EV Lindau gewinnt Kampfspiel in Pegnitz

EV Lindau bleibt in der LandesligaEV Lindau bleibt in der Landesliga
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Dank dreier Unterzahltore hat der EV Lindau jetzt seine Endspiele um den Aufstieg in die Bayernliga. Durch den 5:3 (1:2, 2:0, 2:1)-Sieg beim EV Pegnitz gehen die Islanders punktgleich mit dem 1. EV Weiden (gewann 11:5 gegen Freising) in die direkten Duelle. Allerdings bezahlten die Lindauer den Erfolg in einem Nervenschocker allererster Kategorie teuer: David Volek und Phillip Hocker kassierten schon im ersten Drittel Spieldauer- Disziplinarstrafen und sind am kommenden Sonntag gesperrt.

Der 1. EV Weiden war schon in Pegnitz mehr präsent, als den Lindauern lieb war. Nicht nur, dass der Nord-Meister dem benachbarten Vierten 100 Liter Freibier bei einem Sieg gegen den EVL in Aussicht gestellt hatte, die kommende Partie spukte wohl schon dem einen oder anderen Lindauer Spieler im Kopf herum. „Wir haben nervös begonnen und sind auch nicht so clever in die Zweikämpfe gegangen“, sagte Trainer Willy Bauer. Das rächte sich gegen einen hoch motivierten Gegner. Zwar hatte Pavel Mojtek Pech, als sein Schuss in der dritten Minute via Fanghandschuh des ausgezeichneten Pegnitzer Torhüters Jens Braun am Pfosten landete. Mehr vom Spiel hatten die Gastgeber, weil sie von den Islanders viel zu viel Platz zugestanden bekamen. Dies nutzte Torsten Glück in der 27. Minute zum 1:0, nachdem sich ein abgefälschter Schuss über Waldemar Quapp kurios ins Tor senkte. Damit begann die schwierigste Zeit für den EVL. Zunächst schickten die Schiedsrichter David Volek mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe wegen eines Checks gegen den Kopf des Gegners vom Eis, knapp drei Minuten später erwischte es Phillip Hocker, der seinen Gegenspieler mit einem Bandencheck verletzte. „Da waren die Jungs zu übermotiviert. Beide Strafen gehen in Ordnung. Im letzten Drittel waren mir allerdings zu viele Schwalben und eine einseitige Strafenverteilung dabei“, sagte EVL- Vorsitzender Marc Hindelang, der den Charakter und den Einsatz seines Teams in Unterzahl lobte. Allen voran Pavel Motjek machte in 14. Minute einen Bombenjob, startete mit zwei Mann weniger auf dem Eis ein Solo und vollendete hoch zum 1:1. Dieses Tor war umso wichtiger, als Pegnitz anschließend die Strafen durch Stefan Hagen nutzte und wieder in Führung ging. Mit großem Einsatz und einem starken Waldemar Quapp im Tor verhinderten die Lindauer mehr Gegentreffer in Unterzahl. Zu ihrem Spiel fanden sie in diesem Drittel allerdings nicht mehr.

Trainer Willy Bauer monierte genau das in einer leidenschaftlichen Kabinenansprache. Mehr Willen, mehr spielerische Klasse, mehr Tempo sollte der EVL zeigen, und das tat er auch. Nach anderthalb Minuten im zweiten Drittel glichen die Gäste aus. Peter Kraus behauptete die Scheibe mit tollem Einsatz im gegnerischen Drittel, passte zu Benjamin Hecker, der die Scheibe zum Torschützen Martin Krügers weitergab. Jetzt waren die Lindauer im Spiel, kämpften in Unterzahl weiter stark und spielten Chancen heraus. Die agilen Christof Hehle und Dominic Mahren hatten in der 32. Minute die besten, vergaben aber. Genauso hätte Pegnitz in einer ausgeglichenen Partie wieder in Führung gehen können, da die Gäste nach wie vor zu viele Chancen zuließen. Dennoch kippte das Spiel dann mehr und mehr in die Richtung der Gäste. Zwei Minuten vor der Pause war es dann Dominic Mahren, der in der neutralen Zone die Scheibe eroberte, mit einer Willensleistung zum Tor zog und flach zum 2:3 vollendete. Noch in diesem Drittel hätte der EVL erhöhen können. Aber Braun verhinderte bei drei weiteren guten Lindauer Chancen das vierte Gästetor.

So blieb es ein Spiel, in dem der EVL zwar überlegen war und die klareren Chancen hatte, die Ice Dogs aber immer wieder gefährlich vor dem Tor von Quapp auftauchten. Nachdem Hecker mit einem Lattenschuss Pech hatte (46.) und Mojtek eine Minute später mit einem Alleingang erneut an Braun scheiterte, wurde es sogar dramatisch. Durch einen verdeckten Schuss kam der EVP zehn Minuten vor dem Ende zum Ausgleich, allerdings war dem Treffer ein Foul an Mahren vorausgegangen. Ohnehin gab es Strafen nur nun noch gegen die Gäste: Mahren reklamierte nur wenig später und bekam eine zehn Minuten Strafe aufgebrummt, was für ihn gleichbedeutend mit dem Ende des Spiels war. Dazu mussten die Islanders acht der letzten zehn Minuten in Unterzahl überstehen. Und das taten sie mit großem Willen und Charakter. Nicht nur, dass sie ohne Gegentreffer blieben: Sechs Minuten vor dem Ende schickte Martin Krügers Pavel Mojtek auf die Reise, der eiskalt zum 3:4 vollstreckte. Jetzt ließen sich die Islanders nicht mehr von der Siegesstraße abbringen. Krügers selbst machte dann vier Minuten vor Schluss erneut in Unterzahl mit dem 3:5 alles klar. Der EVL hatte gegen alle Widerstände einen großen Willenssieg errungen. „Nichts für schwache Nerven, aber gut für die Moral“, sagte Willy Bauer: „Jetzt können wir befreit aufspielen.“ Mit dem Erfolg haben die Islanders nun auch mindestens den zweiten Platz der Gruppe B und damit die Spiele um Platz Drei der Landesliga sicher. Aber auch das ist klar: Jetzt wollen sie mehr.