EVL gibt gegen Memmingen erneut Zwei-Tore-Vorsprung ab

EVL gibt gegen Memmingen erneut Zwei-Tore-Vorsprung abEVL gibt gegen Memmingen erneut Zwei-Tore-Vorsprung ab
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Unter dem Strich hatten die Lindauer aber erneut das Gefühl, zwei weitere Zähler verschenkt zu haben. Gut in das Spiel gestartet, gingen sie bereits nach sieben Minuten durch Christof Hehle in Führung. Die Gastgeber diktierten den Rhythmus der Partie, kontrollierten den Gegner und konnten nachlegen: Nach 15 Minuten traf Andreas Pufal in Überzahl zum 2:0. Weitergeholfen hatte den Islanders dabei ein wenig Entspannung an der Verletztenfront: Statt zehn Mann fielen nur noch fünf aus, allerdings spielte nicht jeder Lindauer im Vollbesitz seiner Kräfte. Dafür war der Ertrag aber ausreichend.

Dass das Spie des EVL derzeit ein fragiles Gebilde ist, zeigte das zweite Drittel. Nach nur 47 Sekunden drohte bereits der Anschlusstreffer: Der sonst sehr souveräne Schiedsrichter Thomas Buckmann pfiff einen umstrittenen Penalty gegen die Islanders, den die Gäste allerdings vergaben. Das Tor holten sie aber nur wenig später nach. Wie so oft in den letzten Partien waren dem Treffer von Stefan Rott (23.) individuelle Fehler vorausgegangen. Die summierten sich in der Folge. Das 2:2 von Nikolai Varianov nur Sekunden später brachte die Gastgeber dann komplett ins Schwimmen. „Alles was wir zuvor gut gemacht haben, haben wir danach komplett über den Haufen geworfen“, sagte Teammanager Sebastian Schwarzbart. Die Islanders verloren ihre Linie, nicht aber ihre Einstellungen, so dass es mit einem Unentschieden in das letzte Drittel ging.

Hier hatten sich die Lindauer wieder gesammelt und boten den Indians ein offenes Spiel, hatten dabei sogar leichte Vorteile. „Gegenüber dem letzten Heimspiel habe ich eine Qualitätssteigerung gesehen“, sagte Trainer Michael Rossi. „Man muss aber auch ehrlich sagen, dass in der aktuellen Lage nicht viel mehr drin ist, vor allem, wenn einen zwei Fehler den Sieg kosten.“ Fast wären die Islanders zum fünften Mal in Folge total leer ausgegangen. Dafür verantwortlich: Eine Undiszipliniertheit von Christof Hehle, der wegen Stockstichs sechs Minuten vor dem Ende vollkommen zurecht eine Spieldauer-Disziplinarstrafe erhielt. Mit großem Einsatz verhinderten die Islanders in dieser fünf Minuten-Strafe lange einen Gegentreffer, eine Minute sogar mit zwei Mann weniger auf dem Eis. Kurz vor Ende der Strafe erzielte dann aber Tim Tenschert das 2:3 (59.).

Diesmal bewiesen die Lindauer aber Comeback- Qualitäten.  Wenig später bekam Memmingen eine Strafe auf gebrummt. Michael Rossi nahm eine Auszeit und stellte sein Team richtig ein: 75 Sekunden vor Schluss schoss der angeschlagen in die Partie gegangene Jiri Kunce nach Bullygewinn von Jim Nagle das viel umjubelte 3:3. Zehn Sekunden vor Schluss hatte Nagle sogar die Chance zum Siegtreffer: Völlig frei tauchte der Amerikaner vor ECDC-Keeper Martin Niemz auf, der mit einem Blitzreflex den EVL-Sieg verhinderte. Auch im Penaltyschießen hatte Niemz die besseren Antworten als der beim EVL für den guten Michael Gundlach eingewechselte Waldemar Quapp. Mike Dolzeal verwandelte als einziger Lindauer Schütze, Tenschert und Varianov verwandelten für die Gäste zum schmeichelhaften Sieg.