EVL baut auf „Jetzt erst Recht“-Gefühl

EVL baut auf „Jetzt erst Recht“-GefühlEVL baut auf „Jetzt erst Recht“-Gefühl
Lesedauer: ca. 3 Minuten

„Jetzt müssen alle Spieler Verantwortung übernehmen, um die Ausfälle zu kompensieren“, fordert Trainer Michael Rossi von seiner Mannschaft und legt den Finger in die Wunde: Zu oft habe sich der eine oder andere in vergleichbaren Situationen der Vergangenheit wohl hinter anderen versteckt. „Das bringt uns nicht weiter. Um erfolgreich zu sein brauchen wir alle Mann an Bord.“ Zumal man an diesem Wochenende mit Dorfen und am Sonntag im Heimspiel gegen Waldkraiburg (17.30 Uhr) auf Gegner treffe, die man am Saisonende hinter sich lassen wolle. „Wegweisende Spiele“, nennt sie der Trainer, „die über den Willen entschieden werden.“

In Dorfen treffen die Islanders auf einen ambitionierten und heimstarken Gegner, der als Saisonziel „mindestens Platz acht“ ausgerufen hat. Der neue Trainer John Samanski, als Spieler eine Legende beim Nachbarn Erding, hat eine kampfstarke und kompakt spielende Mannschaft, die zum Start zweimal nur unglücklich gegen Schweinfurt (2:3) und im Derby in Waldkraiburg (2:4) verlor und nun auf die ersten Punkte drängen wird. Kurz vor dem heutigen Transferschluss bekam er mit Alexander Eberl (Moosburg) noch einen weiteren Stürmer zu seinem ausgeglichenen Kader dazu.

Bei den Islanders wird sich dagegen trotz der Ausfälle auf dem Transfermarkt aktuell nichts mehr tun. „Wir werden sicher keinen Schnellschuss machen. Jetzt müssen sich eben andere zeigen“, sagt der sportliche Leiter Bernd Wucher, der für das Wochenende aber Standby-Spieler Peter Kraus reaktivieren konnte. Der 38-jährige muss aus beruflichen Gründen zwar kürzer treten, war aber in der Saisonvorbereitung einige male mit dem Team auf dem Eis. „Er ist fit, routiniert und defensiv stark. Er wird uns helfen“, sagt Teammanager Sebastian Schwarzbart.

Dazu soll heute Abend James Nagle wieder im Lindauer Trikot auflaufen. Der Amerikaner kehrt aber erst am Mittag aus seiner Heimat zurück und wird direkt aus Frankfurt anreisen. Die pünktliche Ankunft wird auch von den Verkehrsverhältnissen abhängen. Alles in allem nicht optimale Voraussetzungen für die Islanders aber es gilt ja nun das Motto: „Jetzt erst recht!“

Der starke Aufsteiger Waldkraiburg kommt

Eine Premiere erwartet die Lindauer Eishockey-Fans am Sonntag (17.30 Uhr). Erstmals wird der EHC Waldkraiburg in der Eissportarena gastieren. Ein ebenso interessanter wie schwerer Gegner für die Islanders, sind die Löwen doch der mit Abstand beste der drei Aufsteiger aus der Landesliga.

Dass die Oberbayern überhaupt eine Klasse niedriger landeten, war vor anderthalb Jahren eine Sensation: Mit viel Pech stieg der Traditionsverein, der 2008 noch die Bayernliga dominierte und souverän Meister wurde, ab. Allerdings wurde der Betriebsunfall schnell repariert. Mit einem verjüngten Team und einigen Spielern aus den eigenen Reihen an Bord stürmte der EHC durch die Landesliga Süd- West, gab nur drei Punkte ab und erzielte im Schnitt knapp acht Tore pro Spiel. Die beeindruckende Offensive (Jürgen Lederer erzielte vergangene Saison 92 Scorerpunkte, Daniel Hämmerle 71) wurde mit den Gebrüdern Piskunov, die die Lindauer noch aus den Spielen gegen Burgkirchen und Freising kennen, verstärkt.

Die Lindauer Hintermannschaft um die defensiv starken Säulen wie Andreas Pufal und Jiri Kunce wird also jede Menge zu tun bekommen. Deren Kollege Tobias Fuchs soll dagegen wieder im Sturm auflaufen, auch wenn Standby-Spieler Peter Kraus wieder mit von der Partie sein wird. „Wir sind froh, solch verschiedene Spielertypen zu haben: Welche, die in der Defensive aufräumen und welche mit Allrounderqualitäten“, sagt Trainer Michael Rossi. Eine Flexibilität, die sich auszahlen soll, schließlich wollen die Islanders den Aufsteiger zuhause bezwingen. „Das ist ein Anspruch, dem wir uns einfach stellen müssen, bei allem Respekt vor dem sicher guten Gegner.“ Das unterstreichen die ersten Ergebnisse der Löwen: In Bayreuth verkauften sich die Oberbayern beim 1:4 sehr teuer und schlugen anschließen zuhause den ESC Dorfen mit 4:2. Aber ohnehin heißen die Aufgaben der Islanders punkten und gesund bleiben.