun also zum letzten Aufeinandertreffen in der Selber Eissporthalle. Ab 18 Uhr fällt dann die Entscheidung, welches Team gegen den TEV Miesbach um die Bayernligameisterschaft kämpfen darf. (Michael Pohl)