Erstes Sechs-Punkte-Wochenende für die IslandersEV Lindau

Erstes Sechs-Punkte-Wochenende für die IslandersErstes Sechs-Punkte-Wochenende für die Islanders
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Entscheidend für die beiden Siege (am Freitag gewannen die Lindauer 8:1 in Königsbrunn) war die konsequente Arbeit in der Defensive. Mit Patrick Prell, Markus Schweinberger und Jiri Kunce fehlten gleich drei Lindauer Urgesteine in der Abwehr, die aber vom gesamten Team unterstützt wurde, zudem war die Rückkehr von Fabian Burmann wichtig. „Alle haben nach hinten gearbeitet, was  immer auch die Basis einer funktionierenden Offensive ist“, lobte Trainer Pavel Mojtek.

So ergab sich die interessante Wechselwirkung, dass im ersten Drittel die beiden Lindauer Tore von Verteidigern erzielt wurden. Dabei profitierte Bernhard Leiprecht in der fünften Minute von einem genialen Pass Nikolas Oppenbergers, der ihm freie Bahn zum TEV Tor ermöglichte. Via Innenpfosten erzielte Leiprecht sein drittes Saisontor. Dann waren die Lindauer auch in Überzahl gleich erfolgreich. Lubos Sekulas Handgelenkschuss fand in der 13. Minute vor allem deshalb sein Ziel, weil die  EVL-Stürmer Gästekeeper Anian Geratsdorfer die Sicht nahmen. Sein Gegenüber Varian Kirst profitierte dagegen von der Abwehrarbeit seiner Vorderleute - bei ausgeglichenem Schussverhältnis behielt er zudem bei brenzligen Situationen stets die Übersicht.

Waren die Islanders in den ersten 20 Minuten eher über den Kampf gekommen, so zeigten sie im Mitteldrittel spielerisch zunehmend Selbstvertrauen. Nach Oppenbergers „Flatterschuss“ (er erzielte wie auch Zdenek Cech drei Scorerpunkte im Spiel) zum 3:0 bei doppelter Überzahl (23.) zeigten die Islanders laut Mojtek „das beste Drittel der Saison. Viele schöne Spielzüge, die Spaß gemacht haben. Da hätten wir sogar noch höher führen können“. Beispielsweise als Oppenberger bei einem Alleingang schon den Torhüter ausgespielt hatte, der aber doch noch den Puck halten konnte.

Zumeist rächt sich das Auslassen der Chancen. Hier war es zunächst nicht anders. Gerade hatten die Lindauer ein weiteres fünf gegen drei nicht genutzt, da traf Maximilian Hörmann zum 3:1 (28.). Allerdings brannte nicht viel an, weil die Islanders angesichts von 25:4 Schüssen im zweiten Durchgang weiter dominierten und zwei Minuten vor der Pause durch Tobias Fuchs wieder auf 4:1 erhöhten. „Manchmal sind es Kleinigkeiten, die im Eishockey Erfolg und Misserfolg ausmachen“, resümierte Mojtek. „Letzte Woche gegen Germering ging Tobis Schuss aus der gleichen Position kurz vor Ende an die Latte. Da waren wir traurig – jetzt sind wir einfach nur froh.“

Schade war, dass die gute Laune diesmal nur 465 Zuschauer teilten. Allerdings ist der Saison- Minusrekord mit den Temperaturen und dem in Lindau vorherrschenden Schneechaos am Sonntagabend erklärbar. Wer der Witterung trotzte, bekam weiterhin erwärmendes vom EVL präsentiert, der es schaffte 120 Minuten am Wochenende konzentriert, umsichtig und engagiert zu arbeiten. „Es tat gut zu sehen, dass wir das drauf haben und dafür aber auch belohnt wurden“, sagte der sportliche Leiter Bernd Wucher. Bezeichnend dafür war sicherlich das 5:1 in der 50. Minute, als sich Timo Krohnfoth durchtankte, die Scheibe zu verlieren drohte, sie trotzdem noch auf den  Schläger zurück bekam und zum Endstand einschoss. Der Lohn für Hartnäckigkeit, sicherlich aber ein Merkmal dafür, was man benötigt, um dauerhaft um Platz zehn mitspielen zu können.