EVL verpasst nach großem Kampf knapp die Sensation

EV Lindau bleibt in der LandesligaEV Lindau bleibt in der Landesliga
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Das große Finale hielt Wort. In einem packenden Kampfspiel bot der EV Lindau beim EV Regensburg einen großen Kampf, verlor das „Endspiel“ um Platz eins der Landesliga-Aufstiegsgruppe A mit 2:4 (1:1, 0:1, 1:2). Damit bleiben die Lindauer Zweiter, Regensburg steigt in die Bayernliga auf.

4086 Zuschauer, darunter über 200 Lindauer Fans in der voll besetzten Donau-Arena wollten das Duell der beiden besten Teams der Aufstiegsrunde sehen Auch wenn spielerische Highlight erwartungsgemäß etwas zu kurz kamen, wurden sie nicht enttäuscht. Beide Mannschaften gingen vor allem körperlich an ihre Leistungsgrenzen und boten einen packenden Thriller.

Es stand viel auf dem Spiel, das war den Mannschaften anzumerken. Lindau musste gewinnen, Regensburg reichte ein Unentschieden. Die Nervosität war auf beiden Seiten aber gleich spürbar. Gleichzeitig ereilte die Islanders schnell einiges an Pech. Beim ersten Wechsel bekam Sascha Paul einen Schlagschuss auf den Brustkorb und war danach mit einer Rippenprellung gehandicapt. Beim nächsten Einsatz brach sich Sebastian Szeja bei einem Zweikampf an der Bande den Arm und dann hatte Mitte des ersten Drittels auch noch Jiri Kunce Probleme mit seinem Schlittschuh. Die Kufe ließ keine Einsätze im ersten Drittel mehr zu. Später konnte der Schaden zwar repariert werden, „aber wenn dir im Powerplay zwei deiner vier Stamm-Verteidiger ausfallen, wird es noch schwerer, den Rhythmus zu finden“, sagte Willy Bauer. Zu diesem Zeitpunkt hatte sein Team schon knifflige Situationen überstehen müssen, unter anderem eine doppelte Unterzahl in der siebten Minute. Ihr zweites Powerplay nutzten die Islanders allerdings. Über Dominic Mahren und Tobias Zappe kam die Scheibe in der zwölften Minute zu Kristoffer Bäckström. Der Schwede schlenzte den Puck genau in den Winkel und versetzte damit den Lindauer Fanblock in Freudentaumel und Regensburg in Schockzustand. Die Gastgeber erhöhten den Druck und gingen vor allem in Person von Ex- Nationalspieler Thomas Daffner voll auf den Körper. Nicht jede dieser Aktionen war sauber, aber auch die Islanders spielten konsequent. So dominierten Überzahlsituationen hart umkämpfte Partie. Kurz vor der Drittelpause hatten die Lindauer durch Volek die Chance zum 0:2, aber EVR-Goalie Jonas Leserer verhinderte dies, genau wie Andi Hops auf der anderen Seite ein Break von Mario Ritter gerade noch unterbinden konnte. Dennoch konnten die Lindauer die Führung nicht mit in die Kabine nehmen.

Ein Fehler im Aufbau aus dem eigenen Drittel brachte Sven Gerike in Scheibenbesitz, der im Nachschuss den starken Waldemar Quapp überwinden konnte. „So ein Gegentor 24 Sekunden vor der Pause ist brutal bitter“, sagte Willy Bauer, der schon früh einen Substanzverlust seines Teams sah. „Die vielen Unterzahlsituationen haben viel Kraft gekostet“. Dennoch überstanden die Islanders gleich zu Beginn des zweiten Drittels eine doppelte Unterzahl. Die Scheibe lief auf beiden Seiten besser, auch wenn sich beide Mannschaften wenig Raum ließen Chancen Mangelware waren. Mitte des zweiten Drittels hatten die Gäste zwei Mann mehr auf dem Eis, machten dabei aber zu wenig, wie sie auch in manchen Szenen zu gehemmt wirkten. Anders der EVR. In der 35. Minute spielte Regensburg in Überzahl, die Islanders standen gut, bis sie kurz die Übersicht verloren. Thomas Daffner nutzte das mit einem verdeckten und unhaltbaren Handgelenkschuss in den Winkel. Regensburg führte erstmals in diesem Spiel – der EVL brauchte nun zwei Tore, um im Aufstiegsrennen zu bleiben. Die Islanders reagierten, spielten nun druckvoller. Tobias Zappe hatte beinahe im Gegenzug die große Chance zum Ausgleich, aber Regensburgs Torhüter Leserer zeigte eine Glanzparade. „Den hat er ganz stark gehalten“, sagte Zappe, der mit Peter Kraus und Dominic Mahren die besten Lindauer Offensiv- Akzente setzte.

Auch im letzten Drittel stürmten die Gäste. Der überragende Kristoffer Bäckström hatte in der 42. Minute den Ausgleich auf dem Schläger, sein Schuss wurde aber über das Tor abgefälscht. Die Entschlossenheit der Gäste war groß, mündete aber in Übermotivation. Ein Missverständnis zwischen Waldemar Quapp und seinen Vorderleuten sorgte für die Vorentscheidung. Martin Ritter hatte wenig Mühe, den Querschläger in der 44. Minute zum 3:1 im EVL-Tor unterzubringen. Aber selbst das Brach die Lindauer nicht. Konsequent brachten die Gäste jede Scheibe zum Tor und setzen Regensburg unter Druck. Zappe, Hops und Volek hatten Chancen zum Anschluss, der zehn Minuten dann auch gelang. Wieder war es Bäckström, der in Überzahl Zuschlug. Hoffung für den EVL und auch die Lindauer Fans, die ihre Mannschaft bis zum Schluss nach Kräften unterstützten. Sie sollte aber nicht lange währen. In den Lindauer Druck hinein platze ein Break von Christian Setz, der nur mit einem Foul gestoppt werden konnte. Den fälligen Penalty verwandelte Setz selbst (52.). „Wenn der nicht drin ist, kommen wir noch einmal zurück“, sagte der sportliche Leiter Bernd Wucher. „Aber es waren halt wie oft in solchen Endspielen Kleinigkeiten, die entschieden haben.“ Die waren diesmal auf Seiten der Regensburger. Willy Bauer nahm zwar noch Quapp auf dem Eis, aber auch mit sechs Feldspielern gelang den Lindauern kein Treffer mehr. Regensburg durfte den Aufstieg feiern und die Islanders bekamen für einen großen Kampf zurecht viel Applaus vom eigenen Anhang, aber auch vom Gegner. „Es war ein würdiges Finale. Glückwunsch an Regensburg. Wir haben jetzt ein neues Ziel und wollen jetzt das kleine Finale erreichen.“