EV Lindau bleibt an Selb dran

EV Lindau bleibt in der LandesligaEV Lindau bleibt in der Landesliga
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Mit einem sensationellen Endspurt beim SC Forst hat der EV Lindau seine Chancen auf den Bayernliga-Aufstieg gewahrt. Die Islanders siegten nach einem 0:4-Rückstand nach 43 Minuten noch mit 5:4 (0:0, 0:2, 5:2) und bestreiten nun am kommenden Samstag in Selb (gewann 7:0 in Straubing) ein Endspiel um den Gruppensieg.

„Ein Musterbeispiel dafür, was man mit Willen, Einsatz und Glauben an sich erreichen kann“, nannte EVL-Trainer Willy Bauer die Leistung seines Teams, nachdem er seine Sprache wieder gefunden hatte. Seine ersatzgeschwächte Mannschaft (ohne Sascha Paul, Phillip Hocker und Dominic Mahren, dazu stellten sich David Volek und Matthias Köhler trotz ihrer Verletzungen zur Verfügung) hatte sich gegen einen hoch motivierten Gegner aus einer schier aussichtslosen Situation befreit. Dass es für den EVL nicht einfach werden würde, hatte sich von Beginn an gezeigt. Der SC Forst wollte Wiedergutmachung für die 1:9-Pleite in Lindau und spielte ein überlegenes erstes Drittel gegen die Islanders, denen die notwendigen Umstellungen gerade in Über- und Unterzahl zunächst nicht gut taten. Dank eines starken Torwarts Waldemar Quapp ging es mit 0:0 in die Kabine. Im mittleren Abschnitt änderte sich das Bild kaum. Das Spiel präsentierte sich zwar ausgeglichener, dafür ging Forst durch Tore in der 25. und 29. Minute mit 2:0 in Führung.

In der EVL-Kabine ging es zur zweiten Pause eher ruhig zu. Trainer Bauer stellte die Reihen um und nahm seine Spieler in die Verantwortung, eine Reaktion zu zeigen. Allerdings mussten die Islanders den Schlussabschnitt in Unterzahl beginnen, was sich prompt rächte. Nach 48 Sekunden erhöhte Forst auf 3:0 und nutzte gleich die nächste Chance um sogar das 4:0 zu erzielen. Viele Teams hätten sich in dieser Situation wohl aufgegeben, nicht aber die Lindau Islanders. Ein Wendepunkt war sicherlich das schnelle 4:1 durch David Volek nur eine Minute später, dass die Lebensgeister der Lindauer weckte. Plötzlich griffen die Mechanismen und die Entschlossenheit kam zu den Lindauer Spielern zurück. Der junge Timo Krohnfoth gehörte zu denjenigen, die jetzt eine Führungsrolle übernahmen. Seinen Pass verwertete erneut David Volek zum 4:2 (47.). Als Krohnfoth selbst nur 34 Sekunden später in Überzahl traf, waren die Islanders endgültig wieder im Spiel. Innerhalb von 164 Sekunden hatten sich die Lindauer herangekämpft und bei den „Nature Boyz“ Panik ausgelöst. Auch eine Auszeit brachte die Gastgeber nicht ins Spiel zurück. Der EVL drückte mit zwei Reihen und tauchte immer wieder gefährlich vor dem Tor der Allgäuer auf. Gerade hatten diese in der 53. Minute ein Powerplay des EVL überstanden, als Pavel Mojtek doch noch einmal zuschlug und zum 4:4-Ausgleich traf. Was folgte war ein atemberaubender, offener Schlagabtausch.

Der EVL musste unbedingt gewinnen, um im Rennen um Platz Eins zu bleiben. Wie er das dann schaffte, war sensationell: Vier Minuten vor Ende waren die Islanders gleich mit zwei Mann weniger in Unterzahl. Angesichts des starken Forster Powerplays drohte nun die Niederlage. Stattdessen fing Mojtek die Scheibe ab, lief allein auf das SC-Tor zu und traf zum viel umjubelten 4:5. Eine Führung, die die Islanders mit viel Engagement und Leidenschaft über die Zeit brachten und nun zu einem Endspiel um den Gruppensieg in Selb antreten werden. „Wie sich die Mannschaft das noch erarbeitet hat, war unglaublich und macht mich stolz“, sagte Willy Bauer. „Jetzt hoffen wir natürlich auf Unterstützung bei unserem Finale am Samstag.“ Dazu organisiert der EVL einen Fanbus. Informationen dazu gibt es unter 0171-3717405 oder [email protected]