EVL verliert unglücklich vor vollem Haus gegen SonthofenEV Lindau

EVL verliert unglücklich vor vollem Haus gegen SonthofenEVL verliert unglücklich vor vollem Haus gegen Sonthofen
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„Niemand darf enttäuscht sein. Wir haben einen großen Abend erlebt und sind stolz auf unsere Mannschaft, aber auch darauf, wie dieser Saisonhöhepunkt insgesamt abgelaufen ist“, sagte  EVL-Vorsitzender Marc Hindelang.

Logistisch war es eine große Leistung der Ehrenamtlichen des EV Lindau und des Fördervereins aber auch der Ordungsdienste bis hin zur freiwilligen Feuerwehr. Schon um 17 Uhr war die Eissportarena bis auf den letzten Platz gefüllt und dieser Kulisse passten sich auch die beiden Mannschaften an. Die Islanders legten ihre Anfangsnervosität schnell ab und begegneten den Bulls sogar auf Augenhöhe. Auch einen ersten Rückschlag, eine Spieldauer- Disziplinarstrafe gegen Benjamin Arnold wegen eines Bandenchecks mit Verletzungsfolge nach 8 Minuten steckten die Lindauer weg. In der Folge nahmen die Gäste zwei Strafen wodurch der EVL mit vier gegen drei spielen konnte und Druck machte. Zunächst hatte Lubos Sekula das ERC Tor noch verfehlt, aber über Sascha Paul kam die Scheibe zu Zdenek Cech, der in der 11. Minute gegen seinen Ex-Klub im Nachschuss erfolgreich war. Die Hausherren hätten sogar nachlegen können, aber Daniel Pfeiffer scheiterte wenig später knapp. Damit hatten sich die Lindauer durchaus Respekt bei Sonthofen verschafft. Der Tabellenführer erhöhte den Druck, so dass EVL- Goalie Varian Kirst immer mehr in den Blickpunkt geriet. Seine größten Taten vollbrachte er gegen Christian Krötz (13.) und Ron Newhook (16.), so dass die Islanders die Führung mit in die Kabine nehmen konnten.

Das zweite Drittel begannen die Lindauer zwar in Unterzahl, den ersten Stich setzten sie aber selbst. Gerade wieder komplett ging Nikolas Oppenberger rechts durch legte sich die Scheibe fast zu weit vor, stocherte sie aber dann doch irgendwie am starken ERC- Keeper Thomas Zellhuber vorbei ins Netz. Gespielt waren gerade erst 36 Sekunden. Viele rieben sich verwundert die Augen: 2:0 gegen Sonthofen, das hätte keiner für möglich gehalten. „Wir haben sehr gut gespielt“, lobte EVL- Trainer Pavel Mojtek sein aufopferungsvoll kämpfendes Team. „Leider haben wir aber den einen oder anderen Fehler zu viel gemacht, gegen eine sehr clevere Mannschaft.“

Eine Schlüsselszene war dabei sicher die 26. Minute. Sonthofen hatte den Druck erhöht und spielte wesentlich aggressiver, scheiterte aber immer wieder an Kirst, der einmal die 1200 so staunen ließ, dass es komplett Still in der Arena war, als er einmal waagrecht durch sein Tor flog und den Anschluss durch Marc Sill verhinderte. Das hätte den Tabellenführer nachhaltig frustriert, wenn nicht Sekunden später später dem ERC ein Glückstreffer weitergeholfen hätte. Zweimal wurde der Schuss abgefälscht – unhaltbar für jeden Keeper der Welt. Als Torschütze durfte sich Andreas Kleinheinz feiern lassen. Die Qualität der Gäste kam danach sofort zum Tragen. Konsequent brachten die Bulls die Scheiben zum Tor und wurden schon zwei Minuten später belohnt. In Überzahl war es erneut ein abgefälschter Schuss, diesmal von Pavel Vit, der zum 2:2 im EVL- Tor landete.

Wer glaubte, die Islanders würden jetzt einbrechen, sah sich getäuscht. Angefeuert von den phantastischen Kulisse, die den Weiß-Blauen einen starken Rückhalt gab, fanden die Gastgeber zu ihrem Spiel zurück und befreiten sich auch vom Druck des Favoriten. Jiri Kunce und Martin Masak hatten sogar in Überzahl gute Möglichkeiten zur erneuten Führung.

Im Schlussabschnitt wurde es etwas hektisch, zahlreiche Strafen taten dem Spielfluss nicht gut, aber es blieb jederzeit spannend. Der Favorit optisch überlegen, die Islanders die dagegen hielten und ihre Nadelstiche setzten. Zweimal hatten sie im Powerplay Chancen zur Führung: Zunächst nach einer Spieldauer- Disziplinarstrafe gegen Markus Vaitl (Hoher Stock mit Verletzungsfolge gegen Stefan Wissenbach), als Oppenberger vorbei zielte. Zwölf Minuten vor dem Ende, als erneut Oppenberger bei fünf gegen drei an Zellhuber scheiterte. Bitter, dass sich die Lindauer in dieser Phase einen Wechselfehler leisteten. „Das war der eine Fehler, den wir zu viel gemacht haben und der uns auch um einen möglichen und nicht unverdienten Punkt gebracht hat“, sagte Marc Hindelang. Passend zur Geschichte dieses Spiels war es wieder ein diesmal von Marc Sill abgefälschter Schuss, der Sonthofen erstmals mit 2:3 in Führung brachte (50.). Das war ein Wirkungstreffer. Zwar versuchten die Lindauer noch alles, um eine Wende herbei zu führen. Dafür war der ERC aber zu clever und zu stark, um sich seinen ersten Sieg in der Eissportarena noch nehmen zu lassen. Zu allem Überfluss erhielt Timo Krohnfoth 24 Sekunden vor Schluss ebenfalls noch eine Spieldauer-Disziplinarstrafe.