EV Lindau verliert Aufsteigerduell in Weiden

EV Lindau verliert Aufsteigerduell in WeidenEV Lindau verliert Aufsteigerduell in Weiden
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Noch am Freitag boten die Islanders Meister Miesbach durch ihr überzeugendes Penalty-Killing und eine 100 Prozent Quote Paroli, bei den Blue Devils sank die Erfolgsquote auf 50 Prozent. Zehnmal Unterzahl, fünfmal schlug es im Lindauer Kasten ein, so dass der EVL trotz großer Moral ohne Chance war, die Rückstände aufzuholen.

Ohnehin standen die Vorzeichen für einen Auswärtssieg vorab nicht gut für die Lindauer. Mit Peter Kraus, Christof Hehle und Martin Krügers fehlte den Gästen gleich eine komplette Sturmreihe. Vor allem der Ausfall von Kraus machte sich bemerkbar, da Trainer Willy Bauer mit Jim Nagle und Matthias Schwarzbart nur noch zwei Mittelstürmer aufbieten konnte, die abwechselnd mit drei Außenstürmerpaaren agierten. So kamen die Islanders nach der langen Busfahrt erst einmal schwer in Tritt, hatten aber einmal mehr in Michael Gundlach einen starken Rückhalt im Tor. Nach dem Anfangsschwung der Blue Devils, die unter dem neuen Trainer Josef Hefner den 1064 Zuschauern einen Sieg bieten wollten, gestalteten die Gäste die Partie ausgeglichen und verpassten es, bei zwei guten Chancen in Führung zu gehen. Allerdings warfen zwei Gegentore innerhalb von 43 Sekunden die Lindauer weit zurück. Zunächst traf Christoph Schönberger bei der zweiten Überzahl der Gastgeber. Kaum wieder komplett leisteten sich die Islanders eine weitere Strafe die von den Blue Devils nach demselben Strickmuster erneut genutzt wurde: Querpass an den langen Pfosten, Tor Weiden – in diesem Fall durch Michael Pastika. „Wir haben anschließend erneut besprochen, wie Weiden im Powerplay den Abschluss sucht, offenbar kam das bei der Mannschaft nicht an“, sagte ein enttäuschter Willy Bauer, der mit ansehen musste, dass seine Unterzahlspezialisten sich beim 3:0 von Marcel Waldowsky erneut zu naiv anstellten (22.). Bei eigener Überzahl allerdings zeigten die Islanders ihre Qualität. Nur drei Minuten später erzielte Andreas Pufal von der blauen Linie aus das erste Lindauer Tor, das nun Weiden in Schwierigkeiten brachte. Der EVL agierte druckvoll, sorgte für Betrieb vor dem Tor von Oliver Engmann und war schon in der 27. Minute – mit zwei Mann mehr auf dem Eis – wieder erfolgreich. Diesmal war es Milan Liebsch, der auf 3:2 verkürzte. „Dann waren wir gut dabei und haben viel Moral gezeigt“, sagte Bauer. Allerdings bekamen die Islanders keine Chance mehr in Überzahl zu spielen. Weiden leistete sich für den Rest des Spiels keine Strafen mehr – im Gegensatz zum EVL. „Wir waren immer einen Schritt zu langsam und haben deshalb dumme Fouls gemacht, die Weiden zu Toren genutzt hat“, sagte Bauer. Das hatte in der 35. Minute Folgen, als Florian Bartels zum 4:2 einschoss. Der EVL hatte die passende Antwort parat. Jiri Kunce vollendete aus der Drehung zum erneuten Anschluss und sorgte mit dem Tor in der 38. Minute wieder für Hoffnung im Lindauer Lager. Es war das einzige Tor des Abends das bei gleicher Spieleranzahl erzielt wurde.

So richtig kam eine Aufholjagd der Islanders aber nicht zustande. Während Weiden spielerisch überzeugte und zu einige Chancen kam, war dem EVL anzumerken war, dass das Comeback am Freitag gegen Miesbach Kraft gekostet hatte. Auch der Substanzverlust durch die Ausfälle war wohl zu hoch. Zudem waren es wieder vier Strafen, die Zeit und Energie kosteten und zum Vorentscheidenden 5:3 durch EVW-Kapitän Florian Zellner in der 51. Minute führten.

Was folgte, war zwar der Versuch des EVL sich aufzubäumen, aber gegen die sicherere Defensive der Blue Devils fehlten den Islanders die Mittel, um sich durchzusetzen. Als Willy Bauer alles riskierte und Torhüter Gundlach zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis holte, nutzten das die Oberpfälzer zehn Sekunden vor Schluss zum 6:3-Endstand durch Miika Jäske. Weiden darf dadurch weiter von Platz Acht träumen, der EVL bleibt im unteren Tabellendrittel hängen.